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MaRisk

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Neben diesen eher

Neben diesen eher technischen Schwierigkeiten ist auch die theoretische Konzeption der Stresstests alles andere als trivial. Kann die Konzeption und Durchführung von Sensitivitätsanalysen noch vergleichsweise einfach erfolgen, so sind die komplexeren Szenarioanalysen sehr viel anspruchsvoller. Bereits die geforderte Abbildung historischer Szenarien zieht eine Festlegung nach sich, welche beobachteten Marktveränderungen in welchem Zeitraum ursächlich auf das jeweilige Stressereignis zurückzuführen sind und somit zu den relevanten Simulationsparametern gehören. Die zu erwartende institutsspezifische Vielfalt wird es der Aufsicht schwer machen, sich hieraus ein Gesamtbild über die Risikolage der Institute zu machen. Noch anspruchsvoller ist die Entwicklung komplexer hypothetischer Szenarien. Hier sind in sich schlüssige Gesamtszenarien erforderlich, die auch Auswirkungen auf die spezifische Risikolage des jeweiligen Instituts haben. Die Institute müssen also Szenarien entwerfen, die ihr unmittelbares Umfeld und ihre strategische Ausrichtung berücksichtigen, also das Institut mit seinem jeweiligen Geschäftsmodell auch wirklich betreffen. In einem ersten Schritt sind die qualitativen Auswirkungen eines Szenarios auf diverse Risikoparameter abzuleiten. Dies kann entweder auf Erfahrungen in ähnlichen Situationen oder auf plausiblen Expertenschätzungen beruhen. In einem weiteren Schritt sind dann die konkreten Parameterveränderungen zu quantifizieren und im Risikomanagement zu verarbeiten. Dabei stellte sich die Simulation konjunktureller Belastungen mit ihren konkreten Auswirkungen auf das Kundenkreditportfolio als vergleichsweise einfach in der Handhabung heraus. Für andere Parameter, wie z. B. Veränderungen des Provisionsüberschusses aufgrund eines Krisenszenarios, konnten dagegen nur Schätzungen vorgenommen werden. Nach Festlegung aller Parameter und Szenarien waren noch Entscheidungen zur geeigneten Integration der Ergebnisse in das Berichtswesen zu treffen. Einerseits müssen die wesentlichen Annahmen und Auswirkungen hinreichend genau beschrieben werden, andererseits muss die Berichterstattung auch hier für die Adressaten verständlich gestaltet werden. Wir haben uns dabei für eine gut verständliche, verbale Kurzbeschreibung aller Szenarien sowie eine tabellarische Darstellung der rechnerischen Ergebnisse entschieden. Den Anforderungen der MaRisk folgend enthält die verbale Darstellung auch die geforderte Beurteilung der Risikotragfähigkeit vor dem Hintergrund der Stresstestergebnisse. Ein für unser Haus wesentliches Element dieser Analyse, der die aufsichtliche Erwartung an eine kritische Reflexion erfüllen soll, stellen die „Reverse-Stresstests“ dar. In diesen Tests untersuchen wir, was passieren muss, damit unser Haus in eine Schieflage gerät, die eine Fortsetzung der bisherigen Geschäftstätigkeit nicht mehr erlauben würde. Die Reverse-Szenarien, die eben nicht zu den unwahrscheinlichen, aber noch plausibel möglichen Ereignissen gehören, erleichtern vor allem die Beurteilung der Ergebnisse aus den eigentlichen Stresstests. Dies gilt jedenfalls so lange, wie die Reversetests auf Parameterveränderungen beruhen, die in den eigentlichen Stresstests nicht erreicht werden. Unter diesen Bedingungen kann die Risikotragfähigkeit auch unter Stressbedingungen als gegeben beurteilt werden. Zusätzliche Anforderungen Unter den sonstigen Änderungen aus der MaRisk-Novelle erscheint vor allem die Verschärfung im Bereich der Eigenanlagen bei der Verwendung externer Bonitätsurteile von größerer Bedeutung. Wollen z. B. regional tätige Institute den Aufbau eigener Research-Kapazitäten vermeiden, aber gleichzeitig weiterhin in verschiedene Assetklassen investieren, so sind neue Lösungen zu suchen. Es erscheint sinnvoll, bei künftigen Investments neben den externen Ratingurteilen auch die am Markt aktuell verfügbaren Credit Spreads für Anlagen mit vergleichbaren Ratings zu berücksichtigen. Auf diesem Wege ist eine weitgehende Berücksichtigung aller aktuell am Markt verfügbaren Information zu einem bestimmten Investment gesichert, den verschärften Anforderungen kann so mit überschaubarem Aufwand pragmatisch entsprochen werden. Offene Punkte Insbesondere die Kommunikation der Umsetzungen gegenüber dem Aufsichtsorgan ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Hier werden wir besonderen Wert auf eine adressatengerechte Aufbereitung der relevanten Informationen legen, womit sowohl die Erwartungen des Aufsichtsorgans selbst als auch die erhöhten Anforderungen der Aufsicht an die Corporate Gouvernance berücksichtigt werden sollen. Fazit Die Umsetzung der jüngsten MaRisk-Novelle unter Federführung eines besonderen Arbeitskreises hat sich aus unserer Sicht erneut bewährt. Zur Umsetzung künftiger Neuerungen werden wir auf diese Erfahrungen zurückgreifen, dies gilt auch für den gezielten Einsatz externer Unterstützung. Die Umsetzung haben wir vor allem wegen des durch die Aufsicht sehr eng gefassten Zeitrahmens als sehr anspruchsvoll erlebt. 16 I Themenspezial MaRisk

Gesamtrisikobericht – alle Risiken auf einen Blick Von Dr. Andreas Mitschele Der Gesamtrisikobericht stellt ein zentrales Informationsmedium für Geschäftsleitung und Aufsichtsorgan eines Kreditinstituts dar, dessen hohe Bedeutung durch die jüngste Novelle der MaRisk zusätzlich unterstrichen wurde. Dennoch erweist sich die Berichtsausgestaltung in der Praxis aufgrund der notwendigen Abwägung zwischen ausreichendem Informationsgehalt und adäquater Empfängerorientierung oftmals als schwierig. Nachfolgend skizzieren wir einen bewährten Best-Practice-Ansatz zur Optimierung des bereits in der Bank existierenden Risikoberichts. Ausgangssituation Die Dynamik in der Bankenwelt fordert die Risikoberichterstattung heraus: Finanzinstitute sind durch vielfältige Vorgaben verpflichtet, regelmäßig über ihre Risikosituation und -tragfähigkeit zu berichten. Geschäftsleitung und Aufsichtsorgan müssen zudem im Rahmen ihrer Überwachungsfunktion jederzeit über die Risikosituation informiert sein. Zentrales Instrument zur Wahrnehmung dieser Aufgabe ist der Gesamtrisikobericht. Im Risikomanagement und in der Risikoberichterstattung führten fachliche Weiterentwicklungen sowie sich stetig wandelnde aufsichtsrechtliche Vorgaben wie MaH, MaK und nun MaRisk zu einem fortlaufenden Anpassungsbedarf. So fordern die MaRisk: „[…] Die Risikoberichterstattung ist in nachvollziehbarer, aussagefähiger Art und Weise zu verfassen. […]“ (AT 4.3.2 Tz. 7) In der Praxis bringt die Umsetzung dieser Vorgaben eine Vielzahl von Herausforderungen mit sich, die neben den fachlichen auch technische und organisatorische Ursachen haben. Die erforderlichen Daten müssen oftmals aus einer Vielzahl von Quellsystemen über diverse Schnittstellen beschafft werden. Darüber hinaus sind aufgrund stetig steigender Anforderungen an fachliches Hintergrundwissen zahlreiche Mitarbeiter am Berichtserstellungsprozess beteiligt. Die Folge: ein umfangreicher, teilweise redundanter und nicht adressatengerecht aufbereiteter Gesamtrisikobericht, der hinsichtlich seiner Datengrundlage und Aussage selbst für Experten oft nur noch schwer zu durchblicken ist. Diese regelmäßig anzutreffende heterogene Struktur des Gesamtrisikoberichts sollte aus folgenden Gründen institutsindividuell optimiert werden: > Rechtssicherheit (MaRisk), > Eignung zur Steuerung, > Effizienz der Berichtserstellung. Es versteht sich von selbst, dass die Vorgaben der MaRisk einzuhalten sind. Gleichzeitig sollte der Bericht jedoch nicht „um des Berichts willen“ erstellt werden, sondern um konkrete Steuerungsimpulse zu geben. Dabei liegt es im ureigenen Interesse des Controllings, die notwendigen Berichte möglichst effizient, d. h. beispielsweise zum Großteil automatisiert, zu erstellen. Nur so verfügen die Mitarbeiter im Controlling über ausreichend zeitliche Freiräume für originäre Controlling-Aufgaben, wie Ad-hoc-Analysen. Vom Stückwerk zum Meisterstück Wir schlagen zur Optimierung und Vervollständigung des bestehenden Gesamtrisikoberichts ein bewährtes Best-Practice-Modell vor, um neben einer Effizienzsteigerung bei der Erstellung des Berichts zusätzlich auch noch klare Steuerungsimpulse zu generieren. Dabei sollte eine Reihe von Rahmenbedingungen berücksichtigt werden, die sich in die Kategorien Fachlichkeit, Institutsbedarf, Prozesse & Technik sowie Ausgestaltung einteilen lassen. FACHLICHKEIT > Erfüllung MaRisk > Risikobeurteilung & Strategiekonformität > Fokussierung & Update > Ad-hoc-Berichte > Koordination > Quellsysteme für Risikokennzahlen Anforderungen an den Risikobericht Abbildung 1: Anforderungen an den Risikobericht INSTITUTSBEDARF > Empfängerorientierung > Schwerpunktbildung > Kommunikation > Strukturierung > Visualisierung > Management Summary Themenspezial MaRisk I 17

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