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02 | 2015 public

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Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ

ISYFACT – DIE

ISYFACT – DIE QUELLOFFENE SOFTWARE-FABRIK DES BUNDESVERWALTUNGSAMTS Das Bundesverwaltungsamt (BVA) ist eine Bundesbehörde, die zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern gehört. Die Behörde mit Hauptsitz in Köln beschäftigt mehr als 4.000 Mitarbeiter und ist als zentraler Dienstleister des Bundes für Beratungsdienstleistungen und Services für die IT weiterer Institutionen zuständig. Das BVA hat den zukunftsweisenden Weg Richtung Software Factory mit dem Einsatz ihrer Lösung Register Factory 1 schon früh eingeschlagen und verfolgt ihn mit der IsyFact nun konsequent weiter: Bereits 2006 hatte das BVA im Rahmen der Migration von hostbasierten Altsystemen auf eine moderne, serviceorientierte Architektur damit begonnen, für die Domäne „Register“ eine Umgebung aufzubauen, die Referenzarchitektur, Bausteine, Werkzeuge, Methodik und betriebliche Plattform zusammenfasst. Diese wird seither unter dem Namen Register Factory (RF) sehr erfolgreich in einer Vielzahl von Verfahren im Registerportal des Bundesverwaltungsamtes eingesetzt und weiterentwickelt. Seit 2008 stellt das BVA diesen Standard auf Anfrage auch anderen Institutionen zur Verfügung, die darauf aufbauend eigenständig ihre spezifischen Anwendungen entwickeln und betreiben können. Mittlerweile ist die Register Factory Basis für eine große Zahl von Anwendungssystemen in den unterschiedlichsten fachlichen Domänen – ein echtes Erfolgsmodell. • Die ständig wachsende Zahl bereitgestellter Bausteine adressiert folgende Aspekte: - Aufbau einer umfassenden Sicherheitsarchitektur der Anwendungslandschaft inklusive eines Single Sign-On - Sicherstellung eines einheitlichen Außenverhaltens der Systeme durch einheitliche Bausteine für Konfiguration, Überwachung, Logging, Fehlerbehandlung - Einheitliche Lösung wiederkehrender Problemstellungen (Bausteine: Bildbearbeitung, Biometrie, LDAP-Zugriffe, Nummernkreise, Polling, Protokollierung und Protokoll- recherche, Regelwerk, Sonderzeichen, Spooling, Time- Stamp-Protokoll, Workflow) - Bereitstellung einheitlicher Querschnittsdienste der Anwendungslandschaft (Antivirenscanner, Behördenverzeichnis, Benutzerverzeichnis, Outputmanagement, Schlüsselverzeichnis) • Schaffung von Zugriffsmöglichkeiten auf die Anwendungslandschaft von extern mittels eines Portals oder FTP-, Mail- und Webservice-Gateways • Es kommen ausschließlich bewährte Open-Source-Technologien zum Einsatz, die anhand eines Produktauswahlprozesses mit klaren Kriterien (unter anderem Zukunftssicherheit, Handhabbarkeit, Architekturkonformität) ausgewählt und in einen verbindlichen Produktkatalog aufgenommen wurden. Als Entwicklungssprache wird Java eingesetzt. Der Produktkatalog umfasst Frameworks wie beispielsweise JPA/Hibernate für die Persistenzschicht, JSF/Apache MyFaces für die Weboberflächen oder Drools für die Definition eines Regelwerks. Register sind sehr anspruchsvolle IT-Systeme mit hohen Anforderungen an deren Verfügbarkeit, Durchsatz, Sicherheit und Qualität. Diese Aspekte spiegeln sich in der Register Factory wider: • Die zugrunde liegende Referenzarchitektur adressiert den Aufbau komplexer SAGA-konformer, serviceorientierter Anwendungslandschaften, die langfristig betrieben und weiterentwickelt werden können. Dazu werden Blaupausen bereitgestellt, die eine durchgängige Konzeption der Anwendungslandschaft, der Anwendungssysteme bis hin zu den Anwendungskomponenten ermöglichen. Hierbei wurde auf bewährte Architekturmuster und -prinzipien zurückgegriffen, wie die Definition der Referenzarchitektur in unterschiedlichen Sichten (fachlich, softwaretechnisch, technische Infrastruktur), Unterteilung der Anwendungslandschaft in fachliche Domänen und kategorisierte Systemtypen, starke Komponentenorientierung, Mehrschichtarchitektur etc. • Duch die getroffene Auswahl geeigneter Software-Frameworks wird der Nutzer der Factory vor den Stolpersteinen bei der Auswahl und Anwendung (unzulänglicher) Frameworks 2 bewahrt. • Die zugrunde liegende Methodik richtet sich nach dem V-Modell XT und fördert mithilfe von Dokumentvorlagen für Anforderungslisten, Systemspezifikation, Systementwurf und Systemhandbuch die klare Konzeption und Dokumentation der Systeme. • Die Referenzarchitektur der technischen Infrastruktur sieht ein SAGA-konformes Zonenkonzept zum sicheren Betrieb der Anwendungen vor. Ausgehend von der Register Factory verfolgte das BVA schon seit Längerem die Idee einer umfassenden universellen Software Factory, die eine einheitliche und behördenübergreifend nutzbare Plattform für homogene IT-Systeme – losgelöst vom Kontext „Register“ – darstellt. Die Register Factory brachte hierfür alle 1 http:// www.register-factory.de 2 Siehe Artikel „Sinn und Unsinn von Frameworks“, Seite 42 18 | .public 02-15 | Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ

nötigen Voraussetzungen mit, denn sie adressiert viele Themen, die auch für andere Systemtypen relevant sind, wie zum Beispiel die softwaretechnische Referenzarchitektur oder Themen wie Logging und Fehlerbehandlung. Allerdings waren zahlreiche Elemente stark mit dem Kontext „Register“ verwoben und auf die dort geltenden hohen nichtfunktionalen Anforderungen ausgerichtet. Daraus ergaben sich unnötige Beschränkungen für den Einsatz der Register Factory in anderen Kontexten, sodass das BVA 2013 mit Unterstützung durch die msg systems ag ein Projekt gestartet hat, das unter anderem die konzeptionelle Weiterentwicklung der RF vorsieht, um auf deren Basis die Idee einer universellen Software Factory umzusetzen. Die erste Version der neuen Factory wurde im Juni 2015 unter dem Namen IsyFact 3 veröffentlicht. Register Factory basiert auf IsyFact IsyFact-Erweiterungen basiert auf IsyFact-Standards Abbildung 2: Die verschiedenen Ebenen der IsyFact GRUNDLAGEN DES PROJEKTS Ziel des Projektes ist es, eine universelle und insbesondere offene Software Factory zu etablieren, die die architektonische, technologische und methodische Grundlage für die domänenunabhängige Entwicklung von IT-Systemen bildet und somit geeignet ist, die Industrialisierung der Softwareentwicklung in der öffentlichen Verwaltung voranzutreiben. Der Erfolg dieses Vorhabens soll maßgeblich zum Erfolg von E-Government-Projekten beitragen, da mit der Factory Dienste unterschiedlicher Behörden effizient und kompatibel zueinander bereitgestellt werden können. Bei der Weiterentwicklung der Register Factory zur IsyFact stehen folgende Anforderungen im Vordergrund: neuer Lösungen. Zukünftig soll die Entwicklung jedoch in einer Community stattfinden, der weitere Behörden, Institutionen, Unternehmen und auch Privatpersonen angehören. Damit können Synergieeffekte weiter erhöht und die Erleichterung des Einsatzes in anderen Kontexten vorangetrieben werden. Zu diesem Zweck wurde ein Teil der IsyFact (die IsyFact-Standards) unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Nach und nach soll so aus dem EfA-Prinzip (Einer für Alle) ein AfA-Prinzip (Alle für Alle) werden. VON DER REGISTER FACTORY ZU ISYFACT Um die bereits bestehenden Artefakte der Register Factory auch in anderen Kontexten zur Verfügung stellen zu können, wurden sie umstrukturiert und in • Leichte Zugänglichkeit, sodass ein möglichst großer Kreis von Nutzern von der Software Factory profitieren kann und die projektgetriebene Weiterentwicklung des Standards auf eine breitere Basis gestellt wird • Einfache Nutzbarkeit, so dass Einstiegshürden zur Nutzung der IsyFact minimiert werden • Hohe Flexibilität und Anpassbarkeit, sodass möglichst viele verschiedene Verfahren partizipieren können, insbesondere auch solche mit geringerer fachlicher Komplexität und geringeren nichtfunktionalen Anforderungen, als dies bei Registern der Fall ist • Hohe Aktualität und konsequente Weiterentwicklung, sodass dem technologischen Fortschritt weiterhin gefolgt und neue Anforderungen jederzeit in den Standard aufgenommen werden können Das BVA steuert die Weiterentwicklung des Standards und erbringt derzeit noch einen Großteil des Entwicklungsaufwands • IsyFact-Standards, • IsyFact-Erweiterungen und • Register Factory neu aufgeteilt. Während die IsyFact ausschließlich allgemeingültige, „registerneutrale“ Konzepte und Komponenten enthält, wurde aus der Register Factory eine spezifische Factory, die auf IsyFact aufbaut. Sie wird durch das BVA ebenfalls aktiv weiterentwickelt. • Die IsyFact-Standards umfassen grundlegende Vorgaben zu Architektur (inkl. Detailkonzepten zur Umsetzung von Services, Web-Oberflächen, Batches, dem Anwendungskern und der Persistenz), Technologien und Methodik. Sie bilden die Grundlage für alle Systeme und Komponenten, die mit der IsyFact entwickelt werden. Ebenfalls enthalten sind grundlegende Basisbausteine, die für alle Verfahren relevant sind: Fehlerbehandlung, LDAP-Zugriff, Logging, Polling, Sicherheit, Sonderzeichen, Überwachung und Konfiguration. 3 http:// www.isyfact.de Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ | .public 02-15 | 19

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