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02 | 2014 NEWS

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u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung Auswirkungen Nachfolgend werden die Auswirkungen durch die Umstellung der Risikovorsorgeberechnung auf das Expected-Loss-Modell analysiert. Die Analyse unterteilt sich in drei Segmente: die Höhe der Risikovorsorge je Bucket in Relation zu IAS 39, die Auswirkung der Bucketübergänge sowie Anforderungen an die Berechnung des Lifetime-EL. Die eigentliche Berechnung der Risikovorsorge entspricht weitestgehend dem bisherigen Vorgehen. Allerdings kommt es aufgrund des Wegfalls des LIP-Faktors, der in der Regel einen Wert kleiner oder gleich 1 besitzt, zu einem Anstieg der Risikovorsorge. Ein bisheriger LIP-Faktor in Höhe von 0,6 bewirkt beispielsweise einen Anstieg der Risikovorsorge um 66,6 Prozent. Der größte Anstieg der Risikovorsorge wird jedoch in Bucket 2 realisiert, da hier sowohl der LIP-Faktor entfällt als auch ein Übergang vom Ein-Jahres-EL auf den Lifetime-EL erfolgt. In Abhängigkeit der Laufzeit des Finanzinstruments kann es zu einem Anstieg der Risikovorsorge um Faktor 50 kommen. Darüber hinaus sind deutlich stärkere Schwankungen der GuV aufgrund von Migrationen zwischen Bucket 1 und 2 Stage 1 Stage 2 Stage 3 zu erwarten, da die Bucketzuordnung zu jedem Meldestichtag neu ermittelt wird und somit für einzelne Verträge im Zeitablauf variieren kann. In Bucket 3 ergeben sich keine Unterschiede zu IAS 39. Sämtliche Auswirkungen sind in Abbildung 2 zusammengefasst. Neben der frühzeitigen Erfassung der Risikovorsorge sowie der Vermeidung von Prozyklizität war eine stetigere Berechnung der Risikovorsorge, die das zum jeweiligen Bewertungsstichtag vorhandene Risiko widerspiegelt, im Fokus der Gesetzgeber. Dieses Ziel wurde nur bedingt erreicht, da bei einem Stageübergang weiterhin deutliche Sprünge, sogenannte „Cliff Effects“, zu beobachten sind. Kombiniert mit einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit führt die Änderung der Methodik vom Ein-Jahres-EL zum Lifetime- EL zu einen deutlichen Anstieg des Risikovorsorgebetrags beim Übergang von Bucket 1 nach 2. Die Verwendung einer PD in Höhe von 1 führt darüber hinaus auch bei dem Übergang nach Bucket 3 zu einer deutlichen Erhöhung der erforderlichen Risikovorsorge. Zusammenfassend resultieren somit aufgrund der zukünftigen Anwendung eines Expected-Loss-Ansatzes gestiegene Anforderungen an die vorhandenen Risikoparameter. So müssen unter anderem Mehr-Jahres-PDs sowie LGDs und Inanspruchnahmen zu Zeitpunkten in der Zukunft ermittelt werden. Diese Werte stehen derzeit vielen Instituten nicht zur Verfügung, was sowohl die fachliche Konzeption, deren Schätzung beziehungsweise Berechnung sowie die Integration in den bestehenden Datenhaushalt umfasst. Geringes Kreditrisiko Signifikant erhöhtes Kreditrisiko Objektiver Hinweis auf Wertminderung Kritische Punkte – Prinzipienorientierung im ED Risikovorsorge aufgrund Wegfall des LIP-Faktors Risikovorsorge Deutlich höhere RV durch Anwendung des Lifetime-EL Höhere GuV-Volatilität durch Wanderungen zwischen Stage 1 & 2 Keine wesentlichen Implikationen zu IAS 39 erwartet, Expected Loss entspricht Incurred Loss Abbildung 2: Analyse der Auswirkungen durch den Übergang vom Modell „Incurred Loss“ zu „Expected Loss“ Im aktuellen Gesetzesentwurf zu IFRS 9 liefert der IASB für bestimmte Aspekte keine direkten Umsetzungsvorgaben, sondern stellt lediglich Prinzipien zur Verfügung, die institutsindividuell zu konkretisieren sind. Grundsätzlich wurde diese Vorgehensweise gewählt, um sowohl IRB- und KSA-Banken sowie Industrieunternehmen die Umsetzung von IFRS 9 mit einem angemessenen Implementierungsaufwand zu ermöglichen. Die Prinzipienorientierung führt dabei zu einem hohen Interpretationsspielraum, der mit einer großen Unsicherheit bezüglich der Lösungsszenarien einhergeht. 20 I NEWS 02/2014

Unternehmenssteuerung t Stage 1: Risikovorsorge in Höhe des 12-Monats-EL Nein Ja Liegt ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung vor? Nein Hat das Finanzinstrument ein Kreditrisiko besser als Investment Grade? Nein Greift der 30-Tage-Verzug oder ein besser geeignetes Kriterium? Nein Ist eine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität basierend auf dem Vergleich der PDs eingetreten? Ja Ja Ja Stage 3: Risikovorsorge in Höhe des Lifetime-EL Stage 2: Risikovorsorge in Höhe des Lifetime-EL Abbildung 3: Entscheidungsbaum für die Bucketzuordnung Aufgrund der Komplexität des neuen Modellansatzes sowie der Vielzahl an zu beachtenden Aspekten werden lediglich die wichtigsten prinzipienbasierten Aspekte nachfolgend vorgestellt. Hierbei handelt es sich um Punkte, die sämtliche Produktarten betreffen und einen erheblichen Einfluss auf die Höhe der Risikovorsorge besitzen. Hervorzuheben sind dabei die Zuordnung zu Bucket 2, die Verwendbarkeit von IRB-Parametern, die Berücksichtigung von vorzeitigen Rückzahlungen sowie der Risikohorizont des Lifetime-EL in Bucket 2. Die Kriterien für die Bucketzuordnung sind in Abbildung 3 grafisch veranschaulicht. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Zuordnung zu Bucket 2. Wie bereits erwähnt, muss die Zuordnung zu Bucket 2 erfolgen, wenn ein Finanzinstrument eine signifikante Verschlechterung des Kreditrisikos aufweist. Ein Hinweis auf eine signifikante Verschlechterung stellt unter anderem ein 30-tägiger Zahlungsverzug dar. Hierbei handelt es sich um eine „widerlegbare Vermutung“, sodass bei einem angemessenen Nachweis auch auf einen 45- oder 60-Tage-Verzug zurückgegriffen werden kann. Zudem muss die Verschlechterung der Mehr-Jahres-PD zum Bewertungsstichtag mit der Mehr-Jahres-PD zum erstmaligen Bilanzsatz verglichen werden und eine Zuordnung zu Bucket 2 durchgeführt werden, sobald der Vergleich auf eine signifikante Verschlechterung hinweist. Genaue Vorschriften zur Festlegung der Signifikanzschwelle werden allerdings nicht gegeben. Es gilt lediglich die Vertragslaufzeit und die verbleibende Restlaufzeit sowie die absolute Höhe der PD bei erstmaligem Ansatz geeignet zu berücksichtigen. Zudem darf statt der Mehr-Jahres-PD die Ein-Jahres-PD herangezogen werden, wenn deren Verwendung zu einem identischen Ergebnis führt. Die Zuordnung zu Bucket 2 ist sehr komplex, hat basierend auf Institutsspezifika zu erfolgen und erfordert die Notwendigkeit von Nachweisen für die Angemessenheit der gewählten Umsetzung. Insbesondere aufgrund des „Cliff Effects“ beim Bucketübergang hat die Umsetzung der Bucketzuordnung einen hohen Einfluss auf die Höhe der Risikovorsorge und definiert demzufolge eine der wesentlichen Stellschrauben. Seminartipp aus „Themen & Termine 2014“ Adressrisikoparameter PD, LGD und CCF > 13. bis 15. Oktober 2014 in Würzburg Kontakt: seminare@msg-gillardon.de NEWS 02/2014 I 21

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