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02 | 2015 public

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Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ

LÖSUNGSALTERNATIVEN

LÖSUNGSALTERNATIVEN Einsatz von EAM-Building-Blocks Aus unserer Erfahrung gibt es drei Lösungsalternativen für die vorausgegangene Fragestellung. Einsatz von EAM-Rahmenwerken Heute sind über 20 EAM-Rahmenwerke bekannt. Die Hauptzielgruppe sind Unternehmen, das heißt, die Mehrzahl dieser Rahmenwerke berücksichtigt typische Anforderungen, Besonderheiten und Probleme von Unternehmen. Beispiele bei Kunden im öffentlichen Bereich, bei denen der Einsatz schwergewichtiger EAM-Rahmenwerke (insbesondere von TOGAF) bereits versucht wurde, erwiesen sich als schwierig: Die Anpassung der Rahmenwerke und der zugrunde liegenden Architekturmanagementkonzepte an die Besonderheiten des öffentlichen Bereichs waren sehr aufwendig und risikobehaftet und sind letztlich auch daran gescheitert. Eine Anwendung dieser Alternative muss daher sehr sorgfältig abgewogen werden. Wir empfehlen stattdessen die Anwendung einer der nachfolgenden Alternativen. Einsatz von EAM-Patterns (Muster) Neben bekannten EAM-Rahmenwerken werden in der Industrie sehr häufig bewährte EAM-Muster für EA-Modelle, EA- Vorgehensweisen und EA-Darstellungen verwendet. Gängige EAM-Muster sind die sogenannten Prozessunterstützungskarten. Diese ermöglichen Darstellungen der Geschäftsprozessunterstützung durch konkrete Geschäftsanwendungen pro Standort. Es gibt mehrere EAM-Mustersammlungen sowie zugehörige Methoden zum Aufbau organisationsspezifischer EAM-Funktionen auf Basis dieser Muster. Auch wenn EAM-Muster mehrfach erfolgreich für bestimmte EAM-Probleme in der Industrie eingesetzt worden sind, ist ihre Anwendung im öffentlichen Bereich mit einer wesentlichen Einschränkung verbunden: Im konzeptuellen Sinne beschreibt ein Muster eine konkrete Lösung für ein konkretes Problem in einem konkreten Kontext. Die meisten EAM-Muster stammen jedoch aus der Industrie, weswegen die Kontextproblematik aus dem vorigen Abschnitt auch hier voll zum Tragen kommt (z. B. das Vergeben von extra IT-Budgets für Abteilungen, die sich besonders streng an die vorgegebenen IT-Standards für ihre Anwendungen halten). Daher empfehlen wir aus unserer Erfahrung zwar durchaus den Einsatz von EAM-Mustern auch für den öffentlichen Bereich, jedoch nur unter expliziter Betrachtung der Kontextverträglichkeit jedes einzelnen Musters für eine konkrete öffentliche Organisation. Ein EAM-Building-Block (Baustein) ist ein kontextfreier Lösungs- baustein eines oder mehrerer bekannter EAM-Muster. Ein kontextabhängiges EAM-Problem wird bei Bausteinen in ein kontextfreies EAM-Ziel und kontextfreie EAM-Architekturanliegen übersetzt. Beispiele für einen EAM-Baustein ist das Modellierungsvorgehen rekursive Gruppierung oder der EAM-Methodenbaustein Informationserhebung durch Experteninterviews oder Informationserhebung durch autonome Netzwerkanalyse. Benötigte Bausteine für eine konkrete Organisation werden durch den Einsatz spezieller Konfigurationsmechanismen zu organisationsspezifischen EAM-Funktionen, eingebettet im Kontext der jeweiligen Organisation, zusammengesetzt. Eine konkrete EAM-Bausteinsammlung mit zugehörigen Konfigurations- methoden zum Aufbau und zur kontinuierlichen Anpassung organisationsspezifischer EAM-Funktionen ist das BEAMS- Rahmenwerk, entwickelt durch die TU München 4 . Aus unseren Projekterfahrungen empfehlen wir den Einsatz dieser Lösungsalternative für den öffentlichen Bereich ohne Einschränkungen und stellen nachfolgend ausgewählte Ergebnisse der Anwendung dieser Lösungsalternative aus einem Projekt vor. AUSGEWÄHLTE PROJEKTERFAHRUNGEN Den Einsatz von EAM-Bausteinen im öffentlichen Bereich haben wir bereits 2011 erfolgreich erprobt. Damals sollte für einen gemeinnützigen Verbund von Forschungsinstituten (kurz VFI) eine EAM-Funktion für die EAM-Fragestellung Übersicht der IT-Unterstützung und Übersicht der IT-Standardkonformität erarbeitet werden. Das VFI fungiert als zentrale Einrichtung dieses Verbundes von über 80 Forschungsinstituten mit mehr als 13.000 Angestellten und über 7. 000 Gastforschern. Es ist für den Betrieb Standort 1 0..n am Geschäftsprozess für Unterstützung mittels Anwendung Abbildung 1: EA-Modell für die EAM-Funktion des VFI 1 0..n 0..n 1 0..n nutzt 1..n Technologie Ist-Standard: ja/nein 4 https://wwwmatthes.in.tum.de/pages/ste22z023rd3/BEAMS 14 | .public 02-15 | Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ

München Hamburg Berlin Anwendung A (100) Anwendung B (200) Anwendung B1 (210) Anwendung D1 (410) Anwendung D2 (420) Anwendung C (300) Anwendung D (400) Anwendung G (700) Anwendung F1 (610) Anwendung E (500) Anwendung F (600) Kartensymbole Standard konform: Visualisierungsregel Organisationseinheit Anwendung ja nein A B(1) Organisationseinheit (A) nutzt Anwendung (B) Abbildung 2: Übersicht der VFI Anwendungen pro Standort mit Betrachtung der jeweiligen Standardkonformität und die Weiterentwicklung zentraler Dienstleitungen und IT-Lösungen für alle Institute zuständig. An dieser Stelle gehen wir nur auf zwei ausgewählte Lösungsaspekte ein und verweisen auf den vollständigen Beitrag zum Projekt 5 . Die Vertreter des VFI haben Interesse am EAM-Ziel Transparenz erhöhen für die drei Architekturanliegen Geschäftsanwendungen unterstützen Geschäftsprozesse an Standorten, Basisstandardisierung und Geschäftsanwendungen verwenden Technologien geäußert. Gemäß dieser Vorgabe wurden zugehörige BEAMS-EA-Modellierungsbausteine ausgewählt und zusammengeführt, um eine geeignete EA-Modellbasis für die angestrebte Betrachtung zu ermöglichen. Das resultierende EA-Modell ist in Abbildung 1 dargestellt. Für die Erhebung der benötigten Modellinformationen wurde der EA-Methodenbaustein Beschreibe mittels Interview ausgewählt. Dabei erhoben die beteiligten VFI-Unternehmensarchitekten die benötigten Daten in strukturierten Interviews mit allen relevanten Applikationsverantwortlichen. Zur schematischen Darstellung der Ergebnisse wurde der EA-Visualisierungsbaustein Gruppierungskarte (Abbildung 2) ausgewählt. Diese Visualisierung wurde von den VFI-Unternehmensarchitekten als sehr hilfreich für die Kommunikation der aktuellen Bebauung und insbesondere der Abweichungen zu vorgegebenen Standards mit ihren Vorgesetzten bewertet. Darüber hinaus gaben die Unternehmensarchitekten an, dass diese Darstellung sehr hilfreich für das Ableiten und Planen von Verbesserungsmaßnahmen für die Ist-Situation mit den Entscheidern sei. RESÜMEE UND AUSBLICK Im Fokus dieses Artikels standen die wesentlichen Unterschiede bezüglich der grundlegenden Ziele von Unternehmen und öffentlichen Organisationen sowie die dazugehörigen Kontextunterschiede. Drei konkrete Alternativen, wie praxisbewährtes EAM-Wissen adäquat auf den öffentlichen Bereich übertragen werden kann, wurden kommentiert und abschließend ausgewählte Projektergebnisse der Anwendung unserer präferierten Lösungsalternative vorgestellt. In einem zweiten Teil 6 werden wir das Thema Quantifizierung (Metriken) von Unternehmensarchitekturen für den öffentlichen Bereich diskutieren sowie über weitere Erfahrungen aus unseren Projekten berichten.• ANSPRECHPARTNER – DR. IVAN MONAHOV Lead IT Consultant Public Sector • +49 174 2466427 • ivan.monahov@msg-systems.com 5 I. Prem, I. Monahov, S. Buckl und F. Matthes, „Applying the Concept of Building Blocks for Enterprise Architecture Management Solutions in Practice.,“ MCIS, Cyprus, 2011 6 voraussichtlich .public Ausgabe 01-2016 Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ | .public 02-15 | 15

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