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02 | 2016 public

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Mythos oder WahrheIT

PANIK IM UNTERNEHMEN!

PANIK IM UNTERNEHMEN! LIZENZAUDIT DROHT Software-Lizenzaudits sind bei Softwareherstellern beliebt. Denn häufig haben ihre Kunden die genutzten Softwareprodukte nicht ausreichend lizenziert – eine teure Nachlizenzierung wird fällig. Wir zeigen, wie diese missliche Situation vermieden werden kann. | von BIANCA FERBER, MARKUS SCHAUMBERGER und GÜNTHER PINKENBURG „Panik im Unternehmen – ein Lizenz-Audit droht“, titelte einst die Zeitschrift „Computerwoche“ so theatralisch wie zutreffend. Software-Lizenzaudits, also die Überprüfung, ob ein Unternehmen oder eine Behörde für die verwendete Software eine ausreichende Anzahl an Lizenzen besitzt, sind bei Softwareherstellern beliebt. Denn die Ergebnisse können ihnen Aufschluss geben über etwaige Unterlizenzierungen bei den auditierten Stellen, den überprüften Unternehmen oder Behörden, ebenso aber auch über nicht mehr eingesetzte Lizenzen oder Überlizenzierungen. Allerdings sind solche Audits nicht ohne Weiteres und zu jeder Zeit – quasi nach Gusto des Herstellers – zulässig. Sollte eine derartige Überprüfung jedoch rechtlich zulässig sein, dann sollte sich das zu auditierende Unternehmen beziehungsweise die Behörde hierauf entsprechend vorbereiten. 10 | .public 02-16 | Management

In der Regel berufen sich Softwarehersteller als Rechtsgrundlage auf vertragliche Auditklauseln, die ihnen eine Überprüfung der vor Ort genutzten Lizenzen erlauben. Diese Klauseln stellen regelmäßig allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) dar und enthalten oft anlassunabhängige Anspruchsgrundlagen für die Durchführung eines Audits. Zu prüfen ist dabei immer, insbesondere im Bereich der öffentlichen Verwaltung, ob diese Audit-Klauseln überhaupt wirksam in den Vertrag einbezogen worden sind. FOLGERUNGEN AUS DEM AUDITERGEBNIS Je nach Ergebnis des Software-Lizenzaudits kann dies unterschiedliche Folgen haben. Sollte festgestellt werden, dass ein Unternehmen oder eine Behörde überlizenziert ist, kann eine Anpassung durchgeführt werden, die die Lizenz- und gegebenenfalls Pflegekosten künftig verringert. Auch können möglicherweise angedachte Softwarebeschaffungen entbehrlich werden, da man ja noch ungenutzte Lizenzen „übrig“ hat. Denn einerseits müssen sich die Klauseln am Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) messen lassen, insbesondere am Maßstab der §§ 305 ff. (AGB-rechtliche Inhaltskontrolle). Dies gilt natürlich auch für Verträge zwischen privatwirtschaftlichen Unternehmen. Andererseits schließt die öffentliche Verwaltung ihre Verträge jedoch regelmäßig im Zuge eines wettbewerblichen Vergabeverfahrens ab. Die pauschale Einbeziehung von Bieter-AGB, worunter auch Software-Lizenzbedingungen fallen, ist jedoch dabei in der Regel ausgeschlossen. Mithin muss in jedem Einzelfall genau geprüft werden, ob die Auditklauseln überhaupt Vertragsbestandteil geworden sind, und wenn ja, ob sie auch einer Inhaltskontrolle standhalten. Die Rechtsfolgen bei festgestellter Unterlizenzierung sind hingegen weniger angenehm. In der Regel werden für die bestehende Unterlizenzierung Nachzahlungen fällig. Die Frage nach deren Höhe kann in diesem Fall ebenfalls kritisch zu hinterfragen sein, etwa wenn sich der Softwarehersteller auf eine – gegebenenfalls unwirksame – Listenpreisklausel beruft, die die Festsetzung des Listenpreises für den Fall einer Rechtsverletzung durch Unterlizenzierung bestimmt. Für die Zukunft steigen zudem sowohl die Lizenz- als auch die Pflegekosten. Hinzu kommen Haftungsrisiken für die Verantwortlichen der Behörde, aber auch für deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, insbesondere auch in dienstrechtlicher wie auch gegebenenfalls strafrechtlicher Hinsicht. Von den vertraglichen Regelungen losgelöst, können Softwarehersteller in bestimmten Fällen aber auch gesetzliche Anspruchsgrundlagen für ein Software-Audit bemühen. Diese müssen, anders als die vorgenannten vertraglichen Regelungen, nicht explizit in einen Vertrag miteinbezogen werden. Insoweit muss man wissen, dass Software vom deutschen Urheberrecht geschützt wird. In Betracht kommen sodann selbstständige Ansprüche zugunsten des Softwareherstellers aus dem Urheberrechtsgesetz (UrhG) und auch aus dem BGB. Allerdings kennt weder das BGB noch das UrhG – anders als diverse vertragliche Auditklauseln – ein anlassloses Auditrecht. Voraussetzung für alle gesetzlichen Anspruchsgrundlagen ist also unter anderem jeweils das Bestehen einer mehr oder weniger konkreten Vermutung einer Unterlizenzierung. DURCHFÜHRUNG EINES AUDITS IN DER BEHÖRDE Besteht ein vertraglicher Anspruch auf Durchführung eines Lizenzaudits oder wird ein freiwilliges Lizenzaudit durchgeführt, etwa weil eine laufende Geschäftsbeziehung nicht gefährdet werden soll, sollte man bestrebt sein, die Rahmenbedingungen des Lizenzaudits durch den Softwarehersteller oder von ihm beauftragte Dritte mitzugestalten. So kann man dem Hersteller in weiten Teilen auf Augenhöhe begegnen. DER ABLAUF DES AUDITS Im Regelfall wird ein Audit etwa vier Wochen vorher angekündigt. Es bleibt also grundsätzlich Zeit, wenngleich sie nicht sehr komfortabel ist, sich um die Aufstellung der Lizenzsituation zu kümmern. Zu auditierende Unternehmen lassen sich daher häufig durch zertifizierte SAM-Partner unterstützen und beraten. Allerdings sollten auch umgehend verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden. Hierbei muss zunächst der Auditumfang klar geklärt werden. Dazu gehört beispielsweise, welche Unternehmensbereiche oder Niederlassungen beziehungsweise welche Behörden oder Dienststellen genau auditiert werden sollen und welche Produktgruppen betroffen sind. Vor allen Dingen gilt es im Falle einer Microsoft-Auditierung auch, die Bezugsberechtigung im Sinne der BMI-Vertragsklauseln zu klären. Ziel ist letztendlich die Erstellung einer Lizenzbilanz. Sie stellt die Basis für das Software Asset Management (SAM) dar. Die kaufmännische, organisatorische und/oder automatisiert-technische Erfassung der Software ist daher eine der wichtigsten Komponenten des gesamten SAM, da eine Lizenzbilanz immer auf Basis der eingesetzten Software erstellt wird. Es gilt daher, eine möglichst lückenlose Erfassung der Installationsbestände und der erworbenen Lizenzen sowie Management | .public 02-16 | 11

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