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02 | 2017 public

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Schwerpunkt: Agilität und digitale Transformation

ÜBER DIE DVZ M-V GMBH

ÜBER DIE DVZ M-V GMBH Die DVZ M-V GmbH ist der IT-Dienstleister der Landesverwaltung M-V mit Sitz in Schwerin. Gesellschafter der eigenständigen GmbH ist das Land Mecklenburg-Vorpommern. Den Vorsitz im Aufsichtsrat hat die Staatssekretärin des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern und CIO des Bundeslandes Frau Ina-Maria Ulbrich. Als langjähriger und kompetenter Partner des öffentlichen Sektors beschäftigen uns schon heute Fragen, die moderne Verwaltungsabläufe und -prozesse einer vernetzten Gesellschaft von morgen ausmachen werden. Die Antworten darauf finden unsere hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Kompetenzen nutzen, um Verwaltungsaufgaben, Menschen und Systeme zusammenzubringen. Diese Anwendungen sind durch die DVZ M-V GmbH mit der gleichen Qualität zu betreiben, die auf Standards beruhen. Wir sind uns einig, dass effizienzsteigernde Maßnahmen erst entstehen können, wenn auf ein standardisiertes Lösungsportfolio zurückgegriffen werden kann. Wenn aber die Bundesländer einheitliche Applikationen für ihren Betrieb vorgeben, entsteht dadurch ein Skaleneffekt auf Bundesebene, obwohl möglicherweise der Landesbetrieb in der ersten Bewertung den Effekt nicht deutlich machen kann. msg: Die Kooperation von IT-Dienstleistungszentren könnte Potenzial für Effizienzgewinne bieten. Welche Kooperationen hat das DVZ mit anderen IT-DLZ bei Bund, Ländern oder Kommunen? Ludwig: Wir stellen durch die tägliche Arbeit fest, dass im Bereich von Kooperationen auf jeden Fall noch Luft nach oben ist. Sowohl die Kapazitäten der zur Verfügung stehenden Rechenzentren in Deutschland als auch der Personalressourcen würden bei neuen Betriebsmodellen und entsprechender fachlicher Kooperation Chancen für Potenzialgewinn bieten. Diese Aufgabe können die Dienstleister nur bedingt unter sich vereinbaren, hierfür sind rechtliche und politische Rahmenbedingungen grundlegende Voraussetzungen. Auch die Dienstleister sind an das europäische Vergaberecht gebunden und können nicht – wie Industrieunternehmen – einfach zusammenarbeiten. Ich denke, dass in der Zukunft durch zentrale Lösungsangebote des Bundes und die Spezialisierung der Datenzentralen mehr Kooperationen möglich werden, als das heute der Fall ist. Wir versuchen permanent, Lösungsangebote des Marktes und deren Best-Practice-Beispiele auf die Verwaltung zu übertragen. msg: Kooperation ist die eine Seite, Wettbewerb die andere. Gibt es einen Wettbewerb zwischen den einzelnen IT-DLZ? Ludwig: Nein, ich glaube nicht, dass die Datenzentralen untereinander einen richtigen Wettbewerb haben. Die Individualität der Verwaltungen in Bund und Ländern beginnt sich erst langsam zu verändern. Das Setzen von Standards unter Verzicht auf Individuallösungen wird die Zukunft bestimmen. Die modernen technischen Möglichkeiten und deren Nutzung durch die Industrie und die Bürger werden auch in der Verwaltung dazu führen, digitale Lösungsangebote vom Antrag bis zum Bescheid anzubieten, um im Wettbewerb mit großen Anbietern nicht abgehängt zu werden. Meiner Meinung nach liegt die Zukunft für die Datenzentralen in einer Spezialisierung und Neuausrichtung. Je mehr es den Verwaltungen gelingt, zu kooperieren, desto eher besteht die Möglichkeit, dass die Datenzentralen sich auf spezifische Segmente der Verwaltung konzentrieren und als Cloudlösung anbieten. Die besonderen Bedingungen der Rechtskonformität und des Datenschutzes sind wichtige begleitende Erfolgsfaktoren. msg: Die Lösung heißt also Spezialisierung? Ludwig: Ja. Das ist aber heute politisch noch nicht durchzusetzen. msg: Sie organisieren auf europäischer Ebene den Austausch im Rahmen von Euritas. Sehen Sie Potenziale für den Leistungsaustausch auf europäischer Ebene? Ludwig: Ja. Die DVZ M-V GmbH und das Bundesrechenzentrum Österreich sind die Initiatoren für die Gründung einer europäischen Gesellschaft, deren Ziel es ist, öffentlich-rechtliche Dienstleister im EU-Kontext zu koordinieren und Schwerpunkte auf die gemeinsame Entwicklung von Services und Applikationen zu legen. Derzeit hat die Euritas einen Gutachterstatus auf EU-Ebene und wird als fachkompetenter Partner bei der Beurteilung von Fachkonzepten, bei Förderprogrammen angefragt. Ziel dieser Fragen ist immer eine realistische Einschätzung auf Umsetzungsfähigkeit und Effizienzgewinn in Verwaltungsprozessen. Ein länderübergreifendes Lösungsportfolio und rechtskonformes Handeln kann nur erreicht werden, indem alle Mitgliedsländer 12 | .public 02-17 | Interview

ihre Best-Practice-Erfahrungen durch die Dienstleister in der Euritas einbringen. Die Sitzungen der Euritas finden jeweils in den Mitgliedsländern der EU statt. Der intensive Erfahrungsaustausch führt dazu, dass Lösungen aus Dänemark und den Niederlanden zur Nachnutzung in Deutschland und Österreich genutzt werden können. Bei diesen Diskussionen werden auch die organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen diskutiert und bewertet. Für die Jahre 2017 und 2018 bin ich als gewählter Präsident der Euritas für die Arbeit der Organisation verantwortlich und darf nicht nur einen „deutschen Blick“ auf die Tagesordnung haben. 2019 wechselt die Position auf ein anderes Mitgliedsland, das damit die Möglichkeit erhält, seine Entwicklungsschwerpunkte in der Euritas zu stärken in den Fokus zu bringen. Mit diesem Rotationsprinzip wird sichergestellt, dass alle Länder ihre eigenen Schwerpunkte für die Arbeit in der Organisation setzen können. msg: Gibt es konkrete Beispiele für Dienstleistungen, die ausgetauscht werden? Ludwig: Ja. Das erste Angebot kam von unseren dänischen Kollegen, die eine Dropbox-Lösung in der Cloud zur Nutzung angeboten haben. msg: Es geht also mehr um die Abstimmung gemeinsamer Methoden als um die Leistungserbringung? Ludwig: Genau. msg: Aber es gibt immer mehr europäische Verfahren, zum Beispiel aus dem Bereich Güterkraftverkehr. Wäre es denn in Zukunft denkbar, dass solche Register zentral geführt werden, zum Beispiel vom DVZ? Ludwig: Ja, genau das ist auch unsere Zielstellung. Länderübergreifende Verwaltungs- und Genehmigungsprozesse werden mit Fortschreiten der Cloudtechnologien Entscheidungs- und Genehmigungsstrukturen verändern. Im Moment gibt es Cloudservices fast ausschließlich von amerikanischen Lieferanten und Herstellern. Diesen Lösungen gegenüber bleibt eine gewisse Grundskepsis. Deutsche Verwaltungen werden nicht ohne Rahmenbedingungen und Sicherheitsvorkehrungen diese Lösungsangebote für ihre Kernaufgaben annehmen. Ich freue mich, dass die nationale eGovernment-Strategie unter anderem TRUSTED-Cloudlösungen für die deutsche Verwaltung definiert. Wir sind als Dienstleister gefordert, Serviceangebote zu entwickeln, die sieben Tage die Woche/24 Stunden/365 Tage genutzt werden können. Den Wettbewerb mit großen Anbietern sehen wir als besondere Herausforderung. msg: Sie haben ein starkes Leistungsportfolio, und Sie messen sich mit der Industrie. Mit welcher Infrastruktur arbeiten Sie? Ludwig: Wir haben ein gespiegeltes Tier-3-Klasse-Rechenzentrum und sind nach ISO 27001 BSI-Grundschutz zertifiziert. Wir betreiben ein flächendeckendes, breitbandiges eigenes Landesverwaltungsnetz, das wir auch komplett administrieren. Aktuell können wir 10 Giga-Bit-Geschwindigkeiten realisieren. Das Netz wird permanent modernisiert und ausgebaut. msg: Bei dieser Leistungsfähigkeit könnten Sie ja eigentlich auch Services aus der Cloud anbieten. Ludwig: Ja, über dieses Lösungsportfolio verfügen wir. Leider noch beschränkt auf das eigene Bundesland. Fast alle Fachapplikationen in Mecklenburg-Vorpommern werden zentral betrieben. Die Nutzer sind über ganz M-V verteilt und greifen über das Hochgeschwindigkeitsnetz CN LAVINE auf ihre Anwendungen zu. Die Vernetzung der einzelnen Fachapplikationen und die Erweiterung ihrer Funktionalitäten führen zu neuen Serviceangeboten für die Verwaltung. Wir sprechen in diesem Zusammenhang ungern von Cloudlösungen, auch wenn diese Dienste ortsunabhängig zu jeder Zeit von jedem Ort in M-V variabel nutzbar sind. Erst wenn diese Services länderübergreifend genutzt werden können, beurteilen wir das nach eigenem Ermessen als Cloudlösung. Unsere Herausforderung besteht darin, die steigenden Sicherheitsanforderungen mit diesen Nutzungsmöglichkeiten parallel weiterzuentwickeln. Kriminalität und Missbrauch sind erheblich gestiegen. Wir begegnen diesen Anforderungen mit einer entsprechenden Cyberstrategie in M-V und unterstützen unsere Staatsanwaltschaft mit einem neu aufgebauten Bereich IT-Forensik, der sich mittlerweile auf die Analyse von Hardware, Smartphones und Navigationsgeräte erstreckt, um straftatrelevante Sachverhalte zu ermitteln – ein neues Marktsegment mit extremen Wachstumsraten. msg: Wenn Sie eine Prognose abgeben müssten: Was meinen Sie, wo die IT-Dienstleistungszentren beziehungsweise die DVZ M-V GmbH in fünf Jahren stehen werden? Ludwig: Ich sehe im Moment die größte Herausforderung darin, Verwaltungsprozesse und Technologie abzugleichen. Die technologischen Veränderungen verlaufen gerade so rasant, dass die Verwaltung in ihrer Organisation und in ihrem Arbeitsablauf größten Herausforderungen ausgesetzt ist. Nur mithilfe von Prozessorganisation kann dem wirkungsvoll begegnet werden. Von der Möglichkeit, über eine Aufgaben- und Zweckkritik Interview | .public 02-17 | 13

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Die Bandbreite unterschiedlicher Branchen- und Themenschwerpunkte decken im Unternehmensverbund eigenständige Gesellschaften ab: Dabei bildet die msg systems ag den zentralen Kern der Unternehmensgruppe und arbeitet mit den Gesellschaften fachlich und organisatorisch eng zusammen. So werden die Kompetenzen, Erfahrungen und das Know-how aller Mitglieder zu einem ganzheitlichen Lösungsportfolio mit messbarem Mehrwert für die Kunden gebündelt. msg nimmt im Ranking der IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen in Deutschland Platz 7 ein.


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