Aufrufe
vor 2 Jahren

02 | 2016 public

  • Text
  • Lizenzaudit
  • Verwaltungsarbeit
  • Mythos
  • Verwaltung
  • Realisierung
  • Gateway
  • Entwicklung
  • Databord
Mythos oder WahrheIT

DIE QUAL DER WAHL

DIE QUAL DER WAHL Hermes, V-Modell XT, S-O-S-Methode oder Bundesvorgehensmodell – Projektmanagement für die öffentliche Verwaltung im Vergleich. | von DR. CHRISTOF BORN Erfolgreiche Projekte sind die Grundlage für erfolgreiche Änderungsprozesse. Um das Risiko des Scheiterns von Projekten zu minimieren, werden etablierte Projektmanagementmethoden (PM-Methoden) und Best Practices eingesetzt. Das garantiert zwar nicht den Projekterfolg, macht ihn aber um einiges wahrscheinlicher – und es schafft Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Es haben sich verschiedene PM-Methoden mit signifikanter Verbreitung entwickelt, auch speziell für den öffentlichen Sektor. Interessant ebenfalls die Situation im deutschsprachigen Ausland: Denn auch die Schweiz und Österreich nutzen (eigene) standardisierte PM-Methoden. Dieser Artikel stellt die wichtigsten (das heißt die am meisten verbreiteten) Ansätze vor und vergleicht deren wesentliche Merkmale. WELCHE METHODEN GIBT ES? Im Wesentlichen gibt es drei große „Schulen“ der Projektmanagementmethoden: • Project Management Institute (PMI) • International Project Management Association (IPMA) mit ihrem deutschen Vertreter, der Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) • Office of Government Commerce 1 (OGC) mit der PM-Methode PRINCE2 Neben diesen weltweit verbreiteten Standards haben die meisten großen Organisationen eigene PM-Methoden entwickelt (Siemens etwa PM@SIEMENS, CSC die Methode SM CSC Catalyst oder msg die Methode PROFI). IT-PROJEKTMANAGEMENT IM ÖFFENTLICHEN SEKTOR Projekte des öffentlichen Sektors weisen im Vergleich zu solchen von Wirtschaft und Industrie eine weitere Zielsetzung auf: Neben inhaltlichen Zielen steht die Umsetzung von gesetzlichen Vorgaben im Fokus. Es ist daher zwingend erforderlich, dass Projekte mit großer Sorgfalt durchgeführt werden. Daher haben sich für den öffentlichen Sektor in Deutschland weitere Methoden zu De-facto-Standards etabliert: • V-Modell XT • S-O-S-Methode Das V-Modell XT ist ein flexibles Modell zum Planen und Durchführen von Systementwicklungsprojekten. Die S-O-S-Methode ist der Standard für das Projektmanagement von IT-Großprojekten in der öffentlichen Verwaltung. In der Schweiz wird die PM-Methode HERMES eingesetzt, die Projektmanagementmethode für Projekte in den Bereichen • Informatik, • Entwicklung von Dienstleistungen und Produkten sowie • Anpassung der Geschäftsorganisation. Österreich nutzt das „Bundesvorgehensmodell für die Entwicklung von IT-Systemen“ (IT-BVM). Im Folgenden werden die Methoden zum IT-Projektmanagement speziell für den öffentlichen Sektor kurz vorgestellt. Da die einzelnen Methoden recht umfangreich sind, werden die Gemeinsamkeiten und Unterschie- 1 Eigentümer von PRINCE2 ist heute die AXELOS Ltd. 18 | .public 02-16 | Management

de nur skizziert. In Tabelle 1 sind Verweise zu den vollständigen Dokumentationen angegeben. Deutschland: V-Modell Das V-Modell wurde ursprünglich 1986 von der IABG (der damals noch bundeseigenen Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH) entwickelt. Das V im Namen symbolisiert die einzelnen Schritte der Methode und steht nicht, wie gelegentlich angenommen, für „Vorgehen“. Das V-Modell unterscheidet sich vom verbreiteten Wasserfallmodell, indem es keine „harten“ Grenzen zwischen den einzelnen Phasen vorschreibt, ist ansonsten aber ähnlich aufgebaut. Es stellt ein klassisches Verfahren zur Systementwicklung dar. Wie alle Vorgehensmodelle im Projektmanagement setzt sich das V-Modell zum Ziel, Projektrisiken zu verringern, die Qualität zu steigern und die Kosten zu minimieren. Das V-Modell XT beschränkt sich dabei auf das Management von Projekten auf werkvertraglicher Basis zum Aufbau von Systemen. Dienstleistungsprojekte und Aufgaben des Betriebs werden nicht behandelt. Wesentlicher Bestandteil ist das vorgesehene Tailoring, also die Anpassung des Standards an konkrete Projektgegebenheiten. Dies erfolgt üblicherweise durch das Hinzufügen von „Vorgehensbausteinen“. Tailoring ist sowohl in der Projektinitialisierung („statisches Tailoring“) als auch im weiteren Projektverlauf („dynamisches Tailoring“) möglich. Im Jahr 1997 erfolgte eine Überarbeitung zum V-Modell 97, um dem technischen Fortschritt Rechnung zu tragen. 2005 wurde das V-Modell XT veröffentlicht, das mittlerweile in der Version 1.4 vorliegt und den Entwicklungsstandard der deutschen Bundesverwaltung darstellt. „XT“ steht dabei für „Extreme Tailoring“ und weist somit auf eine Kerneigenschaft des V-Modells XT hin: seine hohe Anpassbarkeit. Das V-Modell XT fokussiert sich auf das Management von (IT-)Projekten und hier insbesondere auf die Entwicklung von IT-Systemen. Eine Spezialisierung bildet das V-Modell XT Bund als behördenspezifische Anpassung des allgemeinen V-Modells XT. Verifizierung und Validierung Deutschland: S-O-S-Methode Die S-O-S-Methode für Großprojekte wurde durch die Bundesverwaltung 2 in Zusammenarbeit mit McKinsey & Company, Inc., Capgemini Deutschland GmbH und 4Soft GmbH erstellt. Aktuell (Januar 2016) liegt die Methode in Version 2.1 vor. „S-O-S“ steht dabei für die drei Kategorien • S – Strategische Ausrichtung, • O – Organisatorisches Umfeld und Projektmitarbeiter sowie • S – System- und Methodenunterstützung. Fokus der S-O-S-Methode sind, wie der Name schon sagt, (sehr) große Projekte (vgl. auch „megaprojects“). Unter „Großprojekten“ werden hier komplexe Projekte mit einem Gesamtaufwand von mehr als 50 Personenjahren verstanden – also Projekte mit Millionenvolumen, die somit ein signifikantes Risikopotenzial aufweisen und ein professionelles Projektmanagement benötigen. Spezifikation und Zerlegung Anforderungen festgelegt System spezifiziert System entworfen Feinentwurf abgeschlossen Abnahme erfolgt Lieferung durchgeführt System integriert Systemelemente realisiert Realisierung und Integration Gegenstand der S-O-S-Methode ist das Management von IT-Großprojekten in der öffentlichen Verwaltung. Umfang und Komplexität solcher Projekte, die organisatorische Komplexität der Verwaltung und besondere (rechtliche) Rahmenbedingungen stellen hohe Anforderungen an das Projektmanagement. Die S-O-S-Methode nennt in den oben genannten Kategorien 13 Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg von Projekten entscheiden. Die Evaluation dieser 13 Erfolgsfaktoren durch strukturierte Fragen verschafft schnell ein belastbares Bild von der Situation eines Projekts und ermöglicht so ein effektives Risikomanagement. Abbildung 1: Zentrales Schema des V-Modells – Phasen Hier wird die Intention der S-O-S-Methode deutlich: Es handelt sich nicht um ein vollständiges Vorgehensmodell, sondern primär um ein Verfahren zur Ermittlung des Projektzustands. Der 2 Genauer: durch die Bundesstelle für Informationstechnik im Bundesverwaltungsamt, IT-Beratung. Management | .public 02-16 | 19

msg

01 | 2018 public
02 | 2017 public
01 | 2017 public
02 | 2016 public
01 | 2016 public
02 | 2015 public
01 | 2015 public
01 | 2014 public
01 | 2014 msg systems study
01 | 2015 msg systems Studienband
Future Utility 2030
Lünendonk® Trendstudie
Digitale Transformation | DE
Digital Transformation | EN
DE | inscom 2014 Report
EN | inscom 2014 Report

msgGillardon

02 | 2018 NEWS
03 | 2016 NEWS
02 | 2016 NEWS
01 | 2016 NEWS
03 | 2015 NEWS
02 | 2015 NEWS
01 | 2015 NEWS
02 | 2014 NEWS
01 | 2014 NEWS
02 | 2013 NEWS
01 | 2012 NEWS
02 | 2011 NEWS
01 | 2010 NEWS
MaRisk
01 | 2017 banking insight
01 | 2015 banking insight
01 | 2014 banking insight
01 | 2013 banking insight
01 | 2012 banking insight
02 | 2011 banking insight
01 | 2011 banking insight
01 | 2010 banking insight
2018 | Seminarkatalog | Finanzen

Über msg



msg ist eine unabhängige, international agierende Unternehmensgruppe mit weltweit mehr als 6.000 Mitarbeitern. Sie bietet ein ganzheitliches Leistungsspektrum aus einfallsreicher strategischer Beratung und intelligenten, nachhaltig wertschöpfenden IT-Lösungen für die Branchen Automotive, Banking, Food, Insurance, Life Science & Healthcare, Public Sector, Telecommunications, Travel & Logistics sowie Utilities und hat in über 35 Jahren einen ausgezeichneten Ruf als Branchenspezialist erworben.

Die Bandbreite unterschiedlicher Branchen- und Themenschwerpunkte decken im Unternehmensverbund eigenständige Gesellschaften ab: Dabei bildet die msg systems ag den zentralen Kern der Unternehmensgruppe und arbeitet mit den Gesellschaften fachlich und organisatorisch eng zusammen. So werden die Kompetenzen, Erfahrungen und das Know-how aller Mitglieder zu einem ganzheitlichen Lösungsportfolio mit messbarem Mehrwert für die Kunden gebündelt. msg nimmt im Ranking der IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen in Deutschland Platz 7 ein.


© 2018 by msg systems ag - powered by yumpu Datenschutz | Impressum