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03 | 2015 NEWS

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Regulierung im Wettbewerb

u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung uns an dieser Stelle auf Veränderungen aufgrund makroökonomischer Trends, die sich mittels verschiedener Szenarien beschreiben lassen. Die Geschäftsmodellanalyse ist als eigene Säule im aufsichtsrechtlichen Überwachungsprozess neu. Jedoch ist sie nur die Weiterführung des aktuellen Trends der Aufsicht zur Analyse von multiperiodischen Geschäftsentwicklungen der Institute. Als prominentes Beispiel können hier der EZB-Stresstest sowie die Bundesbankumfrage zur Niedrigzinssituation genannt werden. Die Rahmenparameter werden im Folgenden dargestellt. 2 Szenarien der EZB-Stresstests Der erste EZB-Stresstest 2011 umfasste acht Quartale zwischen 2011 und 2012. Dementgegen war der Betrachtungszeitraum für den EZB-Stresstest 2014 mit zwölf Quartalen zwischen 2014 und 2016 deutlich länger. Für alle Institute galt eine gemeinsame Methodik, die zugrunde liegenden Annahmen deckten ein breites Spektrum von Risiken ab, wie zum Beispiel Kredit- und Marktrisiken, Verbriefungsforderungen sowie Länder- und Refinanzierungsrisiken. Um eine Konsistenz unter den Instituten zu gewährleisten, wurde die Methodik einer Reihe von Restriktionen unterworfen. Dazu gehörten eine angenommene statische Bilanz, vorgeschriebene Ansätze für das Marktrisiko und Verbriefungen sowie eine Reihe von Begrenzungen des Zinsergebnisses, der risikogewichteten Aktiva und des Handelsergebnisses. Dimension EZB 2011 EZB 2014 Grundannahmen (i) Persistente Staatsschuldenkrise (ii) Abwertung des US-$ gegen alle Währungen EU-BIP -0,4% (2011); 0% (2012) (Eurozone: -0,5%; -0,2%) EU-Inflation 1,5% (2011); 0,5% (2012) (i) Globales Ansteigen der Anleiherenditen (iv) Keine Möglichkeiten zur Bilanzerholung (ii) Weitere Verschlechterung der Kreditqualität in Ländern mit schwacher Nachfrage (iii) Anhalten aller politischen Reformen -0,7% (2014); -3,6% (2015); -5, % (2016) 0.3% (2011); 1.2% (2012) 0,6% (2014); 1,9% (2015 ); 2,9% (2016) Aktienkurse -14% -15% EU-Arbeitslosigkeit Immobilienpreise Nicht veröffentlicht -11% Tabelle 1: EZB-Stresstest - Szenarien im Überblick Im Rahmen des Aufbaus einer Geschäftsmodellanalyse werden die aufsichtsrechtlichen Parameter (vgl. Tabelle 1) einen wichtigen Orientierungspunkt zum Abgleich mit eigenen Szenarioannahmen darstellen. Bundesbankumfrage zum Niedrigzinsumfeld Das Länderrisiko wurde über niedrige Haircuts abgebildet, dabei wurde 2011 nur das Handelsbuch, im Jahr 2014 auch das Anlagebuch betrachtet. Ein Länderausfall zählte in keinem der beiden Stresstests zu den Annahmen. Das Liquiditätsrisiko wurde in beiden Stresstests nur indirekt über gestiegene Fundingkosten abgebildet. 2 Quelle: Bundesbank-Umfrage „Ertragslage und Widerstandsfähigkeit deutscher Kreditinstitute im Niedrigzinsumfeld 2015“ sowie Ausfüllhinweise (Anlage B). 3 Quelle: Michael Hünseler, Credit Portfolio Management, A Practitioner’s Guide to the Management of Credit Risks. Palgrave, 2013. Als weiterer Orientierungspunkt zur Stabilität eines Geschäftsmodells kann die Bundesbankumfrage zur Niedrigzinsphase dienen. Während sich das Zinsniveau seit einigen Jahren auf einem sehr tiefen Stand befindet, sind in einigen Regionen die Immobilienpreise stark gestiegen. Diese makroökonomische Situation beinhaltet für Banken nicht zu vernachlässigende Risiken, die zukünftig schlagend werden können. Dazu hat die Bundesbank zum wiederholten Mal eine Umfrage initiiert. Wie 2013 soll auch die diesjährige Umfrage Informationen zur künftigen Entwicklung der Ertragslage deutscher Kreditinstitute liefern. Im Mittelpunkt des bankaufsichtsrechtlichen Interesses stehen insbesondere die Fragen: 6 I NEWS 03/2015

Unternehmenssteuerung t > > Inwieweit könnte ein fortdauerndes Niedrigzinsumfeld die Ertragslage nachhaltig gefährden? > > Was sind die Auswirkungen eines plötzlichen Zinsanstiegs? > > Welche Folgen sind von negativen Zinssätzen zu erwarten? > > Welche Risiken birgt ein plötzlicher Anstieg der Ausfallwahrscheinlichkeit im Kreditgeschäft oder eine Erhöhung der Credit Spreads auf Marktrisikopositionen? Für eine Analyse der zukünftigen Ertragslage werden die bankinternen Plandaten der Institute für die Jahre 2015 bis 2017, eine Ertragsprognose für die Jahre 2018 und 2019 sowie die Jahresabschlussdaten von 2014 erhoben. Zur Vergleichbarkeit werden zusätzlich die hierbei zugrunde liegenden Annahmen erfragt. Tabelle 2 gibt einen Überblick über die vorgegebenen Szenarien. Dimension Plandaten Niedrigzins Positiver Zinsschock Negativer Zinsschock I Negativer Zinsschock II Kreditrisiko Marktrisiko Szenario Dynamische Entwicklung der Bilanz Ein im gesamten Prognosezeitraum andauerndes Niedrigzinsumfeld unter der Annahme einer per 31.12.2014 konstanten Bilanz Ein plötzlicher Zinsanstieg per 31.12.2014 um +200 Basispunkte parallel nach oben unter der Annahme einer per 31.12.2014 konstanten Bilanz Eine plötzliche Zinssenkung per 31.12.2014 um 100 Basispunkte parallel nach unten unter der Annahme einer per 31.12.2014 konstanten Bilanz Eine plötzliche Zinssenkung per 31.12.2014 um 100 Basispunkte parallel nach unten, jedoch ohne aufsichtsrechtliche Restriktionen hinsichtlich der Bilanzentwicklung Ein Anstieg der Ausfallwahrscheinlichkeiten der Schuldner in Verbindung mit einem Abschlag auf die Sicherheitenwerte (Anstieg der Ausfallwahrscheinlichkeit; 60% beziehungsweise 155%; Haircut auf den Beleihungswert von Sicherheiten (10% beziehungsweise 20% Ein signifikanter Anstieg der Credit Spreads (dauerhafte „Credit Spreads“-Anstiege, zum Beispiel AAA = 30bps; CCC = +1500bps) Tabelle 2: Szenarien der Bundesbankumfrage zur Niedrigzinsphase Die Behandlung der in der Bundesbankumfrage thematisierten Fragestellungen sind geeignet, akuten Handlungsbedarf für die Institute zu ermitteln. Zur Risikoprävention empfiehlt sich eine gezielte Analyse des Portfolios nach regionalen Konzentrationen, der Bewertung der Sicherheiten und der Kreditvergabeprozesse. Dadurch wird erhöhten Ausfallrisiken vorgebeugt, und das Institut kann sich durch die Identifikation von schlummernden Kreditrisiken vor möglichen Krisenentwicklungen schützen. Dies kann in der Geschäftsmodellanalyse zum institutsspezifischen Nachweis der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells eingesetzt werden. Wirkungsweise makroökonomischer Faktoren Im vorangegangenen Abschnitt wurden zwei Beispiele für aufsichtsrechtliche Vorgaben zur makroökonomischen Entwicklung vorgestellt. Im Rahmen der Geschäftsmodellanalyse müssen nun institutsindividuelle Szenarien und die Auswirkungen auf ein Institut abgeleitet und analysiert werden. Dazu sollte zunächst eine Einschätzung über den Stand des Konjunkturzyklus erfolgen. Dies kann anhand des Verhaltens von Zinsen und Aktienkursen sowie von Credit Spreads und Kreditrisiko in unterschiedlichen Phasen des Wirtschaftszyklus erfolgen (siehe dazu auch Abbildung 1): 3 Expansion (Erholung): In dieser Phase sind steigende Zinsen und eine striktere Geld- und Fiskalpolitik zu beobachten. Ein höheres Konsumentenvertrauen geht mit positiven Frühindikatoren einher. Ein Anstieg von Firmenübernahmen kann registriert werden. Dies wirkt positiv auf die Zinsen und Aktienkurse, das Kreditrisiko und die Credit Spreads fallen. Expansion (Überhitzung): In dieser Phase entstehen hohe Gewinnmargen, jedoch ist auch ein Ansteigen der Verschuldungskennzahlen zu verzeichnen. Anleiheschutzklauseln werden aufgeweicht , und es sind großvolumige kreditfinanzierte Firmenübernahmen zu beobachten. Dies führt zu einem weiteren Anstieg der Zinsen und Aktienkurse, jedoch steigen nun auch das Kreditrisiko und die Credit Spreads. NEWS 03/2015 I 7

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