Aufrufe
vor 2 Jahren

02 | 2015 public

  • Text
  • Verwaltung
  • Factory
  • Konsolidierung
  • Anforderungen
  • Einsatz
  • Frameworks
  • Anwendung
  • Systeme
  • Software
  • Unternehmen
Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ

oder Bereichen sind wir

oder Bereichen sind wir der Effizienzsteigerer, nämlich dort, wo wir gebündelte, standardisierte Shared-IT-Services liefern. Und im Projekt „Justiz 3.0“, das letztes Jahr gestartet wurde und das Ziel hat, die IT der Justiz für das nächste Jahrzehnt zu positionieren, sind wir als Trusted Advisor tätig. .public: Was waren die Faktoren dafür, dass sich das BRZ von Anfang an so erfolgreich entwickeln konnte? Jabkowski: Sicherlich hat uns geholfen, dass wir 1997, als das Bundesrechenamt ausgegliedert wurde, nicht bei null anfangen mussten. Wir hatten damals bereits ungefähr 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Außerdem war das Finanzministerium von Anfang an ein großer Kunde, der seine gesamte IT zu uns ausgelagert hat. Auch das hat uns den Start erleichtert, denn damit war ein solides Grundgeschäft da, auf dem wir aufbauen konnten. Aber ich glaube, das Entscheidende war und ist, dass wir uns immer der Herausforderung gestellt haben, kosteneffizient und produktiv zu arbeiten und die geforderte Qualität zu liefern. Wir versuchen immer, unsere Kunden so von der Sinnhaftigkeit konsolidierter IT-Lösungen zu überzeugen – sozusagen eine Allianz der Willigen zur Beseitigung von Ineffizienzen in der Verwaltungs-IT zu fördern. Das heißt, wir unterstützen einerseits unsere Kunden immer mit dem Fokus Einsparungsmöglichkeiten und andererseits im Bereich Modernisierung der Verwaltung. Sprich: Wir fördern die Innovation in der Verwaltung. .public: Welche Herausforderungen treiben Sie, treiben das BRZ derzeit am meisten um? Jabkowski: Das sind aus meiner Sicht zwei Themen. Die erste Herausforderung ist die weitere Steigerung der Kosteneffizienz und der Produktivität. Die zweite ist die Unterstützung der Modernisierung der Verwaltung, die Unterstützung der Innovationsbestrebungen. Mein Credo ist hier: Konsolidierung ist der Motor für eine kosteneffiziente Informationstechnologie. Damit ist IT-Konsolidierung auch der Motor für effiziente Verwaltungs-IT. Über das BRZ Die Bundesrechenzentrum GmbH ist der IT-Dienstleister und marktführende E-Government-Partner der österreichischen Bundesverwaltung. Mit rund 1.200 Mitarbeiter/-innen betreut das BRZ mehr als 30.000 IT-Arbeitsplätze an 1.200 Betriebsstandorten und erzielt einen Jahresumsatz von 261,9 Mio. Euro (2014). Insgesamt entwickelt und betreibt das Unternehmen mehr als 400 E-Government-Anwendungen, die von mehr als fünf Millionen Nutzer/-innen in Anspruch genommen werden. Eigentümer ist die Republik Österreich, vertreten durch das Bundesministerium für Finanzen. Kernmarkt sind die Bundesministerien und nachgeordnete Dienststellen, oberste Organe und ausgegliederte Rechtsträger, wie das Arbeitsmarktservice, Universitäten und die Buchhaltungsagentur des Bundes. Das BRZ kooperiert auch international, etwa in der „Allianz der europäischen Verwaltungs-IT-Dienstleister“ (Euritas). www.brz.gv.at Für uns heißt das: Wir müssen unser Strategieprogramm „more for less“ weiterführen und noch effizienter werden. Dazu gehört auch, weitere bundesweite Standarddienste zu entwickeln und zu implementieren, so wie den SAP-Personalakt, der gerade im Bund ausgerollt wird. In anderen Bereichen setzen wir auf vertiefte Kooperation. So haben wir uns vor zwei Jahren strategisch von unserem zentralen Host-Rechner verabschiedet. Da aber das Innenministerium weiterhin einen Host betreibt, ist derzeit Thema, ob wir unsere auslaufenden Host-Aktivitäten – ab dem Zeitpunkt, an dem unser Host nicht mehr kommerziell sinnvoll betrieben werden kann – in das Bundesministerium für Inneres kooperativ ausgliedern können. Ein weiterer großer Punkt beim Thema Kosteneffizienz ist, dass wir sukzessive versuchen müssen, die „hauseigenen IT-Betriebe“ in den Ministerien zu konsolidieren. Für mich heißt die Botschaft an dieser Stelle ganz eindeutig: Fachlichkeit ist dezentral, aber IT-Services sind zentral. Das heißt, es gibt eine fachliche Ressorthoheit. Die Ministerien wissen am besten, was sie brauchen, und wir maßen uns nicht an, es besser zu wissen. Aber auf der anderen Seite brauchen wir zentrale, kosteneffiziente, maximal synergienutzende IT-Services. Für uns bedeutet das, wir müssen unsere Aufbau- und Ablaufstrukturen entsprechend flexibel gestalten, um jederzeit in der Lage zu sein, diese IT-Betriebe auch konsolidieren zu können. 8 | .public 02-15 | Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ

Und noch etwas zum Thema Kosteneffizienz: Voriges Jahr wurden wir sehr kurzfristig mit der Anforderung konfrontiert, bei unserem größten Kunden innerhalb von wenigen Wochen 30 Prozent der Betriebskosten einzusparen. Das schafft man dann nicht nur mit Effizienzsteigerungen. Das wäre ein Wunder. Hier mussten wir in Richtung Qualitäts- und Leistungsreduktion gehen. Innerhalb kürzester Zeit haben wir mit unserem Kunden 350 Maßnahmen erörtert und rasch begonnen, diese umzusetzen. Nach relativ kurzer Zeit konnten wir so die Betriebskosten entsprechend reduzieren. Wir haben das Ziel erreicht, aber das waren sehr harte Maßnahmen. .public: Die auch Konsequenzen für den Personalstamm des BRZ hatten? Jabkowski: Ja, das musste leider auch sein. Wir haben umgeschichtet, wir haben bei unseren externen Dienstleistern reduziert, wir haben Abgänge nicht mehr nachbesetzt und wir haben geplante Zugänge nicht vollzogen. Und wir mussten uns leider auch in geringem Umfang von Beschäftigten trennen. Das war eine sehr, sehr schwierige Zeit, aber ich denke, sie hat unser Haus auch gestärkt. Wir konnten zeigen, dass wir trotz widrigster Rahmenbedingungen immer die für unsere Kunden in Summe beste Lösung generieren. .public: Welche Lehren haben Sie aus dieser Erfahrung gezogen? Jabkowski: Wir haben rasch erkannt, dass wir mehr Controlling brauchen. Deshalb haben wir auch parallel zu den Einsparungsmaßnahmen ein konsequentes Kostencontrolling durchgeführt. Sonst wären zwar die Umsätze gesunken, aber die Kosten nicht angepasst worden. Eine weitere Konsequenz war, dass wir Vertragsverhandlungen geführt haben und unsere Vertragsbedingungen anpassen mussten. Im Endeffekt haben wir die Einsparung erreicht und am Jahresende sogar ein positives Ergebnis geschafft – das konnten wir uns zur Jahresmitte noch nicht vorstellen. Die Lessons learned sind gut dokumentiert und werden uns zukünftig noch sehr viel helfen. Ich habe diese Erfahrungen auch schon bei meinen Kolleginnen und Kollegen in Deutschland und in der Schweiz präsentieren dürfen. Solche Situationen kommen ja überall und immer wieder vor. Jabkowski: Ein wichtiger Punkt ist, die Innovationen weiter voranzutreiben, die IT einfacher, schneller, sicherer und transparenter zu machen – eben Digital Governance zu betreiben. Unsere Aufgabe dabei ist es, die nötige digitale Infrastruktur bereitzustellen, mit der das bewerkstelligt werden kann. Ein Kollege aus Deutschland hat in seiner Strategie geschrieben: IT wird in Zukunft nicht mehr die Verwaltung unterstützen, vielmehr wird ohne IT die Verwaltung nicht mehr funktionieren – Verwaltung ist IT. Das sehe ich auch so, in Österreich bekommt kein Lieferant des Bundes auch nur einen Euro, wenn er keine elektronische Rechnung schickt. In der Bundesverwaltung ist der elektronische Akt das Original. Außerdem werden in Österreich bereits mehr als 90 Prozent der Steuererbescheide mit dem elektronischen Dienst FinanzOnline, den wir gemeinsam mit dem Finanzministerium entwickelt haben und betreiben, vollautomatisch erstellt. Wenn man sich diese Beispiele ansieht, dann gewinnt die Aussage an Gewicht. Wir müssen aber auch noch schneller werden bei der Lieferung von IT-Services in Time-to-Market. Hier heißt die Botschaft: Eine schnellere und kosteneffizientere Bereitstellung von Services bedingt den Einsatz von Cloud Computing. Daher sind wir gerade dabei, eine „Trusted-Government-Cloud“, eine vertrauenswürdige österreichische Verwaltungs-Cloud, zu initiieren. Warum Trusted-Government-Cloud? Weil in der Verwaltung sensible Daten vor unberechtigten Zugriffen geschützt werden müssen. Ich kann mir das BRZ hier als Single-Point-of-Access für das Bereitstellen oder auch das Vermitteln von solchen Cloud-Services gut vorstellen – also Cloud-Brokering und Cloud-Providing als weitere Aufgaben des BRZ. Das Ganze ist auch keine Zukunftsmusik mehr. Wir haben ein Konzept erstellt und dieses vor kurzem Vertreterinnen und Vertretern der Bundesverwaltung vorgestellt. Es wurde gut angenommen. Schaffen wir es nicht, eine zentrale Trusted-Government-Cloud-Lösung umzusetzen, dann wird es viele Lösungen geben. Und wenn dann jedes Ministerium seine eigene vertrauenswürdige Verwaltungs-Cloud einsetzt, dann hat sich die Idee der Skalierbarkeit, der Kosteneffizienz erledigt. Ich meine, wenn der Bund schon ein BRZ hat, dann sollte dieses Thema auch bei uns, an zentraler Stelle platziert werden. .public: Die Zukunft der Verwaltungs-IT liegt in der Cloud? .public: Wenn Sie nach vorne blicken: Welche Rolle, welche Aufgabe sehen Sie für das BRZ in der Zukunft? Jabkowski: Wir werden auch in der Zukunft nicht alles in der Cloud haben. Es gibt ja nach wie vor hochintegrierte, große Verwaltungsanwendungen. Nehmen Sie zum Beispiel die Zoll- und Steuer-Anwendungen. Sie laufen in der Regel über zehn Jahre Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ | .public 02-15 | 9

msg

01 | 2018 public
02 | 2017 public
01 | 2017 public
02 | 2016 public
01 | 2016 public
02 | 2015 public
01 | 2015 public
01 | 2014 public
01 | 2014 msg systems study
01 | 2015 msg systems Studienband
Future Utility 2030
Lünendonk® Trendstudie
Digitale Transformation | DE
Digital Transformation | EN
DE | inscom 2014 Report
EN | inscom 2014 Report

msgGillardon

03 | 2016 NEWS
02 | 2016 NEWS
01 | 2016 NEWS
03 | 2015 NEWS
02 | 2015 NEWS
01 | 2015 NEWS
02 | 2014 NEWS
01 | 2014 NEWS
02 | 2013 NEWS
01 | 2012 NEWS
02 | 2011 NEWS
01 | 2010 NEWS
MaRisk
01 | 2017 banking insight
01 | 2015 banking insight
01 | 2014 banking insight
01 | 2013 banking insight
01 | 2012 banking insight
02 | 2011 banking insight
01 | 2011 banking insight
01 | 2010 banking insight
2016 | Seminarkatalog | Finanzen

Über msg



msg ist eine unabhängige, international agierende Unternehmensgruppe mit weltweit mehr als 6.000 Mitarbeitern. Sie bietet ein ganzheitliches Leistungsspektrum aus einfallsreicher strategischer Beratung und intelligenten, nachhaltig wertschöpfenden IT-Lösungen für die Branchen Automotive, Banking, Food, Insurance, Life Science & Healthcare, Public Sector, Telecommunications, Travel & Logistics sowie Utilities und hat in über 35 Jahren einen ausgezeichneten Ruf als Branchenspezialist erworben.

Die Bandbreite unterschiedlicher Branchen- und Themenschwerpunkte decken im Unternehmensverbund eigenständige Gesellschaften ab: Dabei bildet die msg systems ag den zentralen Kern der Unternehmensgruppe und arbeitet mit den Gesellschaften fachlich und organisatorisch eng zusammen. So werden die Kompetenzen, Erfahrungen und das Know-how aller Mitglieder zu einem ganzheitlichen Lösungsportfolio mit messbarem Mehrwert für die Kunden gebündelt. msg nimmt im Ranking der IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen in Deutschland Platz 7 ein.


© 2018 by msg systems ag - powered by yumpu Datenschutz | Impressum