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02 | 2013 NEWS

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u Business u Unternehmenssteuerung Generelle Funktionsweise des Modells Das Modell der gleitenden Durchschnitte ermöglicht es, Bewertungszinsen für variable Produkte zu bestimmen, die einerseits die Produktzinsentwicklung gut nachbilden und andererseits direkt in eine Dispositionsvorschrift umzusetzen sind. Beispielsweise wird bei einem gleitenden 1-Jahres-Geld der Gesamtbestand in zwölf gleiche Teile zerlegt, von denen jeden Monat ein Teil fällig wird. Dieser Teil wird dann wieder für weitere zwölf Monate angelegt. Der Gleitzinssatz ergibt sich dann durch Durchschnittsbildung über die Zinsen der gleitend angelegten gleichen Teile. Das Verfahren erlaubt es, als Bewertungszins auch beliebige Mischungen gleitender Durchschnitte, die aus unterschiedlichen Fristen gebildet werden, zu verwenden. Dabei hat der Bewertungsvorschlag die Eigenschaft, dass, analog zu den abzubildenden Produkten, die Zinsanpassung gleitend und daher verzögert und nicht in vollem Maße erfolgt. Grundsätzlich gilt: „Lange“ Mischungsverhältnisse sind träger als „kurze“. Fachlich ist das Mischungsverhältnis so zu wählen, dass sich zwischen Produktzins und Bewertungszins im Zeitverlauf eine möglichst konstante Marge ergibt. Falls der Disponent in angegebener Weise disponiert, ist die Bank zinsänderungsrisikofrei. Darüber hinaus ergeben sich für das Risiko-Controlling eindeutig bestimmbare Cash-Flows, über die das Zinsänderungsrisiko gesteuert werden kann. Somit kann das Modell die verschiedenen Anforderungen der Bank, was Kalkulation, Disposition und Risikomanagement betrifft, erfüllen und miteinander vereinen. Der jüngste Monatsbericht der Europäischen Zentralbank dokumentiert rückläufige Margen der Banken für durchschnittliche Kredite an private Haushalte. Die sinkenden Margen hängen mit den nach wie vor niedrig gehaltenen Leitzinsen und der bisher nur schwachen „Aufhellung des Wirtschaftsklimas“ zusammen. Bei Betrachtung der gesamten Produktpalette der Banken gilt dies nicht nur für das Kreditgeschäft, sondern lässt sich auch auf die Kundeneinlagen ausweiten. Bei der Konditionierung ist man an einer „unteren Schranke“ angekommen, sodass eine Reduktion der Margen unausweichlich ist. Damit wird deutlich, dass sinkende Margen keinesfalls ein Modellfehler der gleitenden Durchschnitte, sondern der derzeitigen Marktsituation geschuldet sind. Es stellt sich die Frage, ob die aktuell gewählten Mischungsverhältnisse bei einer zukünftigen möglichen Zinssteigerung ein Ausweichen der Kunden auf dann attraktivere Produkte forcieren. Daher sollte man die Trägheit der Mischungsverhältnisse mit geeigneten Zukunftsanalysen näher untersuchen. Im aktuellen Modul VARAN von msgGillardon können verschiedene Zukunftsanalysen durchgeführt werden. Mischungsverhältnisse können unter Zinsprognosen und -szenarien inklusive der Betrachtung zukünftiger Kursentwicklungen und im Vergleich zu Festzinsprodukten analysiert werden. Grundlage ist häufig nur die historische Analyse Tendenziell werden bei trägen Kundenprodukten wie z. B. Spareinlagen lange Mischungsverhältnisse gewählt. Eine Indikation für das Mischungsverhältnis erhalten die Banken oft aufgrund einer historischen Analyse ihres bisherigen Zinsanpassungsverhaltens. Häufigster Fehler hierbei ist, dass die anschließend stets erforderliche Zukunftsanalyse nicht durchgeführt wird. Denn nur so kann validiert werden, ob ein aus den historischen Werten ermitteltes Mischungsverhältnis auch das zukünftige Zinsanpassungsverhalten widerspiegeln kann. Dieser Sachverhalt wird an einem ausführlichen Beispiel verdeutlicht. Die historische Analyse eines typischen Sparbuches für den Zeitraum 01.2005 bis 06.2013, der zwei Marktphasen steigender und fallender Zinsen beinhaltet, ergibt ein Mischungsverhältnis von 10 Prozent 5-Jahresgeld und 90 Prozent 7-Jahresgeld (vgl. Abb. 1). Betrachtet im Rahmen einer Zukunftsanalyse mit linear steigenden Zinsen um 1 Prozent p. a. (vgl. Abb. 2), würde sich unter Verwendung des statistischen Optimums ein Nachlauf im Bewertungszins, wie in Abbildung 3 dargestellt, zeigen. 28 I NEWS 02/2013

Business t Unternehmenssteuerung t Aufgrund des langen Mischungsverhältnisses würde suggeriert werden, dass bis zum Ende des Jahres 2015 trotz eines wieder ansteigenden Zinsniveaus die Kundenkondition weiter sinken solle. Auch wenn das klassische Sparbuch eher auf träge, nicht zinssensitive Kunden zugeschnitten ist, würde dies der Zinsentwicklung am Markt diametral entgegenstehen. Selbst wenn die Kunden in dem Produkt verbleiben würden, wäre eine negative Kondition undenkbar – eine Mindestverzinsung würde verbleiben, was eine weiter einschmelzende kalkulatorische Marge zur Folge hätte. Festlegung von Mischungsverhältnissen via Zukunftsanalyse Abbildung 1: Ergebnis der historischen Analyse Eine Lösung des Problems ergibt sich aus der richtigen Festlegung der Mischungsverhältnisse mithilfe der Zukunftsanalyse. Hierbei gilt, dass eine historische Analyse des Zinsanpassungsverhaltens eine Indikation für das zukünftige Mischungsverhältnis liefern KANN, aber nicht MUSS. Diese Vorgehensweise wurde beispielweise in einem Projekt mit der Sparkasse Koblenz umgesetzt. Hier wurden Mischungsverhältnisse in einem ersten Schritt auf Basis einer historischen Analyse ermittelt. Diese Ergebnisse dienten als Grundlage für die weitere Diskussion in Form einer Zukunftsanalyse, deren Ergebnis dann die tatsächlich vorgeschlagenen Mischungsverhältnisse waren. Abbildung 2: Parametrisierung der Zukunftsanalyse in VARAN Eine Zukunftsanalyse mit einem Mischungsverhältnis, das sich aus einer Kombination kurzer und langer Bewertungszinsen zusammensetzt, führt in der Zukunft zu einer wesentlich besseren Abbildung des Zinsanpassungsverhaltens. Im Beispiel einer Kombination mit 20 Prozent gleitend 3-Monatsgeld und 80 Prozent gleitend 10-Jahresgeld wird immer noch ein sehr hoher Anteil langer Gleitzinsen verwendet (vgl. Abb. 4). Das Simulationsergebnis zeigt: Die Zinsanpassung erfolgt weiterhin träge, aber wesentlich marktnäher. Die Marge wäre zudem zukünftig konstant realisierbar (vgl. Abb. 5). Abbildung 3: Analyseergebnisse zum statistischen Optimum in VARAN (grafisch) Zusammenfassend zeigt das Beispiel, dass ein Mischungsverhältnis niemals ohne eine Zukunftsanalyse festgelegt werden sollte. NEWS 02/2013 I 29

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