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03 | 2016 NEWS

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Volle Aufmerksamkeit

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Volle Aufmerksamkeit MaRisk-Novelle 2016, SREP-Bescheide, BCBS 368 (IRRBB) von Prof. Dr. Konrad Wimmer Mit dem am 19. Februar 2016 veröffentlichten Entwurf zur Neufassung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement von Kreditinstituten (MaRisk) hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die 5. Novelle zur Ma- Risk eingeleitet. 1 Im Juni hat die BaFin hierzu einen Zwischenentwurf an die Bankwirtschaft versendet. Die nachfolgenden Ausführungen gehen davon aus, dass dieser der zum Zeitpunkt der Drucklegung noch nicht vorliegenden Endfassung weitestgehend entspricht. Außerdem werden die aktuell von der Bankenaufsicht versendeten SREP-Bescheide und die künftigen Regelungen zum Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch beleuchtet. MaRisk-Novelle 2016 Wie schon in den msgGillardon-News 02/2016 beschrieben, beinhaltet die Novelle 2016 im Unterschied zu anderen Novellen vermeintlich wenige markante Änderungen, jedoch von der Zahl her umfangreiche Neuerungen. Als markant sind insbesondere die Berücksichtigung des Baseler Papiers zur Risikodatenaggregation und Risikoberichterstattung (BCBS 239), die Verankerung einer angemessenen Risikokultur und die Verschärfung der Regelungen zu Auslagerungen im Modul AT 9 einzustufen. Von den mit dem Zwischenentwurf beabsichtigten Änderungen sind die Folgenden hervorzuheben: 1 Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): Konsultation 02/2016 – MaRisk-Novelle 2016 v. 19. Februar 2016. 14 I NEWS 03/2016

Unternehmenssteuerung t > > Die Begriffsfassung systemrelevanter Institute nach MaRisk folgt der KWG-Definition (vgl. auch global systemrelevante Institute =§ 10f KWG; anderweitig systemrelevante Institute = § 10g KWG). 2 Der Begriff „große und komplexe“ Institute wurde entsprechend durch systemrelevante Institute ersetzt. > > AT 4.1 (Risikotragfähigkeit – RTF) wird zu Präzisierungen und Ergänzungen führen: Gegenüber dem bisher veröffentlichten Entwurf wird – bezogen auf die Methodenentwicklung und Validierung – die angemessene Unabhängigkeit anstelle der zunächst geforderten prozessualen und organisatorischen Trennung genügen (AT 4.1 Tz. 10). Stützt sich die Risikoermittlung auf Berechnungen Dritter, was in der Praxis häufig in Zusammenhang mit Fonds zutrifft, so müssen sich die Institute hierzu aussagekräftige Informationen (wesentliche Annahmen und Parameter) vorlegen lassen (AT 4.1 Tz. 9). > > Die in Anlehnung an BCBS 239 formulierten Anforderungen an die Risikodatenaggregation (AT 4.3.4) gelten zwar ausschließlich für global systemrelevante und anderweitig systemrelevante Institute (AT 1 Tz. 6). Gleichwohl müssen sich auch die nicht unmittelbar betroffenen Institute mit der Erwartungserhaltung der Aufsicht auseinandersetzen, dass Risikoberichte kurzfristig, das heißt im Regelfall innerhalb von zwei Wochen, erstellt werden müssen. Das neue Modul BT 3 Anforderungen an die Risikoberichterstattung betrifft demzufolge auch alle Institute. Neu ist gemäß des nun vorliegenden Zwischenentwurfs, dass hier die Berichtspflichten der Compliance- Funktion (mindestens jährlich sowie anlassbezogen) und des zentralen Auslagerungsmanagements in die entsprechenden MaRisk-Abschnitte verschoben wurden (AT 4.4.2 Tz. 7, AT 9 Tz. 13) und die ursprünglich vorgesehene Berichterstattungspflicht der Markt- und Handelsbereiche gestrichen wurde. 2 Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank 07/2016, S. 66: „Ein Institut gilt als systemrelevant, wenn seine Zahlungsunfähigkeit das Funktionieren des Finanzsystems oder wesentlicher Teile davon gravierend beeinträchtigen würde und zudem negative Auswirkungen auf die Realwirtschaft hätte.“ 3 VGL. Artikel 6 SMM-Verordnung > > Die Outsourcing-Regelungen werden, bezogen auf Software, wie folgt präzisiert: Software, die zur Identifizierung, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Kommunikation der Risiken eingesetzt wird oder für bankgeschäftlichen Aufgaben wesentlich ist, ist als Fremdbezug einzustufen. Davon sind Unterstützungsleistungen beim Bezug, der Anpassung und dem Betrieb der Software, wie zum Beispiel Testvorgänge, abzugrenzen, die als Auslagerung zu qualifizieren sind (AT 9 Tz. 1). Der Auslagerung von Kontrollbereichen werden auch dem Zwischenentwurf zufolge enge Grenzen gesetzt: Outsourcing der Risiko- controlling-Funktion, der Compliance-Funktion und der Innenrevision ist nur bei unwesentlichen Tochter- instituten innerhalb einer Institutsgruppe zulässig, wenn das Mutterinstitut die Auslagerung übernimmt (AT 9 Tz. 5). Diese für die Leitung eines Instituts wichtigen Steuerungsinstrumente dürfen damit generell nicht dem direkten Zugriff des Instituts entzogen sein. SREP-Bescheid 2016 für LSI Im Juli hat die Bankenaufsicht die ersten SREP-Bescheide an die Less Significant Institutions (LSI) 3 versendet, die zu Eigenkapitalzuschlägen geführt haben. Der Eigenkapitalzuschlag setzt sich dabei aus zwei verschiedenen Zuschlägen additiv zusammen [vgl. nachfolgend a) und b)]. Er dient der Umsetzung des Säule-1-Plus-Ansatzes, der vereinfacht formuliert dazu dienen soll, die nicht schon in der Säule 1 über die CRR erfassten wesentlichen Risiken, die in der Säule 2 („MaRisk“) berücksichtigt werden, einem aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalzuschlag zuzuführen. Die Zuschläge erhöhen die bisherige harte Gesamtkapitalquote in Höhe von 8 Prozent (zum Beispiel von 8 Prozent auf 10,5 Prozent). a) Im besonderen Fokus der Aufsicht steht dabei die (indirekte) Eigenkapitalunterlegung des Zinsänderungsrisikos, das anhand des aufsichtsrechtlichen Zinsschocks („+/- 200 bp“) gemessen wird. Die Aufsicht legt dabei die folgende Matrix zugrunde (siehe Tabelle 1): NEWS 03/2016 I 15

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