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02 | 2017 public

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Schwerpunkt: Agilität und digitale Transformation

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Slow Static Fat Fast Dynamic Thin Zulieferer Partner Mitarbeiter Systems of Record Systems of Engagement Kunde Systeme (SoR) (SoE) Technologie Abbildung 5: Systems of Record und Systems of Engagement Was für sogenannte OpenData gilt, kann genauso für persönliche Daten, die nur einem explizit benannten Nutzerkreis zur Verfügung stehen, gelten. Der 18. Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD spricht bereits von einem Bürgerkonto: „Die Bürgerinnen und Bürger sollen auf Wunsch die Möglichkeit haben, einen einheitlichen Stammdaten-Account, ein sogenanntes Bürgerkonto, zu verwenden, um die Kommunikation mit der Verwaltung zusätzlich zu vereinfachen.“ Es ist also bereits von der Politik angedacht, dass die Verwaltung, die Bürgerdaten von Geburt an vorhält, diese bei Bedarf an Behörden weitergibt, wenn der Bürger dazu seine Einwilligung gibt. Daten sind einer der wesentlichen Treiber der digitalen Transformation. Eine staatlich organisierte Datenplattform würde einen digitalen Entwicklungsschub in der Verwaltung auslösen. Wenn Daten von Verwaltungsvorgängen zentral verfügbar sind, sind Querabfragen möglich. Steuer- und Rentendaten könnten für Berechtigte aus verschiedenen Verwaltungen bei Bedarf genauso eingesehen werden wie zum Beispiel Grundbuchinformationen sowie weitere für Verwaltungsvorgänge notwendige Daten – immer die Zustimmung des einzelnen Bürgers vorausgesetzt. Eine kostenlose Bereitstellung erhobener Daten erfolgt zwar teilweise bereits durch den Staat (OpenData). Doch um eine ökonomisch wertvolle Grundlage für Innovationen und neue Geschäftsmodelle darzustellen, werden noch zu wenig Daten bereitgestellt und diese auch nicht kontinuierlich gepflegt. Eine gute öffentliche Dateninfrastruktur wäre jedoch die Basis, Bürger in politische Prozesse einzubinden und gemeinsam mit der Zivilgesellschaft Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen wie die Energiewende, das Thema Einwanderung oder intelligente Verkehrssysteme zu entwickeln. Weiterhin könnte der Staat auch selbst von der Bereitstellung und Nutzung seiner Datenbestände profitieren. Die eigentliche Killerapplikation ist eine gemeinsame Plattform aus Daten und mit entsprechenden „Andockmöglichkeiten“. In einem solchen öffentlichen Datenraum wäre vieles möglich. Zum Beispiel eine Personalausweisverlängerung per Smartphone. Als Unterschrift und Nachweis der Identität kann ein Fingerabdruck-Scan ausreichen, vielleicht in Verbindung mit einem Livevideo, in dem ich die Beantragung per Ton und Bild mit meinem Smartphone aufnehme. Die Fingerabdruck-Scanner sind in modernen Smartphones eingebaut, mit ihnen authentifizieren sich Millionen von Menschen mehrfach täglich. Und jedes Smartphone verfügt auch über eine Kamera. Wenn die Identität des „Senders“ sichergestellt ist, kann der neue Ausweis dann automatisch zugestellt werden, die Bezahlung erfolgt automatisch, die Daten sind der Behörde ja bekannt, und die Einwilligung liegt vor. Die großen Internetkonzerne wie Amazon, Google, Facebook etc. sammeln permanent unsere Daten zu unserem Einkaufsverhalten, unserem Surfverhalten, unseren Vitaldaten und auch unsere Bewegungsdaten. Warum sollten wir dem Staat weniger vertrauen als den Internetriesen, wenn wir dafür als Kunden der öffentlichen Verwaltung unkomplizierten, unbürokratischen Zugang zu den Services des Staates erlangen? 5. These: Die Verwaltung der Zukunft braucht Spitzenkräfte für digitale Verwaltung In Zukunft wird es wahrscheinlich eine Verwaltungs-IT der zwei Geschwindigkeiten geben. Sogenannte Systems of Record (SOR) repräsentieren bestehende Geschäftsprozesse. Sie werden mit den bekannten IT-Ressourcen (ERP, CRM, HR etc.) abgebildet und genutzt von Mitarbeitern, die über Informationssysteme die Geschäftsprozesse ausführen, von Lieferanten/Zulieferern, die in die Geschäftsprozesse eingebunden sind, sowie von IT-Systemen, die in die Geschäftsprozesse integriert werden. Die IT-Prozesse 8 | .public 02-17 | Moderne Verwaltung

der SOR sind eher statisch und auf Langfristigkeit ausgelegt, zum Beispiel ERP- und Haushaltsmanagementsysteme, Registerverfahren oder RZ-Infrastrukturen mit großen Datenmengen. Die zugrunde liegenden Geschäftsprozesse verlaufen in der Regel linear, wie zum Beispiel Gehaltsabrechnungen. Die Systems of Engagement (SOE) stehen für die neuen digitalen Geschäftsprozesse und werden mit IT-Ressourcen wie Plattformansätzen und Multikanalzugängen abgebildet. Die Nutzer der SOE sind Kunden, die die neuen Angebote über ihre Endgeräte nutzen, sowie Partner, die in die neuen Geschäftsmodelle eingebunden werden. Die IT-Prozesse der SOE sind weitgehend schnell, dynamisch und auf Veränderungen ausgelegt, wie zum Beispiel Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung, die für Kunden der Verwaltung im Internet als Self-Service genutzt werden können (zum Beispiel Online-Antragstellungen) und auch innerhalb der Behörden durchgängig elektronisch bearbeitet werden. Dafür sind sehr gut ausgebildete Mitarbeiter notwendig, die die Möglichkeiten fortschreitender Digitalisierung souverän beherrschen. Die Beschäftigten der Verwaltung müssen über „E-Kompetenzen“ verfügen (oder sie erlernen), die auf spezifische Anforderungen und Vermittlungstiefen der unterschiedlichen zukünftigen Rollen abzielen. Doch die Bildungsangebote im Bereich E-Government decken diese Anforderungen weder qualitativ noch quantitativ ab. Laut einer Studie des IfG.CC 10 (2014) wiesen 53 % auf der verwaltungsbezogenen Studiengänge gar keinen Bezug zu E-Government auf. Die relevanten Studiengänge der Wirtschaftsinformatik sowie die juristischen Studiengänge mit E-Government-Bezug behandeln die Digitalisierung der Verwaltung als „Nischenthema“. Auch bei den Fort- und Weiterbildungen sieht es nicht viel besser aus. Die relevanten Angebote vermitteln unterschiedliche Kompetenzen ebenfalls meist mit juristischen Schwerpunkten. Dies hat sich zwischenzeitlich wahrscheinlich nicht geändert, ist aber angesichts der Herausforderungen im Zuge der fortschreitenden Technik und der wachsenden Erwartungshaltung der Kunden der Verwaltung unabdingbar. Was mit der Automatisierung von Arbeitsabläufen begonnen und in Form von IT-Unterstützung zur Effizienz beigetragen hat, ist auf dem besten Weg, bestehende Wertschöpfungsketten zu sprengen – die digitale Transformation schreitet rasant voran. Dank riesiger Datenmengen, Vernetzungen und digitaler Schnittstellen eröffnet sie Möglichkeiten für ganz neue Geschäfts-, aber auch Verwaltungsmodelle – und zwar solche, die jedes Potenzial haben, bisherige Modelle zu ersetzen oder stark zu verändern. Die Digitalisierung ist auf dem Weg, zur vierten industriellen Revolution zu werden. Sie verschiebt die Wertschöpfung des produzierenden Gewerbes zugunsten einfacher, standardisierter IT-Lösungen und wirkt sich damit beispielsweise auf den in Deutschland traditionell führenden Maschinenbau aus. Schon heute zeigt sich: Software wird der neue Maschinenbau – und somit entscheidend für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Zunehmend versuchen deutsche Unternehmen, verlorenen Boden gutzumachen, um angesichts der Übermacht zumeist amerikanischer Internetkonzerne ihr Geschäft zukünftig nicht zu verlieren. Doch ein politisches Konzept dafür ist nicht in Sicht. Zwar haben industrielle Revolutionen in der Vergangenheit vieles zum Besseren gewendet und allgemein den Wohlstand deutlich erhöht, doch wurden große industrielle Umbrüche immer auch von starken Unsicherheiten und Unruhen begleitet. Auch heute sorgen die Veränderungen in Deutschland und anderswo für Verunsicherung und werfen wichtige gesellschaftliche und kulturelle Fragen auf. Deutschland täte also gut daran, sich diesem Thema jetzt mit aller Kraft zu stellen. Ein guter Indikator dafür wäre das Forcieren der digitalen Transformation der öffentlichen Verwaltung. E-Government nur als Aufgabe der kommunalen Verwaltungsebenen zu verkaufen, ist dabei keine Lösung. In den nächsten Ausgaben der .public werden wir diese Thesen im Detail beleuchten.• ANSPRECHPARTNER – JÜRGEN FRITSCHE Leiter Branche Public Sector FAZIT 10 The Potsdam eGovernment Competence Center Moderne Verwaltung | .public 02-17 | 9

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