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MaRisk

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Risikokonzentrationen

Risikokonzentrationen und Stresstests – zwei Seiten einer Medaille Von Dr. Frank Schlottmann und Stephan Vorgrimler Als Konsequenz aus der Finanzkrise hat der Basler Ausschuss gerade auch beim Umgang mit Risikokonzentrationen und Stresstests Schwächen in der bisherigen Konzeption erkannt und Nachbesserungen gefordert. Wesentliche Elemente aus der Überarbeitung der Principles for sound stress testing practices and supervision (Basel 2009) wurden im Anschluss in die Novelle der MaRisk übernommen. Im Folgenden wird aufgezeigt, wie eng Risikokonzentrationen und Stresstests miteinander verzahnt werden können, und es wird ein pragmatischer integrierter Ansatz zur Erfüllung der aufsichtlichen Anforderungen vorgestellt. Zu den Erkenntnissen der Aufseher aus der Finanzkrise gehört zum einen, dass Stresstests in der Vergangenheit vielfach nicht konsequent genug von den Instituten durchgeführt wurden. Den zweiten Faktor bildet der Umgang mit Risikokonzentrationen. Hier wurden zum Teil wesentliche Risikofaktoren und -positionen nicht adäquat in das Gesamthausrisiko integriert bzw. Abhängigkeiten nicht vollständig erfasst. Um für die Zukunft besser gerüstet zu sein, hat die Aufsicht anspruchsvollere Vorgaben gestellt, beispielsweise dass Stresstests in den Risiko-berichten eine stärkeres Gewicht bekommen und dass gravierende institutsübergreifende Szenarien hierbei berücksichtigt werden. Außerdem wurden neue Anforderungen im Umgang mit Risikokonzentrationen formuliert. In Abbildung 1 sind die wichtigsten dieser Anforderungen für Stresstests und für Risikokonzentrationen dargestellt. Durch folgende Schritte kann dabei die Erfüllung der aufsichtlichen Anforderungen erreicht werden: > Ermittlung von Risikokonzentrationen > Identifikation der Risikotreiber / Festlegung der Stressszenarien > Bewertung der Stressszenarien > Festlegung von Maßnahmen > Darstellung der Ergebnisse Identifizierung von Risikokonzentrationen Risikokonzentrationen können auf zwei Ebenen vorliegen. Zum einen kann es innerhalb einer Risikoart zu Konzentrationen kommen. Zum anderen können Konzentrationen auch risikoartenübergreifend existieren. Diese Differenzierung wird anhand von Beispielen in Abb. 2 illustriert. Basis-Anforderungen > Regelmäßige Durchführung > Regelmäßige Überprüfung der Angemessenheit Szenarien > Berücksichtigung von Risikokonzentrationen Zu berücksichtigen in > Geschäfts- und Risikostrategie > Identifizierung, Beur teilung, Steuerung und Überwachung v. Risiken > Risikoberichte > Stresstests > Limitierung von Adressrisiken Mögliche Risikokonztationen > Adressenkonzentrationen > Sektorkonzentrationen > Produktart > Underlyings strukturierter Produkte > Branchen, Regionen, Länder > Größen-/Risikoklassen > Sicherheiten > Ertragskonzentrationen > Außergewöhnlich, aber plausibel möglich > Historische und hypothetisch mögliche Szenarien > Berücksichtigung strategische Ausrichtung und Umfeld > Bei Liquiditätsrisiko: Berücksichtigung institutseigener und marktweiter Ursachen Stresstests Anwendungsbereich > Wesentliche Risiken > Auch auf Institutsebene > Auch auf Gruppenebene Reportinginhalt > Annahmen der Stresstests > Auswirkungenauf die Risikotragfähigkeit > Handlungsvorschläge Verwendung der Egebnisse > Risikoberichterstattung > Beurteilung der Risikotragfähigkeit > Liquiditätsnotfallplan Abbildung 1: Anforderungen der MaRisk an Stresstests und an die Berücksichtigung von Risikokonzentrationen 4 I Themenspezial MaRisk

Die Identifizierung der Risikokonzentrationen wird häufig dadurch erschwert, dass sie nicht sofort ersichtlich sind, sondern zunächst aufgedeckt werden müssen. Gerade durch diese Tatsache können Risikokonzentrationen für die Bank gefährlich werden. Die automatisierte Erkennung von Risikokonzentrationen wird häufig dadurch erschwert, dass die Positionen in verschiedenen Systemen geführt werden, die unter Umständen unterschiedliche Bezeichnungen der Geschäftspartner, der Branchen etc. haben. Ein Beispiel für nicht sofort ersichtliche Risikokonzentrationen besteht im Risiko des Ausfalls eines staatlichen Schuldners, von dem Anleihen von Schuldnern dieses Staates, andererseits Kredite an dortige Schuldner, Aktien an dortigen Unternehmen und schließlich Underlyings in strukturierten Produkten wie etwa CDOs betroffen sind. Weitere verdeckte Risikokonzentrationen treten beispielsweise auch durch Auswirkungen eines gestörten Interbankenmarktes auf Marktpreis- und Kreditrisiken oder durch Ausweitungen der Credit Spreads auf. Ausgangspunkt: Geschäfts- und Risikostrategien Als Ausgangspunkt für die Identifizierung existenzbedrohlicher Risikokonzentrationen in einer Top-Down-Analyse dienen die Geschäftsund Risikostrategien. Durch Anwendung etablierter Techniken wie die SWOT-Analyse (Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats, vgl. z. B. Simon & von der Gathen [2001]) sollten die Geschäfts- und Risikostrategien, beispielsweise in moderierten Workshops, auf Konzentrationen hin geprüft werden. Ziel dieser Analyse ist die Beantwortung folgender Fragestellungen: > Wo ist das Kreditinstitut besonders konzentriert? > Wie groß ist der potenzielle Schaden aus der Konzentration (zumindest qualitativ: niedrig, mittel, hoch)? > Wie hoch ist die Eintrittswahrscheinlichkeit des Schadens aus der Konzentration (zumindest qualitativ: niedrig, mittel, hoch)? Die Ergebnisse des Workshops können in einer Konzentrationslandkarte (vgl. Abb. 3) schematisch dargestellt werden, indem Schadenhöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit gegeneinander aufgetragen werden. Bei der Ableitung von Konsequenzen aus einer Konzentrationslandkarte ist stets zu beachten, dass Konzentrationen nicht durchgängig negativ zu beurteilen sind. Im Gegenteil, so gehören doch Konzentrationen auf bestimmte Regionen oder auf bestimmte Spezialfinanzierungen häufig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell. Das Ziel einer Identifikation der Risikokonzentrationen besteht somit in erster Linie nicht in der Beseitigung dieser Konzentrationen, sondern in erhöhter Transparenz. Nur wenn die Zusammenhänge bekannt sind, können ein Frühwarnsystem erfolgreich eingerichtet, kritische Entwicklungen verfolgt und Maßnahmen für Krisensituationen beschlossen werden. Dreh- und Angelpunkt: Portfolio-Risiken In der Ebene unterhalb der Geschäftsstrategie schließt sich die Überprüfung der Risikokonzentrationen auf Portfolioebene an. Zunächst steht auch hier die Identifikation der wesentlichen Risikoarten im Vordergrund. Gemäß MaRisk (2009), AT 2.2 umfassen die wesentlichen Risiken zumindest: Risikokonzentrationen Kreditrisiko Marktrisiko Liquiditätsrisiko Operatives Risiko z.B. Kreditnehmer z.B. Sektorkonzentrationen z.B. Teilmärkte z.B. Währungen z.B. Finanzierungsquellen z.B. Abhängigkeit von Geschäftsprozessen und IT-Systemen z.B. wirtschaftlich verbundene Unternehmen z.B. einzelnes Unternehmen als Risikotreiber bzgl. Aktien, Kredite und Refinanzierungen Abbildung 2: Risikokonzentrationen innerhalb wesentlicher Risikoarten und risikoartenübergreifend Themenspezial MaRisk I 5

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