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03 | 2017 NEWS

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u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung Das PRIIP KID ist ein kurz gefasstes, sachliches Dokument von maximal drei DIN-A4-Seiten. Es legt die wichtigsten Informationen zu einem Anlageprodukt klar und konsistent dar und muss so geschrieben sein, dass es für einen unerfahrenen Kleinanleger leicht verständlich ist. Das Dokument soll die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Produkten und Anbietern maximieren. Hierdurch sollen der Kundennutzen gesteigert und die Unternehmen dazu gezwungen werden, über den Preis ihrer Produkte nachzudenken, wenn sie sich auf eine einheitliche Produktbeschreibung beschränken. Die Europäische Kommission erhofft sich dadurch einen erhöhten Wettbewerb und mehr Transparenz für die Anleger. Der Hersteller von PRIIP übernimmt keine zivilrechtliche Haftung ausschließlich auf der Grundlage des KID, es sei denn, er ist irreführend, unrichtig oder unvereinbar mit den einschlägigen Teilen der rechtsverbindlichen vorvertraglichen und vertraglichen Dokumente. Ein Kleinanleger, der bei einer Investition in den PRIIP, für den das KID-Dokument erstellt wurde, einen Schaden nachweist, weil er sich bei einer Investition auf das KID verlassen hat, kann vom PRIIP- Hersteller Schadenersatz für den Schaden nach geltendem nationalen Recht verlangen. Implikationen für die beteiligten Industrien Das Dokument muss einer sehr eng definierten Struktur mit festen Überschriften, Informationen und visuellen Elementen (Risikoindikator und Performance-Präsentation) folgen. Die Art der Anlagen, Risiken, Kosten sowie potenzielle Gewinne und Verluste müssen in einer nichttechnischen, von Fachjargon freien Sprache verfasst werden. Während diese Spezifikationen in vielerlei Hinsicht denen des Produktinformationsblatts (PIB) des OGAW (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) entsprechen, sind die beiden Dokumente nicht identisch – die Breite der Anlageprodukte im PRIIP-Universum hat dazu geführt, dass die Anforderungen des OGAW nicht einfach übernommen werden konnten. Die neuen Vorschriften stellen die Finanzdienstleistungs- und Investitionsbranche vor eine Reihe bedeutender Herausforderungen, da die PRIIPs künftig eine zentrale Rolle im Anlagemarkt für Privatkunden spielen. Die Vermögensverwaltungsbranche hat auf diesem Gebiet einen Vorsprung, da sie sich seit dem Jahr 2011 mit den KIIDs (Key Investor Information Documents) befasst, die im Rahmen der EU-Vorschriften für OGAW behandelt werden. Für die Banken- und Versicherungswirtschaft ist dies jedoch neu und verursacht sowohl bei der Herstellung der KIDs als auch bei der Vorbereitung ihrer Einführung einen hohen personellen und finanziellen Mehraufwand. Die Produktemittenten sind für die Herstellung des KID verantwortlich, während es den Vertriebspartnern obliegt, dieses den Anlegern aktiv zur Verfügung zu stellen, bevor eine Anlageberatung oder ein Verkauf erfolgt. Das Dokument muss in mindestens einer Amtssprache jedes Landes, in dem das Produkt vermarktet wird, veröffentlicht sowie regelmäßig überprüft und aktualisiert werden. Ein Umstand, der für Wertpapierfirmen zu einer enormen Schreib-, Übersetzungs- und Verwaltungslast führt. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Auswirkungen auf die Branche immens sind. Nicht nur die Ressourcen, die für die Erstellung und Aufrechterhaltung der KIDs von PRIIPs benötigt werden, sind enorm, gleichzeitig müssen engmaschige Standards in Bezug auf Offenlegung und Genauigkeit eingehalten werden. Dies bedeutet eine permanente Überprüfung der Richtlinien und eine erhöhte Kontrolltätigkeit. Neben den Kosten für den personellen Aufwand und die technische Implementierung ist der Zeitfaktor für die beteiligten Industrien ein weiterer Pro- 12 I NEWS 03/2017

Unternehmenssteuerung t blemfaktor. Massive Datenmengen müssen erfasst und in eine regulativ konforme KID-Produktions- und -Distributionsplattform für PRIIPs KID überführt werden. Doch diese Herausforderungen stellen auch Chancen dar: Unternehmen, die schnell und entschlossen handeln und modernere und effizientere Prozesse zur Bewältigung der Arbeitsbelastung einführen, werden stärker auf dem Markt präsent sein und sich die Chance eröffnen, Wettbewerbsvorteile zu nutzen und ihren Marktanteil auszubauen. Fazit Um das Umsetzungsdatum 1. Januar 2018 zu erreichen, müssen die beteiligten Unternehmen in der Finanzbranche einige große Hürden überwinden sowie personelle und finanzielle Investitionen tätigen, um sich auf den Beginn der PRIIP-Regelung vorzubereiten und alle erforderlichen Anforderungen zu erfüllen. Es stellt sich allerdings die Frage, ob eine Standardisierung der Offenlegung in einer Weise erreicht werden kann, die für Kleinanleger angesichts der enormen Vielfalt der verschiedenen Produkttypen, die unter die neue Verordnung fallen, wirklich nützlich ist. Mit der PRIIPs-Verordnung hat die EU einen weiteren Schritt in Richtung eines einheitlichen Markts für Wertpapiere geschaffen. Der Weg zu einem gemeinsamen europäischen Binnenmarkt ist lang und komplex, und die PRIIP-Programme sind ein weiterer großer Meilenstein auf diesem Weg. Die PRIIPs-Regulierung wird sich stark auf den Markt auswirken, und Kleinanleger können von der Einführung der Regulierung profitieren. Ein transparenter Marktplatz wird es den Kleinanlegern ermöglichen, das Vertrauen in die Finanzdienstleistungsbranche zurückzugewinnen. Ansprechpartner Steffen Füth Business Consultant, Capital Markets > steffen.fueth@msg-gillardon.de NEWS 03/2017 I 13

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