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02 | 2017 public

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Schwerpunkt: Agilität und digitale Transformation

„EIN ENGER

„EIN ENGER BUDGETRAHMEN ZWINGT ZUM NACHDENKEN“ Gespräch mit Hubert Ludwig, Geschäftsführer der DVZ Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern GmbH, am 19.05.2017 zum Thema IT 4.0 in der öffentlichen Verwaltung msg: Die DVZ Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern GmbH (DVZ M-V GmbH) existiert nun seit 25 Jahren. Damals war von einem IT-Dienstleistungszentrum noch nicht die Rede. Bitte schildern Sie uns doch kurz die Entwicklung. Ludwig: Gerne. Das Datenverarbeitungszentrum (DVZ) wurde bereits 1967 als Maschinelles Rechnen gegründet. Angefangen hat es mit der Lochkarten- und Lochstreifentechnik. Das war ja der Beginn der maschinellen Datenverarbeitung. Nach der Wende gab es in Mecklenburg-Vorpommern in Neubrandenburg, Rostock und Schwerin jeweils ein „DVZ“. Das ist zurückzuführen auf die Strukturen in den neuen Bundesländern. Alle Bezirksstädte hatten ein sogenanntes Bezirksrechenzentrum, das für die Verwaltung, aber auch für die Industrie gearbeitet hat. msg: Diese Rechenzentren haben auch für die Industrie gearbeitet? Das ist interessant, in den alten Bundesländern gab es so etwas nicht. Ludwig: Ja, jedes Datenverarbeitungszentrum hatte eine spezifische Branche. Neubrandenburg beispielsweise die Öl- und Tankstellenindustrie. Unser DVZ in Schwerin hatte die Branchenausrichtung Landwirtschaft, Handel und Gesundheitswesen, so 10 | .public 02-17 | Interview

zum Beispiel die Verantwortung für das Nationale Krebsregister. Die Kollegen in Magdeburg hatten eine spezifische Ausrichtung für den Kunden Deutsche Post. Letztendlich hat diese Ausrichtung dann auch den Ausschlag dafür gegeben, welches der Rechenzentren nach der Wende von der Treuhand an interessierte Kunden verkauft worden ist. Wer einen Bereich hatte, der in den alten Bundesländern bereits abgedeckt war, wurde im Regelfall dort aufgenommen und in die bestehende Firmenstruktur integriert. Wir haben noch relativ lange für die Landwirtschaft gearbeitet, aber durch die Nähe zu Hamburg und Lübeck mussten wir schnell entscheiden, welche Zukunftsausrichtung für das DVZ die richtige ist. Anfänglich haben wir uns an den Branchen Industrie und öffentliche Verwaltung orientiert. msg: Das DVZ ist eine GmbH. Wie ist es dazu gekommen? Ludwig: Die Rechtsform GmbH ist darauf zurückzuführen, dass nach der Wende alle Betriebe zu einer GmbH wurden. Das Schicksal des DVZ wurde wesentlich davon bestimmt, dass Schwerin die Landeshauptstadt wurde. Mit dieser Entscheidung konzentrierte sich auch das Portfolio des DVZ am öffentlichen Dienst. Schließlich wurden wir vom Land Mecklenburg-Vorpommern von der Treuhand gekauft. msg: Die Wahl der Rechtsform war also keine strategische Entscheidung? Ludwig: Selbstverständlich. Mit dem Kauf der GmbH stand das Land vor der Entscheidung, das Landesrechenzentrum in Form der GmbH weiterzubetreiben oder in eine Behörde beziehungsweise öffentlich-rechtliche Institution zu überführen. Ausschlaggebend dafür war das Rechts- und Organisationsgutachten der Ludwig-Maximilians-Universität und BPU – Betriebswirtschaftliche Projektgruppe für Unternehmensentwicklung GmbH in München –, die eine Empfehlung zur Rechtsform der GmbH ausgesprochen haben. Als Begründung wurden die Dynamik der IT-Branche, der höhere Markt- und Wettbewerbsdruck sowie die bessere Flexibilität genannt. Auf dieser Grundlage entstand letztendlich die „DVZ Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern GmbH“ als Landesdienstleister. Mit dem DVZ-Gesetz wurden die Aufgaben für den Landesdienstleister in Bezug auf seine eigene Verwaltung, aber auch das Drittmarktgeschäft für Industrie und Bundesebene neu geregelt. Heute existieren ergänzende EU-Bestimmungen, die sich ebenfalls mit dieser Regelungslücke beschäftigen mussten. Die GmbH fällt unter die deutsche Handels- und Steuergesetzgebung, ist mehrwertsteuerpflichtig, für ihre Entwicklung und Ergebnissteuerung selbst verantwortlich und dem Land Mecklenburg-Vorpommern als 100-prozentiger Gesellschafter berichtspflichtig. Zu unseren Kunden zählen wir mit Stolz auch Bundesbehörden, Verwaltungen anderer Bundesländer, die Bundeswehr und Industriekunden. Dieser Anteil darf aber – gemessen am Gesamtumsatz – nach europäischer Rechtsprechung 20 Prozent nicht übersteigen. msg: Dazu gehört auch Benchmarking – ein wichtiger Punkt, der auch im Berliner eGovernment-Gesetz enthalten ist. Wie ist das bei Ihnen? Ludwig: Den ersten Nachweis zur Leistungsfähigkeit des Unternehmens erhalten wir dadurch, dass wir als Teilnehmer im Wettbewerb auf öffentliche Ausschreibungen ein Angebot abgeben und den Zuschlag nur erhalten, wenn Leistungs-, Qualitäts- und Preisparameter stimmig sind. Um diese Flexibilität zu erhalten, führen wir Benchmarks, ausschließlich mit einer Peer-Gruppe aus der Industrie, durch. Leider ist der Vergleich mit Landesrechenzentren in öffentlich-rechtlicher Unternehmensstruktur bei fehlender Kosten- und Leistungsrechnung nicht möglich. Grundlage unseres Portfolios bildet ein Servicekatalog, der auch von Unternehmen der privatwirtschaftlich orientierten IT-Branche verwendet wird. Damit ist unsere Leistung am Markt vergleich- und bewertbar. msg: Das heißt, Sie haben einen Leistungskatalog, der sich an industriellen Maßstäben orientiert. Wie weit gehen Sie dabei auf individuelle Wünsche ein – besonders auf solche, von denen Sie wissen, dass sie eigentlich nicht sinnvoll sind? msg: Das war damals ja ziemlich revolutionär. Ludwig: Ja, damals schon. Aber die GmbH hatte mit ihrem Profil und der fehlenden rechtlichen Abdeckung bei ihren öffentlich-rechtlichen Kunden nicht nur Unterstützer. Gerade im Bereich hoheitlicher Aufgaben wurde eine Regelungslücke deutlich, die dann im Jahr 2000 durch das DVZ-Gesetz geschlossen wurde. Ludwig: Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Die DVZ M-V GmbH wurde als Dienstleistungszentrum des Landes M-V gegründet, um die Verwaltung mit hochwertigen Dienstleistungen zu versorgen. Ausschlaggebend für das Leistungsangebot sind nicht allein Standards des Marktes oder Vorstellungen der Landes-GmbH, sondern auch zunehmend in der Bund-Länder-Kommission der einzelnen Fachressorts entwickelte Applikationen. Interview | .public 02-17 | 11

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