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02 | 2015 public

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Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ

und haben lange

und haben lange Entwicklungszeiten. Aber auf der anderen Seite wird es immer mehr Anwendungen geben, bei denen von der Idee über die Umsetzung bis zum Betrieb nur ein paar Wochen vergehen dürfen. Deshalb versuchen wir gerade, unser Unternehmen auf zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten einzurichten. Denn in Zukunft werden wir parallel fahren müssen: lang laufende, schwergewichtige Anwendungen und schnelle, leichtgewichtige. Und hierfür nehme ich auch das Wort Cloud in den Mund. Denn für mich ist Cloud nicht nur Technologie, sondern für mich ist Cloud vor allem ein Vehikel, um IT-Services schneller und kostengünstiger bereitstellen zu können. .public: Beim Thema Cloud stellt sich die Frage nach der Sicherheit ... Jabkowski: Das stimmt, das ist aus meiner Sicht auch ein ganz zentraler Punkt, den wir gewährleisten müssen. Unsere Aufgabe ist es nicht nur, die IT-Infrastruktur für die digitale Verwaltung bereitzustellen, unsere Aufgabe ist es auch, diese so sicher wie nur möglich zu gestalten. Sicherheit ist für das BRZ immer schon ein entscheidendes Thema gewesen, ein Dauerthema. Daher hatten wir von Anfang an einen sehr hohen Sicherheitsstandard, ein sehr gutes Sicherheitsmanagementsystem und sind bereits seit zehn Jahren ISO-zertifiziert. .public: Welche wichtigen Meilensteine hat das BRZ kurz- und mittelfristig auf der Agenda? Jabkowski: Was wir derzeit tun beziehungsweise was wir gerade im Auftrag des Bundesministeriums für Finanzen und des Familien- und Jugendministeriums finalisiert haben: Wir sind Anfang Mai mit dem ersten No-Stop-Shop „Antragslose Familienbeihilfe“ produktiv gegangen. .public: Was können wir uns darunter vorstellen? Jabkowski: Ein No-Stop-Shop ist eine Verwaltungstransaktion, bei der die Bürgerin, der Bürger nichts mehr aktiv tun muss. Die „Antragslose Familienbeihilfe“ funktioniert so: Wenn ein Kind geboren wird, ist für die Auszahlung der Familienbeihilfe seit Mai kein Antrag und kein Besuch beim Finanzamt mehr notwendig. Die Finanzverwaltung prüft automatisiert, ob alle Kriterien für den Bezug erfüllt sind. Auch die Überweisung der Familienbeihilfe findet automatisch statt. Das spart den Bürger/-innen Zeit und der Verwaltung Kosten. Und das ist möglich, weil jetzt eine bereichsübergreifende Verknüpfung von Daten existiert. Derzeit wird auch überlegt, für Steuerbescheide einen No-Stop- Shop einzuführen. Heute muss jede Bürgerin, jeder Bürger und auch jedes Unternehmen in Österreich einen Antrag auf Steuerausgleich stellen. Aber wenn alle dafür nötigen Daten zentral verfügbar wären, dann könnte der Steuerbescheid vorausgestellt werden. Das heißt: Ich bekomme ihn vorgefertigt und wenn ich nichts weiter tue, dann wird genau das, was in ihm angeführt ist, zur Überweisung gebracht. Das nenne ich Bürgernähe. Das ist Digitalisierung als Treiber von Verwaltungsinnovationen. Weiters planen wir, im zweiten Halbjahr 2015 erste Services aus der Trusted-Government-Cloud anzubieten. Das eine ist eine sichere Dropbox. So können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesverwaltung mit einer Cloud-Lösung vertraut machen. Und Ende des Jahres werden wir in Österreich gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger einen ersten großen Meilenstein setzen, und zwar für die elektronische Gesundheitsakte. .public: Wenn wir unseren Blick auf Europa richten: Welche Aktivitäten bestehen seitens des BRZ im europäischen Kontext? Jabkowski: Das europäische Thema sehe ich vor allem unter dem Stichwort Kooperation. Über das Thema Konsolidierung haben wir ja schon ausführlich gesprochen. Wenn ein Dienstleister der Verwaltung nicht konsolidiert, dann hat er etwas Wesentliches vergessen. Aber auch Kooperationen sind für uns essenziell geworden. Ohne Kooperation können wir gute Leistungen bringen, keine Frage. Aber wenn man strategischer Partner, Trusted Advisor, Innovator werden will – und das wollen wir –, kann man das nur über strategische Partnerschaften erreichen: durch Kooperationen mit den Kunden auf der einen und durch enge, tiefe Kooperationen mit IT-Partnern auf der anderen Seite, auch länderübergreifend. Mit Deutschland läuft das schon seit Jahren sehr gut. Das BRZ ist beispielsweise Mitglied im Arbeitskreis der Leiter der deutschen Datenzentralen. Dort trifft man sich in einem sehr offenen Gesprächsklima mit exzellenten Expertinnen und Experten, von denen man lernen kann. Wir haben alle schon viel voneinander profitiert. In diesem Arbeitskreis geht es vor allem um Informationsaustausch, um Erfahrungsaustausch bis hin zu Kooperationen. Auf europäischer Ebene wurde Ende 2007 eine Plattform initiiert: die Euritas, die Allianz der europäischen Verwaltungs-IT-Dienstleister. Ihre Zielsetzung ist, sich untereinander auszutauschen, und zwar in allen Bereichen; beispielsweise zum Thema Sicherheit in den Verwaltungsanwendungen. Denn internationale 10 | .public 02-15 | Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ

Statistiken belegen, dass Organisationen in den Kategorien „Rechenzentrum“ und „Government“ als hoch gefährdet eingestuft werden. Das BRZ ist ein begehrtes Angriffsziel. Wir verzeichnen bis zu 500 Mio. Cyber-Attacken pro Monat. Die Bedrohung der IT-Sicherheit ist global. Deshalb ist es gut, hier global vernetzt zu sein. Big Data ist ebenfalls ein Thema, über das wir mit unseren deutschen und europäischen Kolleginnen und Kollegen sehr intensiv diskutieren. Und Ende 2011 haben wir in der Euritas eine Cloud-Arbeitsgruppe installiert, die ein Strategiepapier, das Cloud White Paper, veröffentlicht hat. Das ist wichtig, denn Cloud-Computing macht ja nicht an einer Ländergrenze halt. Im Herbst veranstaltet die Euritas in Rom ihren ersten großen Summit. Dort können wir uns dann zu all den genannten Themen vertieft austauschen. Parallel dazu vergehen kaum zwei Wochen ohne Delegationsbesuche aus der ganzen Welt bei uns im BRZ. Das Hauptinteresse gilt dem Modell BRZ – sprich einem ausgegliederten IT-Dienstleister des Bundes. Morgen besuchen uns beispielsweise Kollegen aus Prag. Aus Deutschland kommen ebenfalls immer wieder Delegationen. Vor einigen Wochen war der IT-Dienstleiter der niedersächsischen Landesverwaltung aus Hannover bei uns. Aber wir hatten auch schon Gäste aus Saudi-Arabien, Russland, Israel … von überall her. Das ist spannend, denn unsere Gäste bringen ja auch viel eigenes Know-how mit. Zusätzlich ist es für uns gute Öffentlichkeitsarbeit, die zu einem positiven Image – auch international – beiträgt. Seit einigen Jahren bieten wir neben der klassischen Karriere im Management auch Fachkarrieren mit gleichen Perspektiven sowie gleichen Aufstiegsmöglichkeiten an. Das sind etwa IT-Architekten oder Business Consultants, die vom Prestige, von der Bedeutung, aber auch von der Bezahlung entsprechenden Führungspositionen gleichgestellt sind. Das ist durchaus wichtig, denn wir leben ja von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in den Projekten und in den Betriebsaufgaben tätig sind. Ein IT-Architekt ist für mich sehr bedeutend und ich möchte ihn nicht verlieren, nur weil er meint, dass der Teamleiter auf der anderen Seite mehr Prestige hat. Und natürlich bieten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein sehr umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm an, in unserer hauseigenen BRZ-Academy. Wir fördern auch den Ausgleich von Beruf und Familie und lassen uns hier regelmäßig zertifizieren. Dabei setzen wir ganz unterschiedliche Maßnahmen: Das fängt bei der Flexibilität von Ort und Zeit für die Leistungserbringung an und geht bis zur Organisation von Kinderbetreuung an bestimmten schulfreien Tagen. Wir wollen eine Win-win-Situation für beide Seiten erreichen und geben dem Thema deshalb ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. .public: Herr Jabkowski, vielen herzlichen Dank für das sehr interessante, aufschlussreiche und offene Gespräch. Jabkowski: Sehr gerne, ich bedanke mich.• .public: Zum Abschluss interessiert uns noch das Thema BRZ als Arbeitgeber: Was darf ein Bewerber beziehungsweise ein Mitarbeiter vom BRZ als Arbeitgeber erwarten? Jabkowski: Wir sind sicherlich eine interessante Alternative für Bewerberinnen und Bewerber in Österreich und bei uns arbeiten sehr qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Warum ist das so? Ein wichtiges Kriterium ist sicher das Gehalt. Ich hatte es anfangs schon erwähnt: Wir haben einen eigenen Tarifvertrag und sind an der Stelle absolut vergleichbar mit der Industrie. Wir zahlen ein gutes Fixgehalt und sind dafür bei den variablen Gehaltsbestandteilen eher konservativ. Wir wollen nicht, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon mit 30 Jahren ausgebrannt sind. Ein weiteres Kriterium ist sicher das Thema Ortsstabilität. Wir sind natürlich interessant für jene, die nicht jeden Tag in einer anderen europäischen Stadt arbeiten möchten und abends nicht wissen, wo sie morgens aufwachen. Das Interview führten Jürgen Fritsche, Geschäfts- bereichsleiter Public Sector, msg systems ag, und Karin Dohmann, Marketing. Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ | .public 02-15 | 11

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