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02 | 2015 public

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Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ

DIE SOFTWARE FACTORY –

DIE SOFTWARE FACTORY – SYNERGIEPOTENZIALE IN DER ÖFFENTLICHEN VERWALTUNG NUTZEN Komplexe Softwarearchitekturen werden in Behörden noch weitestgehend unabhängig voneinander entwickelt. Doch um Anwendungslandschaften wirtschaftlich und in hoher Qualität zu entwickeln, darf das Rad nicht immer wieder neu erfunden werden. | von ANDREAS BÜCHNER Keine Branche, kein Unternehmen, bei denen Software nicht eine zentrale Rolle für Geschäftsprozesse und Kommunikation spielt. Viele Geschäfts- und Verwaltungsabläufe sind ohne IT-Unterstützung gar nicht mehr denkbar. Privatwirtschaft und öffentliche Verwaltung haben sich komplexe Systeme und Anwendungslandschaften aufgebaut, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Gleichzeitig werden sie mit sich immer schneller ändernden Rahmenbedingungen und Kundenanforderungen konfrontiert und benötigen daher eine schnelle, innovative und spezifische Umsetzung ihrer individuellen Aufgabenstellungen. Dadurch entsteht in allen Branchen die Notwendigkeit, Softwareentwicklung immer effizienter zu gestalten. Die wachsende Verbreitung und Vernetzung von Software liefert hierfür neue Chancen – aber auch neue Herausforderungen. Softwareentwicklung muss Standardisierung und Automatisierung auf geeignete Weise mit Flexibilität und Anpassbarkeit auf sich ändernde Anforderungen kombinieren. DER STATUS QUO IN DER ÖFFENTLICHEN VERWALTUNG Die öffentliche Verwaltung zeichnet sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Themenbereiche mit fachlich hochspezifischen Anforderungen aus. Auch hier nimmt die Vernetzung zwischen den Systemen und beteiligten Behörden – beispielsweise unter Verwendung eines XÖV-Standards – zu. Es müssen immer komplexere, behördenübergreifende Prozesse unterstützt werden, die zu verarbeitenden Datenmengen nehmen zu, die zu berücksichtigenden Standards, neuen Technologien und Sicherheitsvorgaben ebenfalls. Die Anforderungen an Projekte zur Individualentwicklung und Integration mit unterschiedlichsten Verfahren steigen hierbei deutlich schneller als die zur Verfügung stehenden personellen oder finanziellen Ressourcen. Mittlerweile sind alle Behörden mit der Herausforderung konfrontiert, meist komplexe IT-Architekturen zu entwickeln, zu warten und ständig zu aktualisieren. In dieser Situation werden Strategien und Systeme benötigt, mit denen Ressourcen gebündelt und Synergien geschaffen werden können. Bei der Entwicklung von Informationssystemen für eine fachliche Domäne werden Softwarearchitekten und IT-Entwickler häufig mit denselben immer wiederkehrenden Fragestellungen und Problematiken konfrontiert. Zwar unterscheiden sich je nach Anwendung die Datenstrukturen, die Geschäftslogik, die bereitgestellten Dienste oder die Benutzeroberflächen, aber die allgemeinen Prinzipien und Entwurfsmuster der Architektur (Serviceorientierung, Mehrschichtenarchitekturen, Komponentenorientierung …), der 16 | .public 02-15 | Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ

Datenhaltung (Transaktionssteuerung, Datenhoheiten, Datenbankdesign ...), der Services (Servicedefinition, lose Kopplung, Zustandslosigkeit …) oder der Gestaltung von Benutzerschnittstellen (Usability, Barrierefreiheit, Internationalisierung …) sind meist wiederverwendbar. Ebenso kann eine Vielzahl von Vorgaben, beispielsweise für den zuverlässigen und sicheren Betrieb von Anwendungen, für die Kommunikation von Systemen untereinander oder auch für die Benutzerverwaltung standardisiert werden. Durch Standardisierung und Wiederverwendung von Lösungsmustern, fertigen Komponenten und Entwicklungsmethoden können sowohl einzelne Systeme als auch komplexe Anwendungslandschaften effizient entwickelt und betrieben werden. Die Herausforderung der Standardisierung und Wiederverwendung liegt darin, das einmal erworbene Wissen über die Anwendungsentwicklung in einer Domäne so zu strukturieren, zu dokumentieren und vorzuhalten, dass auch nachfolgende Projekte einfach und verlässlich darauf zurückgreifen und in einem zweiten Schritt eventuell sogar mitgestalten können. Nur so kann sichergestellt werden, dass die definierten Vorgaben zum einen korrekt und konsistent angewendet und weiterentwickelt werden und zum anderen die Akzeptanz des Standards bei allen Beteiligten gewährleistet wird. Aktuell werden Softwarearchitekturen in den verschiedenen Behörden immer noch weitestgehend unabhängig voneinander entwickelt – mit der Folge, dass die in einem Projekt gewonnenen Erkenntnisse, die sowohl positiven als auch negativen Erfahrungen und die identifizierten Synergiemöglichkeiten auch in der jeweiligen Behörde verbleiben. Ein vergleichbares Projekt in einer anderen Behörde durchläuft dann unter Umständen denselben Prozess noch einmal. Erhebliche Entwicklungsaufwände, hohe Kosten und inkompatible Insellösungen sind die Folge. Hier setzt die Idee einer Software Factory an. DIE IDEE EINER SOFTWARE FACTORY Eine Software Factory besteht aus • einer standardisierten architektonischen und technologischen Basis (Architekturvorgaben, Entwurfsmuster, Technologieauswahl, Vorgaben zum Einsatz der Technologien), • wiederverwendbaren Bausteinen, • Werkzeugen zur Vereinfachung der Integration und Entwicklung eines Systems, • Vorgaben und Hilfsmitteln für den Aufbau einer einheitlichen Betriebsplattform und • einer klaren Vorgehensweise zur Anwendung der verschiedenen Konzepte und Lösungen. Dadurch können Anwendungen standardisiert und effizient entwickelt werden, denn alle wesentlichen architektonischen und technischen Entscheidungen sind bereits durch die Software Factory getroffen. IT-Architekten und Entwickler können sich somit ganz auf die Umsetzung der jeweiligen spezifischen System- anforderungen – insbesondere der Fachlichkeit des jeweiligen Verfahrens – konzentrieren. Die grundlegende Idee einer Software Factory und das Zusammenspiel der einzelnen Elemente wird in Abbildung 1 erläutert. 1 Grundlage jedes Verfahrens bildet die architektonische und technologische Basis. Diese stellt sicher, dass Systeme auf bewährten Prinzipien einheitlich erstellt werden. 2 Die Basis wird hinsichtlich der spezifischen Anforderungen ausgestaltet bzw. zugeschnitten. 3 Die relevanten fertigen Bausteine der Factory werden nahtlos in die technische Basis integriert. 4 Nur für Anforderungen, für die keine fertigen Bausteine existieren, müssen eigene, im besten Fall wiederverwendbare Lösungen geschaffen werden. Hierfür existieren klare Erweiterungspunkte. Spezifische Anforderungen eines neuen Verfahrens als „Input“ für die Factory 1 2 3 4 Die standardisierten Systeme können effizient in einer einheitlichen Betriebsplattform betrieben werden. Eine nahtlose Integration der Systeme ist gewährleistet. Klar definierte Vorgehensweise zur Arbeit „in der Factory“ Werkzeuge erleichtern und beschleunigen die einzelnen Arbeitsschritte. Abbildung 1: Idee einer Software Factory Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ | .public 02-15 | 17

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