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MaRisk

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Die Ergebnisse der

Die Ergebnisse der Stresstests sollten neben den barwertigen Ergebnissen auch GuV-wirksame Gewinne und Verluste umfassen. Zugehörige Solvenz-Kennzahlen sowie Auswirkungen auf die Liquidität des Instituts sind weitere essenzielle Bestandteile des Reportings. Die Aufzählung der sofort umzusetzenden Maßnahmen und der Notfallpläne in Kombination mit ihren Schwellwerten vervollständigen die Berichterstattung. Beispiel Zur Illustration des Vorgehens wird im Folgenden der amerikanische Stresstest vorgestellt. Obwohl eine direkte Analyse der Risikokonzentrationen hier nicht im Vordergrund stand, werden als ein wesentlicher Risikotreiber Abschreibungen auf Kredite im Bankbuch angenommen und Entwicklungen der Zins-, Anleihen- und Aktienmärkte unterstellt. Weitere wesentliche Risikotreiber umfassen die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes, der Arbeitslosigkeit und der Preise für Wohnimmobilien. Für diese Risikotreiber wurden zwei Szenarien entworfen, die einmal einem Basisszenario und einmal einem „ungünstigen Szenario“ entsprechen sollen. Das ungünstige Szenario kann als der eigentliche Stresstest interpretiert werden; hieraus wurden auch die Handlungsmaßnahmen abgeleitet. Im ungünstigen Szenario wird eine Entwicklung des BIP von -3,3 % (2009) bzw. +0,5 % (2010) angenommen, wobei gleichzeitig die Arbeitslosenrate auf 8,9 % bzw. 10,3 % ansteigt und die Immobilienpreise um 22 % bzw. 7 % sinken. Die weiteren Details zum ungünstigen Szenario sind in Abbildung 4 dargestellt. Das ungünstige Szenario wurde für jede einzelne Bank in konkrete Berechnungsvorgaben übersetzt. In Abbildung 5 sind die von der Aufsicht a priori geschätzten Richtgrößen zusammengefasst. Die Größen lassen erkennen, dass die Fed von erheblichen Verlusten in diesem Szenario ausgegangen ist, die weitaus schlimmere Auswirkungen haben als die bis dahin üblichen Stressszenarien. Mögliche Verluste aus dem ungünstigen Szenario wurden zunächst mit erwarteten Erträgen und anschließend mit dem Eigenkapital verrechnet. Der Schwellwert, ab dem sofort Maßnahmen ergriffen werden mussten, lag bei einer Kernkapitalquote von sechs Prozent und bei einer Kernkapitalquote im engeren Sinne („common equity“) von vier Prozent. Wurde dieser Schwellwert im Szenario unterschritten, wurde die jeweilige Bank verpflichtet, ihr Eigenkapital bis zur Erfüllung der Schwellwerte aufzustocken. In Abbildung 6 ist am Beispiel der Bank of America die Ermittlung des Kapitalbedarfs gezeigt, wobei die Bank of America den absolut höchsten Kapitalbedarf im durchgeführten Stresstest aufwies. Ungünstiges Szenario 2009 2010 Wachstum -3,3 % 0,5 % Arbeitslosigkeit 8,9 % 10,3 % Immobilienpreise -22 % -7 % Das ungünstigere Szenario ist durch die roten Linien gekennzeichnet. Abbildung 4: Annahmen zum amerikanischen Stresstest (Quelle: Fed, 2009a) 8 I Themenspezial MaRisk

Verlustraten des jeweiligen Portfolios auf 2 Jahre Ungünstiges Szenario Erstrangige Hypotheken 7–8,5 % Zweitrangige Hypotheken 12–16 % Unternehmenskredite 5–8 % Gewerbliche Immobilien 9–12 % Kreditkarten 18–20 % Retail 8–12 % der Bank. Ziel dieses Vorgehens ist die Identifizierung verdeckter Risikokonzentrationen und die Messung der Risikokonzentration gemäß Dimensionskriterien auf Volumen- wie auf Kennzahlenebene. Erkannte Risikokonzentrationen, daraus abgeleitete Stressszenarien, die Ergebnisse der Stresstests und die generierten Maßnahmen sind zu wesentlichen Bestandteilen der Risikoberichte geworden und bilden damit eine entscheidende Grundlage zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit eines Institutes. Sonstige 4–10 % Abbildung 5: Indikative Ergebnisse des amerikanischen Stresstests von 2009 (Quelle: Fed, 2009b) 1 Andrulis, Jonas; Mitschele, Andreas; Schlottmann, Frank, Schmidt, Thomas: Unternehmensindividuelle Stresstests als Konsequenz aus der Finanzmarktkrise; in: Risiko Manager 10/2009. 2 Basel Committee on Banking Supervision: Principles for sound stress testing practices and supervision, 2009. 3 Deutsche Bundesbank: Stresstests bei deutschen Banken – Methoden und Ergebnisse, Monatsbericht der Bundesbank Oktober 2004, S. 79 ff. 4 Dürr, Holger; Iwan, Rene; Schlottmann, Frank: Kreditrisikosteuerung auf Portfolioebene – Look-Through-Kreditrisikosteuerung für strukturierte Produkte; in: Risiko Manager 20/2007. 5 Fed 2009a: Board of Governors of the Federal Reserve System: The Supervisory Capital Assessment Program: Design and Implementation, 24. April 2009. 6 Fed 2009b: Board of Governors of the Federal Reserve System: The Supervisory Capital Assessment Program: Overview of Results, 7. Mai 2009. Abbildung 6: Ergebnisse des amerikanischen Stresstests am Beispiel der Bank of America (Quelle: Fed, 2009b) Zum Zeitpunkt der Untersuchung betrug der Bestand an Kernkapital der Bank of America im engeren Sinne 87 Mrd. USD. Als Erträge vor Abschreibungen ergaben sich 75 Mrd. USD. Dem Eigenkapital und den Erträgen standen jedoch Verluste in Höhe von 137 Mrd. USD entgehen. Da mindestens 59 Mrd. USD an Common Equity vorhanden sein sollten, entstand ein zusätzlicher Kapitalbedarf in Höhe von 34 Mrd. USD. 7 MaRisk: Mindestanforderungen an das Risikomanagement, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Fassung vom 14.08.2009. 8 msgGillardon: Messung und Steuerung von Risikokonzentrationen in der Praxis, Vortrag von Dr. Frank Schlottmann auf der Trend-Konferenz MaRisk am 16.09.2009 in Frankfurt a. M. 9 Simon, Hermann; von der Gathen, Andreas: Das große Handbuch der Strategieinstrumente: Alle Werkzeuge für eine erfolgreiche Unternehmensführung. Campus, Frankfurt a. M. 2002. 10 Schlottmann, Frank; Vorgrimler, Stephan (2009 a): Messung und Steuerung von Risikokonzentrationen, in: Wimmer, Konrad (Hrsg.): MaRisk NEU – Neuerungen und Handlungsbedarf für Banken und Sparkassen, Heidelberg. 11 Schlottmann, Frank; Vorgrimler, Stephan (2009 b): Konzeptionelle Fragestellungen bei Stresstests, in: Wimmer, Konrad (Hrsg.): MaRisk NEU – Neuerungen und Handlungsbedarf für Banken und Sparkassen, Heidelberg. Fazit Um den Anforderungen der novellierten MaRisk bezüglich Risikokonzentrationen und Stresstests gerecht zu werden, kann ein integrierter Ansatz verfolgt werden, bei dem die Stressszenarien auf Basis der aufgezeigten Risikokonzentrationen entwickelt werden. Die Ermittlung der Risikokonzentration erfolgt zum einen aus den Geschäfts- und Risikostrategien und zum anderen aus dem Ist-Portfolio Themenspezial MaRisk I 9

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