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03 | 2016 public

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SALUS PUBLICA

„DIE SERVER SIND

„DIE SERVER SIND AUSGELASTET. BITTE VERSUCHEN SIE ES SPÄTER ERNEUT.“ Samstag 22:00 Uhr Deployment des neuen Simultaneous-Releases mit mehreren Dutzend abhängigen Systemen und zahlreichen neuen Features in jedem System mitsamt einer neuen technologischen Basis (Java 8). Vier Monate Entwicklung und Test werden am gleichen Tag ausgerollt. Montag 08:00 Uhr Zum Arbeitsbeginn starten die Anwender den Webbrowser und greifen auf das neue Release zu. 09:30 Uhr Beschwerden unter den Anwendern häufen sich: Die Anwendung reagiere wieder einmal langsam. Erste Tickets werden beim User-Help-Desk eröffnet. 10:15 Uhr Das Betriebspersonal sieht erste Alarmmeldungen: Einzelne Systemanfragen (Threads) benötigen mehr als zehn Minuten für einzelne Anfragen. 10:30 Uhr Immer mehr Threads hängen, die CPU-Last erreicht die kritische Grenze von 95 Prozent. 10:35 Uhr Einzelne Server fallen aus und müssen neu gestartet werden. 10:45 Uhr Ein komplettes Cluster bricht zusammen. 11:00 Uhr Breakdown, sämtliche Cluster fahren herunter. Sie konnten die Last aus dem ersten Cluster nicht abfangen. 11:05 Uhr Panische Anrufe. Eskalation von Tickets. 13:00 Uhr Alle Anwender werden nach Hause geschickt, nichts funktioniert mehr. 14:00 Uhr Performance-Analysten sichern den Tatort und starten die Ermittlungen. 14:15 Uhr Spiegel Online, Heise und andere Medien berichten über den Komplettsystemausfall – wieder einmal … Go-Live mit Performance-Breakdown – und wie man sich dagegen wappnen kann. WIE KONNTE ES SO WEIT KOMMEN? Von solchen (oder ähnlichen) wie links beschriebenen (Horror-) Szenarien hat fast jeder schon einmal gehört. Und die meisten enthalten auch ein Körnchen (oder mehr) Wahrheit. Aber warum konnte es überhaupt so weit kommen? Warum wurden die Performanceverschlechterungen nicht früher entdeckt und behoben? Entwickler schreiben gerne performanten Code. Und in der Regel sind sie sehr stolz darauf. Aber sie haben in der Entwicklung kaum eine Chance, festzustellen, welche Codestellen die Anwendung ausbremsen werden. Hauptursachen sind massive Unterschiede zwischen Entwicklungsumgebung und Produktion (CPU, RAM, Netzwerk, Datenbank, Betriebssystem, kein Cluster, kein Enterprise Service Bus etc.), kaum repräsentative Testdaten, Single-User-Tests ohne Parallelität und vieles mehr – siehe weiter unten im Text. Das Testteam, das mit viel Engagement nahezu alle Fehler vor dem Release findet, wird während des Tests kaum Performanceprobleme spüren. Denn die explorativen Tests werden kaum zu Last führen, und die automatisierten funktionalen Tests spiegeln die Aufrufhäufigkeit der Anwendungsfälle keineswegs wider. Zudem weist die Testumgebung oft ähnlich massive Unterschiede zur Produktion auf wie bei der Entwicklungsumgebung. Darüber hinaus greifen während der Tests keine anderen Systeme auf das System zu (wie zum Beispiel Fremdsysteme, Batches, Datensicherung). | von JOSEF LEHNER 32 | .public 03-16 | Informationstechnologie

Der Betrieb verwaltet in der Produktion eine Umgebung, die sich bezüglich nichtfunktionaler Anforderungen und deren Umsetzung durch Systemkomponenten meist gravierend von der Entwicklungs- und Testumgebung unterscheidet. Daher können Entwicklungs- und Testteam keine zuverlässigen Prognosen abgeben. Meist wird gepokert, in der Hoffnung, dass die Produktion wesentlich mehr Leistung besitzt als die anderen Systeme. Und dass die Anwendung selbst dann performant laufen wird, wenn sie ungeschickt programmiert wurde. Kein Teilteam kann alleine dafür sorgen, dass die Anwendung performant und auch unter Stress fehlerfrei funktionieren wird. Sowohl für Projekte, die noch in der Entwicklung sind, als auch für produktive Systeme können jedoch Maßnahmen definiert werden, die ausreichend Qualität bezüglich Lastverhalten und Performance sicherstellen, sodass das nächste Release ein stressfreies wird. Lasttester einstellen Lasttests – und geeignete Testdaten – müssen separat zu anderen Tests erstellt und gepflegt werden. Dies erfordert extra Personal und kostet Zeit und Geld. Performanceanalyse – Tools bereitstellen In Abstimmung mit Betrieb und Entwicklung sollten geeignete Tools beschafft und genügend Lizenzen bereitgestellt werden, damit sie dem Team bereits zur Entwicklungszeit vertraut sind. Dies beschleunigt das Analysieren, Finden und Beheben von Fehlern über den ganzen Entwicklungsprozess. Anonymisierung der Daten einplanen Sowohl für die Entwicklung als auch für Tests sind anonymisierte Echtdaten von besonderer Bedeutung, da sie den Daten der Produktion entsprechen und somit reale Geschäftsvorfälle abbilden können. FACHLICHKEIT MANAGEMENT • Ressourcen für eine Lasttestumgebung bereitstellen • Lasttester einstellen • Performanceanalyse-Tools bereitstellen • Anonymisierung der Daten einplanen Ressourcen für eine Lasttestumgebung bereitstellen Eine möglichst produktionsnahe Lasttestumgebung ist das A und O für ein stressfreies Release. Aus Kostengründen kann sie in der Praxis meist kein 1:1-Abbild der Produktion sein, daher muss sie sorgfältig herunterskaliert werden. Die Umgebung sollte jedoch die gleiche Hardware und Konfiguration wie die Produktion aufweisen. Dies gilt für Applicationserver, Datenbankserver und Netzwerk und schließt sämtliche Systeme wie Load Balancer, Enterprise Service Bus, Firewalls, Switches etc. mit ein. Damit Verschlechterungen zwischen Meilensteinen schnellstmöglich auffallen, sollte die Umgebung möglichst oft für Last- und Performancetests zur Verfügung stehen. • Erwartete Aufrufhäufigkeit je Anwendungsfall • Echtdatenbestandsanalyse durchführen Erwartete Aufrufhäufigkeit je Anwendungsfall Damit die Lasttester und Entwickler wissen, auf welche Anwendungsfälle sie sich konzentrieren müssen, ist eine umfassende Analyse notwendig. Welche Anwendungsfälle werden häufig aufgerufen, welche seltener? Wie wirkt sich die Performance auf den jeweiligen Anwendungsfall aus? Kann womöglich ein selten aufgerufener Anwendungsfall performancekritisch sein? Welche Service Level Agreements (SLA) wurden vereinbart? Echtbestandanalyse durchführen Wie groß sind die Datenstrukturen, die in den performancekritischen Anwendungsfällen behandelt werden? Wie viele Anschriften, Zahlungsverbindungen, Kommunikationsverbindungen, historisierte Daten etc. sind in einem Stammdatensystem für ein Unternehmen verknüpft? Performancerelevante Daten sollte der Fachbereich aufbereiten und für die Teams leicht zugänglich machen. Eine abgespeckte Lasttestumgebung, in der die abhängigen Systeme simuliert werden, sollte zusätzlich bereitgestellt werden, damit für kleinere Meilensteine die Performance nachgetestet werden kann. Wichtig ist, dass diese Umgebung ständig verfügbar ist und vom Projektteam selbst verwaltet werden kann. ENTWICKLUNG • Profiling der Anwendung • Analyse von Produktionslogs • Trends aus dem Buildserver ableiten • Erfahrung mit Frameworks aufbauen Informationstechnologie | .public 03-16 | 33

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