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02 | 2015 public

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Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ

„WIR GEHEN GANZ

„WIR GEHEN GANZ KONSEQUENT DEN WEG VON EINEM REINEN IT-KOSTENSENKER ZUM TRUSTED-IT-ADVISOR.“ Interview mit DI Roland Jabkowski, MBA, Sprecher der Geschäftsführung des BRZ, Wien .public: Herr Jabkowski, bitte schildern Sie uns zum Beginn kurz, welche Wurzeln das Bundesrechenzentrum (BRZ) hat und wie es zu dem Unternehmen wurde, das es heute ist. Jabkowski: Gerne. Dazu gehe ich kurz auf die Historie ein, die bis ins Jahr 1971 zurückreicht. Damals wurde das Bundesrechenamt gegründet. Das hatte zwei große Aufgaben zu bewältigen: Das eine war die Besoldung der Bundesbeamten und das andere die Bundeshaushaltsverrechnung. 1997 wurden dann die IT-Bereiche des Bundesrechenamts in die Bundesrechenzentrum GmbH ausgelagert. Das war die Gründung der BRZ GmbH, so wie sie auch heute noch besteht. Die Ausgliederung aus dem Bund wurde damals damit begründet, dass Ressourcen gebündelt, Kompetenzen konzentriert und interne Prozesse modernisiert werden sollten. 1997 war das ein sehr progressiver Gedanke. Aber für die Gründung des BRZ gab es auch noch einen ganz profanen Grund, den ich nicht verschweigen möchte. Wir standen kurz vor dem Jahrtausendwechsel und es gab umfassende Anforderungen an die Informationstechnologie, um die Software für dieses Datum fit zu machen. Geeignetes Personal war damals extrem schwer zu finden. Der Hintergedanke war also, mit dem BRZ aus dem üblichen Besoldungsschema des öffentlichen Dienstes auszuscheren und zu marktüblichen Bedingungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ein Unternehmen, das IT für den österreichischen Bund ent- 6 | .public 02-15 | Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ

wickelt und betreibt, zu gewinnen. Das hat gut funktioniert. Seither haben wir einen hauseigenen Tarifvertrag und verhandeln jedes Jahr unsere Gehaltsstrukturen. Im Jahr 2000 beschloss die damalige österreichische Bundesregierung eine neue „E-Government-Strategie“. Diese verbindlichen Vorgaben und innovativen Ansätze – gegossen in einen entsprechenden Rechtsrahmen wie zum Beispiel das Signaturgesetz oder das E-Government-Gesetz – stellten die Verwaltung und das BRZ vor neue Herausforderungen. Damals wurden die ersten Basisdienste, wie zum Beispiel der elektronische Zustelldienst, geschaffen und große Querschnittsanwendungen erstellt. Eine ist die zentrale Dokumenten-Managementplattform der Bundesverwaltung, der elektronische Akt im Bund. Er wird seit über zehn Jahren von allen Ministerien, mit Ausnahme des Verteidigungsressorts, genutzt. Andere Basisdienste sind die großen Verfahren „Haushaltsverrechnung“ und „Personalwirtschaft“. Diese Verfahren gelten für alle Ministerien. Auch hier waren wir sehr, sehr progressiv unterwegs, denn als seinerzeit diese Entscheidung getroffen wurde, gab es noch keine vergleichbaren Software-Lösungen. Seither wurden überall, wo es möglich war, österreichweite Register etabliert. Das heißt, es gibt für ganz Österreich u. a. ein Grundbuch, ein Firmenbuch oder ein Melderegister. .public: Es fällt auf, dass Österreich im Thema E-Government schon sehr viel weiter ist als Deutschland, wo das Thema gerade erst Fahrt aufnimmt. Jabkowski: Schon um die Jahrtausendwende war E-Government in Österreich ein ganz großes Thema, das auch politisch stark forciert und dementsprechend in Regierungsprogrammen verankert wurde. Auf Bundesebene hat Österreich im Bereich Konsolidierung schon einige wichtige Schritte gesetzt. Aber nach allem, was ich so lese und von Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland vernehme, merke ich klar und deutlich, dass das Thema auch bei Ihnen gerade stark an Bedeutung gewinnt. Letztes Jahr wurde in Deutschland die digitale Agenda definiert und es werden Konsolidierungsschritte gesetzt, wie zum Beispiel ein deutsches Bundesrechenzentrum. Es ist auch gerade sehr spannend, was in den Ländern passiert. In Baden-Württemberg wurde beispielsweise die IT-Governance in der Landesverwaltung neu ausgerichtet, meines Erachtens nach ein sehr fortschrittlicher Ansatz. .public: Das BRZ scheint ein gutes Beispiel dafür zu sein, wie die IT-Konsolidierung im Bund gelingen kann. Wie ist das BRZ genau im Bund positioniert? Jabkowski: Das BRZ ist zwar fast zur Gänze im Bund tätig, aber es gibt schon noch Potenzial für weitere Schritte. An dieser Stelle muss ich mit zwei Missverständnissen aufräumen, die aus unserem Namen resultieren. Wir heißen Bundesrechenzentrum und das suggeriert zwei Dinge: einmal, dass wir im Bund einen Exklusivstatus in der IT haben, ein Monopol – eben Bundesrechenzentrum. Das ist definitiv nicht der Fall. Unser Marktanteil an den IT-Budgets liegt bei 50 bis 60 Prozent. Allerdings ist unsere strategische Zielsetzung, unsere Vision, das Shared-IT-Service-Center des Bundes zu werden. Und da haben wir mit unserem aktuellen Marktanteil noch einiges Potenzial nach oben. Das Zweite ist das Thema Rechenzentrum – Bundesrechenzentrum. Wir haben natürlich ein großes Rechenzentrum, eines der größten in Österreich. Aber nur etwa ein Drittel unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeitet im Rechenzentrum, zwei Drittel arbeiten in der Systementwicklung und der Systemintegration. Deshalb sind wir ein klassischer Full-Service-Provider und nicht ein klassisches Rechenzentrum. Zum Thema Konsolidierung haben wir im Jahr 2007 ein Strategieprogramm aufgesetzt. Ein Schlüsselsatz darin heißt: Wir wollen als Kooperations- und Konsolidierungspartner für die österreichische Verwaltung IT-Lösungen in vereinbarter Qualität und Sicherheit zum dafür besten Preis anbieten. Und so haben wir überall dort, wo wir es konnten, versucht, durch Automatisierung, Konsolidierung, Standardisierung, Bündelung und Spezialisierung kosteneffizienter und produktiver zu werden. Zwischen 2008 und 2014 haben wir kumuliert mehr als 200 Mio. Euro an IT-Kosten für unsere Kunden eingespart, indem wir die Effizienz unserer Leistungserbringung, die Produktivität unseres Hauses, sukzessive erhöht haben. Durch unser Strategieprogramm „more for less“ haben sich die Stückkosten dramatisch reduziert und unsere Preise wurden jedes Jahr im Durchschnitt um 2 bis 6 Prozent günstiger. Das sind ganz wichtige Erfolge, die wir brauchen, um unseren Marktanteil zu verteidigen beziehungsweise weiter zu erhöhen. .public: Eine erfolgreiche Strategie … Jabkowski: Ja, denn mit dieser Strategie haben wir es geschafft, uns von einer geschützten IT-Werkstätte, von einer IT-Werkbank, zu einer professionellen IT-Factory zu entwickeln. Oder anders ausgedrückt: Wir gehen ganz konsequent den Weg von einem reinen IT-Kostensenker zum Trusted-IT-Advisor. Dafür kann ich ein Beispiel nennen: Für die österreichische Justiz sind wir in bestimmten Projekten ein ganz normaler IT-Dienstleister, nämlich dort, wo wir klassische IT-Services liefern. In anderen Projekten Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ | .public 02-15 | 7

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