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02 | 2014 NEWS

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u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung aufsichtsrechtlichen Risikofaktoren analysiert werden. Dies erfordert eine Analyse jedes Kontos hinsichtlich der risikoreichen Merkmale (Fremdwährungseinlage, produktbezogene Einlage, zinsinduzierte Einlage, risikoreicher Vertriebskanal, Gesamteinlagenhöhe über 100 T€ sowie weitere institutsindividuelle Merkmale) und der sehr risikoreichen Merkmale (Einlagen mit einer Kündigungsfrist kleiner 30 Tage; Einleger außerhalb der EU; Gesamteinlagenhöhe über 500 T€). Je nach Anzahl der risikoreichen und sehr risikoreichen Merkmale einer Einlage wird diese Einlage nach einem aufsichtsrechtlich vorgegebenen Verfahren einer Kategorie zugeordnet (siehe Abb. 2). Wenn eine Einlage genügend (sehr) risikoreiche Merkmale erfüllt, wird diese in einer der Risikoklassen 1—3 der Kategorie mit hohen Abflüssen zugeordnet. Falls die Einlage weniger (sehr) risikoreiche Merkmale erfüllt, erfolgt die Zuordnung in die Kategorie „Niedrige Abflüsse“ beziehungsweise „Mittlere Abflüsse“: Die Zuordnung zur Kategorie „Niedrige Abflüsse“ wird anhand der Kriterien „etablierte Geschäftsbeziehung“ oder „Zahlungsverkehrskonto“ vorgenommen. Einlagen, die nicht in diese Kategorie fallen, werden dem Resttopf „Mittlere Abflüsse“ zugeordnet. Herausforderungen für die Institute Das oben beschriebene Verfahren ist – aus rein fachlicher Sicht – zunächst relativ einleuchtend und nicht allzu kompliziert. Bei der Umsetzung sind jedoch die folgenden Herausforderungen zu meistern: 1. Intensive Datenaufbereitung zur Ermittlung der Risikofaktoren je Einlage: Hierbei müssen im ersten Schritt die notwendigen Merkmale im Datenhaushalt ermittelt werden. Einige Merkmale, wie z. B. Fremdwährungseinlage, sind in der Regel leicht identifizierbar. Andere Merkmale hingegen, wie z. B. Vertriebskanal, sind teilweise nicht direkt identifizierbar und müssen zunächst aufbereitet werden. 2. Identifikation institutsindividueller Risikofaktoren: Zur Identifikation institutsindividueller Risikofaktoren müssen die Einlagen eines Instituts nach weiteren auffälligen Merkmalen untersucht werden. Dies ist nur möglich anhand der Auswertung der Datenhistorie beziehungsweise der Saldenentwicklung der Einlage unter Berücksichtigung der jeweiligen Ausprägung eines Merkmals. Gibt es zum Beispiel die Vermutung in einem Institut, dass ein Einlagenabruf in größerem Umfang z. B. zur Immobilienfinanzierung in der Regel von 30- bis 40-jährigen Kunden erfolgt, so muss dies anhand einer Analyse der Abrufquoten nach Kundenalter validiert werden. Kategorie Risikofaktoren Kategorie 1 Risikofaktoren Kategorie 2 Beispiel Hohe Abflüsse (> 10 %) Niedrige Abflüsse (5 %) Mittlere Abflüsse (10 %) Risikoklasse 1 2 0 Einlage aus Online-Kundenverbindung über 100 T€ Risikoklasse 2 3 0 Einlage aus Online-Kundenverbindung über 200 T€ zu Vorzugskondition (im Marktvergleich) 1 1 Termingeldeinlage in CHF (=Fremdwährung) mit einer Restlaufzeit < 30 Tage oder Online-Cashkonto Risikoklasse 3 0 2 Cashkonto mit einem Gesamteinlagenvolumen des Kunden > 500 T€ 2 1 Cashkonto aus Online-Kundenverbindung in Fremdwährung Etablierte GB oder ZV Konto Restliche Einlagen Girokonto mit Gehaltseingängen Sparbrief mit Restlaufzeit > 30 Tage (kein Onlinevertrieb) Abbildung 2: Zuordnung einer Einlage zur jeweiligen Risikokategorie 14 I NEWS 02/2014

Unternehmenssteuerung t Für diese Analysen sind sowohl statistische Erfahrung als auch eine adäquate Aufbereitung der Daten notwendig. 3. Institutsindividuelle Schätzung der Abrufquoten für die Risikoklasse 1—3 mit hohen Abflussraten: Für die Schätzung von institutsindividuellen Abrufquoten müssen ebenfalls die institutsindividuellen Datenhistorien der Einlagen auf Kontoebene ausgewertet werden. Eine Analyse auf aggregierten Bilanz- oder Produktvolumina – wie bislang häufig in der Praxis eingesetzt – reicht nicht mehr aus. Hierbei sind wiederum sowohl gute statistische, fachliche als auch datentechnische Kenntnisse erforderlich, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. Diesem Punkt muss deshalb so viel Aufmerksamkeit geschenkt werden, da eine Fehlschätzung hier direkt zu einer möglichen Unterdeckung mit liquiden Assets und somit zu massiven Problemen in einer tatsächlich eintretenden Stresssituation führen kann. Insgesamt ist es empfehlenswert, diese Aufgabe besonders bei Instituten mit hohen Einlagenvolumina intensiv anzugehen. Besonderer Wert sollte auf eine angemessene Analyse der eigenen Daten gelegt werden. Der Aufwand wird sich neben der Ermittlung für die LCR- Meldung auch für angrenzende Themen lohnen. Hier sind sowohl die zukünftigen SREP-Anforderungen der EBA (siehe nächster Abschnitt) als auch das Liquiditätsverrechnungssystem oder die Abrufquotenermittlung für Stresstests zu nennen. Denn die Aussagen über den institutsindividuellen Einlagenbestand hinsichtlich Abrufquoten oder die durchschnittlichen Verweildauern sind auch bei diesen Fragestellungen von besonderer Bedeutung und müssen konsistent anhand eigener Datenauswertungen beantwortet werden. Neue Anforderungen der EBA In dem EBA-Konsultationspapier „Draft guidelines for common procedures and methodologies for the supervisory review and evaluation process (EBA/CP/2014/14)“ vom 07. Juli 2014 nimmt das Liquiditätsrisiko – neben den Themengebieten Geschäftsmodellanalyse, Governance und Kontrolle sowie Kapitalrisiken – eine zentrale Rolle ein und wird in den Kapiteln 8 und 9 ausführlich behandelt. Die Beurteilung des Liquiditätsrisikos erfolgt in Form der drei Kernelemente „liquidity risk“, „funding risk“ und dem damit verbundenen Risikomanagement („liquidity and funding risk management“). Die Anforderungen des neuen aufsichtsrechtlichen SREP-Standards zu den verschiedenen Fragestellungen des Liquiditätsrisikos sind deutlich umfangreicher als die bereits heute bestehenden MaRisk-Anforderungen. MaRisk Liquiditätsrisiko ist wesentliches Risiko (AT 2.2) Allgemeine Regelungen Risikotragfähigkeit (AT 4.1) Strategie (AT 4.2) Risikosteuerung und Risikocontrolling (AT 4.3.2) Stresstests (AT 4.3.3) Abbildung 3: Übersicht der aktuellen MaRisk-Anforderungen Skizze der erweiterten Anforderungen Spezifische Regelungen Allgemeine Anforderungen (BTR 3.1) > Sicherstellung Zahlungsfähigkeit > Frühzeitiges Erkennen von Liquiditätsengpässen > ... Anforderungen für kapitalmarktorientierte Institute (BTR 3.2) > Vorhalten hochliquider zentralbankfähiger Assets > Spezifische Anforderungen an Stressszenarien > ... Die EBA möchte die Konsistenz und Qualität der aufsichtlichen Prüfung und deren Ergebnisse verbessern. Hierzu werden die Methoden der Liquiditätsrisikomessung, des Risikomanagements, der Strategien und Prozesse der Institute bewertet, wobei eine Untergliederung in die Aspekte „liquidity risk“, „funding risk“ und „risk management“ erfolgt. Sowohl für die Kategorie „liquidity risk“ als auch „funding risk“ sollen eigene Bewertungen/Scorings durchgeführt werden. Diese Bewertungen fließen anschließend zusammen mit einer Bewertung des „Internal Liquidity Adequacy Assessment Process (ILAAP)“ in das übergreifende Bewertungsergebnis „Overall Assess- NEWS 02/2014 I 15

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