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03 | 2016 NEWS

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u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung ZÄR (qual.) Risikoprofilnote Negative Barwertänderung (+/- 200 bp)/Gesamtrisiko (RWA) 0-2,75 % > 2,75 % - 3,75 % > 3,75 % - 4,75 % A 0 % 1 % 1,50 % 2 % Die Risikoprofilnote ist den Instituten (zum Beispiel) aus ihrem jeweiligen aufsichtsrechtlichen Jahresgespräch bekannt. Der Zuschlag auf die Eigenkapitalquote ergibt sich aus der Relation des durch negative Barwertänderung des zinsabhängigen Gesamtbankvermögens induzierten Eigenkapitalverlustes beim Zinsschock bezogen auf die RWA gemäß CRR. 4 Ein hoher Gesamtrisikowert (gemessen durch die Risk Weighted Assets [RWA]) wirkt damit im Vergleich zu einem geringen Gesamtrisikowert sogar dämpfend auf die zusätzliche Kapitalanforderung für Zinsänderungsrisiken. b) Die Aufsicht ermittelt anhand einer weiteren Matrix einen Eigenkapitalquotenzuschlag für weitere wesentliche Risiken, die nicht schon in der Säule 1 (CRR) berücksichtigt sind. Die Risikoprofilnoten beziehen sich auf die Qualität des ICAAP und die Internal Governance (IG), wobei dem Vernehmen nach die schlechteste der beiden Einzelnoten maßgeblich ist. > 4,75 % B 0,50 % 1,25 % 1,75 % 2,50 % C 1 % 1,50 % 2 % 3 % D 1,5 % 2 % 2,50 % 3,50 % Tabelle 1: Eigenkapitalzuschlag Zinsänderungsrisiko ICAAP/ IG Risiko- Profilnote Weitere wesentliche Nicht-Säule-1-Risiken/Gesamtrisiko (ICAAP) 0-5 % > 5 %-15 % > 15 %-45 % > 45 %-100 % A 0 % 0,50 % 1,50 % 3 % B 0,25 % 1 % 2 % 4 % C 0,50 % 1,50 % 2,50 % 5 % D 1 % 2 % 3 % 6 % Tabelle 2: Eigenkapitalzuschlag weitere Risiken Unter Gesamtrisiko wird laut Deutscher Bundesbank die einfache Summe aller Risiken aus dem ICAAP des Instituts verstanden, also ohne die Berücksichtigung von Diversifikationseffekten. 5 c) Weiter wurde mit den SREP-Anschreiben ein Schreiben zur bankaufsichtsrechtlichen Eigenmittelkennziffer versendet. Diese Anforderung soll die Eigenmittelausstattung dokumentieren, die das Ins- titut aus Sicht der Aufsicht langfristig anstreben muss. Hierzu wird die in a) und b) beschriebene SREP-Eigenkapitalanforderung um eine Eigenkapitalanforderung erhöht, die Stresseffekte aus der Niedrigzinsumfrage 2015 (NZU), bezogen auf die Szenarien zum Zinsänderungsrisiko (+/- 200 bp Zinsschock), zum Kreditrisiko (2. Szenario) und zum Marktrisiko abdecken soll. Die GuV-Auswirkung wird wiederum – analog zum oben dargestellten Vorgehen im Zinsänderungsrisiko – in Relation zum Gesamtrisiko (RWA) gesetzt (vgl. Tabelle 3). 0-0,5 % > 0,5 %-1 % > 1 %-2,5 % > 2,5 % -5 % > 5 %-10 % > 10 % 0 % 0,40 % 0,80 % 1,60 % 3,30 % 7,50 Tabelle 3: NZU-Auswirkung auf die GuV/Gesamtrisiko (RWA) Zusammengefasst ergibt sich damit folgende Gesamtwirkung: Die Säule-1-Plus-Anforderungen aus a) und b) entsprechen einer harten Eigenkapitalanforderung, deren Nichteinhaltung unmittelbar aufsichtsrechtliche Sanktionen (§ 45 KWG) hervorruft. Demgegenüber dient der Stresspuffer aus c) zur Abfederung von Verlusten im Stressfall, dessen Unterschreitung keine automatischen bankaufsichtsrechtlichen Maßnahmen hervorruft, wohl aber zur Erhöhung der Aufsichtsintensität führt. Der Stresspuffer-Zuschlag kann mit dem Basel-III-Kapitalerhaltungspuffer (vgl. KWG § 10c) verrechnet werden, tritt also nicht additiv hinzu. 4 Vgl. Vortrag SREP-Kapitalfestsetzung – Methodik für weniger bedeutende Institute von Sören Wieck, Deutsche Bundesbank, 4. Mai 2016. Gegebenenfalls wird in der konkreten Festsetzung durch die Aufsicht auf das Gesamtrisiko im Sinne der Säule 1 abgestellt. 5 Vgl. Fußnote 4. 16 I NEWS 03/2016

Unternehmenssteuerung t Die Eigenkapitalanforderung sei an einem einfachen Beispiel skizziert: Die Säule-1-Plus-Anforderung wird auf das Kernkapital beziehungsweise das harte Kernkapital proportional übertragen – entsprechend den bekannten einzuhaltenden Kapitalanforderungen [8 Prozent Eigenmittelquote; 6 Prozent Kernkapitalquote (= 0,75*8 Prozent); 4,5 Prozent harte Kernkapitalquote (= 0,75*6 Prozent)]. 6 Ausgangsgrößen ZÄR gemäß a) sonstige wesentliche Risiken gemäß b) Eigenkapitalquote Davon Davon 75 % Kernkapital 75 % hartes Kernkapital 8,00 % 6,00 % 4,50 % 2,00 % 1,50 % 1,13 % 0,50 % 0,38 % 0,28 % Gesamt 10,50 % 7,88 % 5,91 % diesem zweifelsfrei bestehenden Risiko dadurch Rechnung zu tragen, dass – Going-Concern-Ansatz im Sinne des RTF nach MaRisk unterstellt – der Plangewinn entsprechend mit einem nachprüfbaren Abschlag versehen wird. 7 Überdies sollten Institute prüfen, inwieweit Entlastungspotenziale in der RTF identifiziert werden können (zum Beispiel risikoartenspezifische Parametrisierung). Künftige bankaufsichtsrechtliche Abbildung des Zinsänderungsrisikos im Anlagebuch Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat die aufsichtsrechtliche Behandlung des Zinsänderungsrisikos im Anlagebuch („IRRBB“) nunmehr verbindlich fixiert (BCBS 368). Die bisherigen, noch aus dem Jahr 2004 stammenden „Principles for the management and supervision of interest rate risk“ (IRR Principles) wurden hiermit verändert. Daraus ergibt sich: 12,0 % Unterschreitung der anzustrebenden Eigenmittelkennziffer führt nicht automatisch zu aufsichtsrechtlichen Maßnahmen, aber zur Erhöhung der Aufsichtsintensität 10,5 % z. B. 1,5 % Stresszuschlag (NZU) (z. B.) 0,5 % (z. B.) 2 % 8 % Zuschläge für weitere wesentliche Risiken Zuschläge für ZÄR Adressrisiken Marktpreisrisiken OpRisk Abbildung 1: SREP Säule 1-Plus-Ansatz Stresspuffer Harte Eigenmittelkennziffer, die immer einzuhalten ist Säule 1 Plus Insgesamt sollten die Institute überprüfen, welche Risiken tatsächlich als wesentlich in der Säule 2 eingestuft werden, da die Aufsicht im SREP hierfür ebenfalls eine harte Eigenkapitalanforderung stellt. Zum Beispiel ist unseres Erachtens zu prüfen, ob das Vertriebsrisiko (Geschäftsrisiko) tatsächlich als eigenständige wesentliche Risikoart dargestellt wird oder ob es nicht zielführender ist, Damit verbunden ist eine erhöhte Erwartungshaltung der Aufsicht an den Risikomanagementprozess für das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch, der unter anderem die Generierung von Zinsschock-Szenarien und Modellierungsannahmen im variablen Geschäft betrifft. Erweiterte Offenlegungsverpflichtungen sollen zu einer verbesserten Konsistenz, Transparenz und Vergleichbarkeit im Zinsänderungsrisikomanagement führen. Dies schließt quantitative Offenlegungsverpflichtungen auf der Basis üblicher Zinsschockszenarien ein. Hervorzuheben ist der Begriff der „Ausreißerbank“, der in doppelter Hinsicht verschärft wurde: erstens wird die bisherige Schwelle von 20 Prozent Barwertverlust auf 15 Prozent gesenkt, und zweitens wird dieser barwertige Verlust auf das Kernkapital bezogen. Künftig sind sechs statt bisher zwei Zinsschock-Szenarien abzubilden (Parallelverschiebung nach oben; Parallelverschiebung nach unten; Versteilerung der Zinsstrukturkurve; Verflachung der Zinsstrukturkurve; kurzfristiger Zinsanstieg; kurzfristiger Zins- rückgang). Für die Ausreißerdefinition wird auf den höchsten Risikowert der sechs Szenarien abgestellt. 6 Vgl. Fußnote 4. 7 Vgl. hierzu Wimmer, Geschäfts-/Vertriebsrisiko: Definition und Überblick, in: FLF 01/2016, S. 6-11. NEWS 03/2016 I 17

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