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02 | 2016 public

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Mythos oder WahrheIT

Verfügbarkeitsklasse

Verfügbarkeitsklasse Downtime im Monat/Jahr Verfügbarkeitsklasse 1 Unter 99 % = 438 Minuten/Monat bzw. 7:18:18 Stunden/Monat = 87,7 Stunden/Jahr, d. h. 3 Tage und 15:39:36 Stunden Verfügbarkeitsklasse 2 99 % = 438 Minuten/Monat bzw. 7:18:18 Stunden/Monat = 87,7 Stunden/Jahr, d. h. 3 Tage und 15:39:36 Stunden Verfügbarkeitsklasse 3 99,9 % = 43:48 Minuten/Monat oder 8:45:58 Stunden/Jahr Verfügbarkeitsklasse 4 99,99 % = 4:23 Minuten/Monat oder 52:36 Minuten/Jahr Verfügbarkeitsklasse 5 99,999 % = 26,3 Sekunden/Monat oder 5:16 Minuten/Jahr Verfügbarkeitsklasse 6 99,9999 % = 2,63 Sekunden/Monat oder 31,6 Sekunden/Jahr Abbildung 1: Was bedeuten die Verfügbarkeitsklassen? Monitoring wie bei Google, Netflix, Facebook oder Amazon ist meistens von Behörden nicht gewünscht. Jedoch ist es auch für Stakeholder in Behörden durchaus sinnvoll, sich mit diesem Konzept zu beschäftigen. Business Process Monitoring kann sogar bei einem verhältnismäßig überschaubaren Beispiel – dem Bürgerservice-Portal der Landeshauptstadt München – sinnvoll eingesetzt werden. Das Bürgerservice-Portal der Landeshauptstadt München ist eine assistentengestützte (Wizzard-)Anwendung, mit deren Hilfe Bürger Anträge in digitaler Form beim zuständigen Referat abgeben können. Durch das Monitoring der vom User besuchten URLs könnte zum Beispiel ein bestimmter Schritt im Wizzard identifiziert werden, bei dem überdurchschnittlich viele User nicht mehr weiterkommen. Daraufhin könnte dieser Schritt von Usability-Experten auf seine Benutzerfreundlichkeit untersucht und optimiert werden. Durch Produkte wie Google Analytics wird dieses Verfahren bei nahezu jeder bekannten Internetseite bereits erfolgreich angewendet. Viele Verantwortliche in den Referaten lehnen ein solches Tracking aus Datenschutzgründen ab oder sind noch nicht von der Notwendigkeit überzeugt. AUTOMATISIERUNG WIE BEI AMAZON Ein Paradebeispiel für Hochverfügbarkeit sind der Onlineshop und die Cloud-Infrastruktur (AWS) des Handelsriesen, die einen großen Anteil an den Gesamtumsätzen ausmachen. Vor Weihnachten droht dem Händler jedes Jahr ein riesiger Ansturm, doch dank umfangreicher Metriken kennt das Unternehmen die zu erwartende Last. Sollten die Ressourcen zur Neige gehen, können automatisch bis zu tausend Server dazugeschaltet werden, indem ein Rückgriff auf das Monitoring und die zuvor gesammelten Metriken im Sinne eines Elastic Load Balancing erfolgt. Im Hintergrund wird automatisch ein neuer Server mit Software provisioniert. Nach Weihnachten kann Amazon die Infrastruktur wieder automatisch zurückbauen, in Echtzeit, ohne manuelle Eingriffe. Je nach Anforderung können Unternehmen und Behörden so Ressourcen per Autoskalierung vervielfältigen, mittels automatisierter Provisionierung lässt sich die Qualität sicherstellen. Bereits errechnete Ergebnisse werden per Caching zwischengespeichert, wodurch weiterer Aufwand eingespart werden kann. Das Load Balancing bindet als Schlüsseltechnik alles zusammen. So wie Virtualisierung den Rumpf darstellt, ist Load Balancing der Kopf des Systems, der Ressourcen automatisch nach Last abfragt und so eine echte Hochverfügbarkeit sicherstellt. Die meisten Systeme und Komponenten sind Open Source. Unternehmen und Behörden sollten daher Partner wählen, die 36 | .public 02-16 | Informationstechnologie

FÜNF MYTHEN ZUR HOCHVERFÜGBARKEIT 1. Hochverfügbarkeit ist nur für große Unternehmen relevant: Stimmt nicht – hochverfügbare Geschäftsprozesse und Komponenten sind für alle Unternehmen und Behörden relevant. Nicht jeder Geschäftsprozess, nicht jede Komponente muss hochverfügbar ausgelegt sein. Jedoch gibt es Geschäftsprozesse, die hochverfügbar und ausfallsicher implementiert sein müssen – welche Geschäftsprozesse das sind und wie die Hochverfügbarkeit sichergestellt wird, muss jedes Unternehmen und jede Behörde selbst entscheiden. 2. Hochverfügbarkeit ist teuer und aufwendig zu administrieren: Stimmt nicht – hochkomplexe Clusterlösungen sind nicht immer der geeignete Weg, um Hochverfügbarkeit sicherzustellen. Meist reicht es, einige zusätzliche Server zu provisionieren und diese im Standby zu betreiben. Fallen Server aus, ändert der Load Balancer den Traffic automatisch. Hochverfügbarkeit kann auch sehr günstig umgesetzt werden. 3. Cluster bieten ausreichend Sicherheit: Stimmt nicht – Cluster arbeiten im Störungsfall auch nicht völlig unterbrechungsfrei. Tritt eine Störung auf, so muss sich der Cluster erst von der Störung erholen. Dadurch kann es je nach Komplexität der Anwendungslandschaft mehrere Minuten bis Stunden dauern, bis ein System wieder korrekt funktioniert. Je nach Ausfallszenario können auch Inkonsistenzen auftreten, die manuell beseitigt werden müssen. Clusterlösungen alleine bieten nicht ausreichend Sicherheit. Auch die Softwarearchitektur muss fehlertolerant und ausfallsicher entworfen und implementiert sein. 4. Virtualisierung macht Hochverfügbarkeit überflüssig: Stimmt nicht – Virtualisierung ermöglicht eine höhere Flexibilität und Abstraktion der physikalischen Hardware durch virtuelle Hardware. Somit kann durch Virtualisierung flexibler und schneller auf Ausfälle reagiert werden. Virtualisierung macht aber Hochverfügbarkeit nicht überflüssig – sie unterstützt bei der Implementierung. 5. Hochverfügbare Systeme basieren auf proprietären Technologien: Stimmt nicht – ein Großteil der hochverfügbaren Technologien ist Open Source und kann unter benutzerfreundlichen Lizenzen benutzt, erweitert und unter Sicherheitsaspekten auditiert werden. guten Support bieten und mit einem zuverlässigen Systemintegrator zusammenarbeiten, der Prozesse um die Software herumbaut und die Anforderungen versteht. Das Konzept der Provisionierung wird bereits erfolgreich beim BVA in Köln eingesetzt. Auch der IT-Dienstleister der Landeshauptstadt München IT@M setzt das Framework „Puppet“ erfolgreich ein. Eine so weitreichende Automatisierung, die das automatische Skalieren von Clustern ermöglicht, ist bei den meisten Anwendungen im Public Sector nicht notwendig. Jedoch bietet das E-Government-Gesetz viel Potenzial zur Veränderung. IT-Entscheider sollten gerade im Hinblick auf das E-Government-Gesetz diese Konzepte im Hinterkopf behalten. FAZIT Doch ohne Einsicht gibt es keine intelligenten Konzepte. Monitoring ist deshalb unausweichlich. Ist einmal bekannt, nach welchen Regeln ein System funktioniert, kann die Automatisierung der IT im Unternehmen oder bei einer Behörde aufgebaut werden. Sind die IT-Prozesse ausreichend automatisiert und dokumentiert, so ist der Weg zu einer hochverfügbaren und qualitativ hochwertigen IT-Landschaft nicht mehr weit.• ANSPRECHPARTNER – RAFAEL KANSY Senior IT Consultant msg Applied Technology Research • +49 160 90218654 • rafael.kansy@msg-systems.com Es liegt nun an den Unternehmen, Behörden und den IT-Entscheidern, zu reflektieren, wie viel sie über ihre Systeme wissen und wo die kritischen Bereiche liegen, für die sich eine Investition in Hochverfügbarkeit lohnt. Die beschriebenen Konzepte lassen sich auch in Teilen umsetzen, je nach Geschäftsanforderungen und Budget. Nicht jeder Businessprozess ist geschäftskritisch, nicht alle Vorgänge bedürfen eines umfangreichen Monitorings. Informationstechnologie | .public 02-16 | 37

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