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02 | 2010 NEWS

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Pure Emotionen

Ich denke, dass es fair

Ich denke, dass es fair ist, von einem Unternehmen nur Beratung zu den Produkten zu erwarten, die es auch im eigenen Regal hat. Allerdings muss diese dann auch kompetent und faktisch sauber sein. Wo muss angesetzt werden, um die Beratungsqualität zu verbessern? Bei der Beraterausbildung oder bei den Hilfsmitteln? Ich meine, bei der Transparenz und bei der Sicherheit. Der Kunde muss sehen und nachvollziehen können, was bei seinen Bankgeschäften passiert, was der Berater macht. Deshalb bekommen unsere Kunden, wenn sie zum Beispiel Geld abheben, schon immer eine Quittung. Das ist Psychologie. Das schließt die Transaktion faktisch ab. Und nach einer Beratung bekommen unsere Kunden immer ein Beratungsprotokoll – und zwar in verständlicher Sprache. Diesen Weg gehen wir durchgängig. Auch bei unseren Produkten und Leistungen. Zum Beispiel geben wir eine kostenlose Onlinegarantie. Denn schauen Sie: Wer Angst vor Onlinebanking hat, lässt sich diese Angst nicht durch technische Features nehmen. Da hilft kein weiteres Antivirenprogramm. Bei Flugangst hilft ja auch keine technische Erklärung ... Wenn wir möchten, dass unsere Kunden Internet-Banking nutzen, müssen wir Ihnen auch ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Und das machen wir mit der Garantie. Ihre Internetseite drückt das auch aus: Sie ist kundenfreundlich, sehr intuitiv, klar gestaltet, ansprechend. Einfach ... Wir haben die Seite komplett neu aufgebaut und gestaltet. Es ist klar: Bestimmte Infos müssen abgefragt werden, die Bonität zum Beispiel. Aber jede Info darf nur einmal abgefragt werden. Alles muss logisch aufgebaut sein, intuitiv. Und es muss immer ein Ausgang erkennbar sein. Nur wenn der Kunde sich auf unserer Seite wohlfühlt, bleibt er auch. Wie ist Ihre Erfahrung in diesem Bereich mit älteren Kunden? Wir haben ja beides: die klassische Filiale, in der die Kunden bekannt sind und persönlich betreut werden. Und dazu unser On- u Top Story u „Emotional Durch und durch Banking emotional ist eigentlich ein allgemeingültiges Konzept. Für jedes Unternehmen, für jede Branche. Emotionen spielen überall eine große Rolle, diese Erkenntnis wird ja mittlerweile auch wissenschaftlich gestützt. Trotzdem tun wir häufig noch so, als wäre der Mensch ein Homo oeconomicus, also ein Nutzenmaximierer.“ t Wie kommt es, dass der Name Ihrer Bank nach emotionalen Gesichtspunkten ausgewählt wurde? Der Namenswechsel und das Re-Branding an sich wurden durch den Eigentümerwechsel von einer amerikanischen Großbank zu einer genossenschaftlich organisierten französischen Retail-Bank schon rein rechtlich nötig. Und unser Eigentümerwechsel war radikal – unsere französische Konzernmutter hat eine ganz andere Kultur, als wir sie von der früheren amerikanischen Mutter kennen. Sie ist durch Werte geprägt, die gerade wieder populärer werden: Denken in längeren Zeiträumen, Geduld, Zeit für Beratung, Gespräche mit den Kunden. Und so wird auch operiert. Dadurch hat sich für uns eine historische Chance ergeben, glaubhaft in die neue, emotionalere Kultur einzutauchen. Es kann niemand sagen: „Das ist alter Wein in neuen Schläuchen.“ Stichwort „Beratung“: Studien weisen immer wieder auf die schlechte Beratungsqualität hin. Wie sehen Sie das? Ich bin überzeugt: Banking leidet unter einem fast schon religiösen Fluch. Der Umgang mit Geld und Zins als Einkommen aus Geldgeschäften ist ja schon aus der Historie heraus anrüchig. Geldverleiher waren schon in der Bibel immer die Bösen. Und die Finanzkrise, die ja wirklich außergewöhnlich war, hat diese Vorurteile noch bestätigt. Sie hat die seit Langem bestehenden Akzeptanzprobleme der Banken wieder nach oben gekehrt. Von den Banken wird in puncto Beratung fast schon Altruismus erwartet. Die Beratungsqualität soll so beschaffen sein, dass Kunden von bestimmten Dingen geradezu abgehalten werden. Und zum Wohl des Kunden sollen Banken auch noch Fremdprodukte beraten und anbieten. Wer macht so was sonst noch? Ein Mercedes-Händler empfiehlt mir ja auch keinen BMW. Und das erwarte ich auch nicht. Aber Banken sollen das. Dabei sind Banken mit ihrer offenen Architektur in diesem Punkt schon sehr weit. Zeitweise hatten wir nur noch 3 % eigene und 97 % Fremdprodukte im Investmentportfolio. 8 I NEWS 02/2010

Top Story t Durch und durch emotional t line- und Telefonieangebot. Das spiegelt sich zwar im Pricing wider und hängt natürlich auch vom Kontotyp ab, aber dadurch können wir alle Altersgruppen abdecken. Überspitzt gesagt – vom „Händchenhalten“ bis zum Spacy-Banking. Ist das Konzept des Emotional Banking Ihrer Meinung nach auf alle Bankentypen übertragbar? Ich glaube ja. Es muss ... Eigentlich gibt es keine Alternative zum emotionalen Banking. Nehmen Sie die demografischen Veränderungen in Deutschland. Deutschland wird immer älter, immer weniger homogen, die Einwohnerzahl schrumpft. Und so kämpfen viele Banken um immer weniger Kunden. Damit wird Kundenbindung zu einer formidablen Tugend. allem stehen. Das sind eigentlich völlig undramatische Dinge. Einmal Einfachheit: ein sehr wichtiger Wert. Alles, was wir tun, soll einfach und verständlich sein. Denn die Finanzwelt wird immer schwieriger und die Berührungsängste werden immer größer. Sie wird meiner Meinung nach die schärfste Waffe für den Erfolg werden. Nicht Kundengewinnung wird zukünftig im Vordergrund stehen, sondern vielmehr, die gewonnenen Kunden auch zu halten. Der „Lifetime-Value“ wurde von vielen Banken noch nicht erkannt. Scheinbar bringt die Neugewinnung immer noch mehr – das stimmt aber nicht. Eigentlich müssten Boni an die Berater bezahlt werden, die keine Kunden verlieren, und nicht an die, die vorne neue Kunden gewinnen, die dann hinten wieder raus laufen. ... Und unter diesem Druck wird emotionale Kundenbindung immer wichtiger. Welche Strategien hat die TARGOBANK bei der Kundenbindung? Eine stabile emotionale Bindung der Kunden an das Unternehmen entsteht am besten über gute Erfahrungen. Es muss ja keine Liebe sein, aber ein Vertrauensverhältnis und Kontinuität. Gute Erfahrungen müssen sich häufen, sie binden den Kunden. Deshalb haben wir für die TARGOBANK vier Werte definiert, die hinter Der nächste Wert ist Leistungsstärke. Das ist die Summe aller Hygienefaktoren. Das heißt, das Unternehmen muss schnell und fehlerfrei sein. Dann Zuverlässigkeit: Das klingt zwar nicht sexy (lacht), ist aber vor allem in der Krise, in schwierigen Situationen wichtig. Zum Beispiel darf in keiner Filiale jemals das Bargeld ausgehen. Stellen Sie sich vor, welcher Schaden in einem solchen Fall angerichtet würde, wie das Vertrauen in die Bank erschüttert wäre. Der vierte Wert dreht sich um Augenhöhe – wir stellen uns nicht über unseren Kunden, indem wir ihm gnädig einen Kredit genehmigen. Vielmehr sind wir gleichberechtigte Partner, jeder spielt seine Rolle, und keine davon ist besser oder schlechter als die andere. Diese vier Werte sind unsere Eckpfeiler, sie sind in unserer Marke verankert, und sie sind – bis auf Leistungsstärke – alle emotional. Sie spiegeln unsere Identität wider. NEWS 02/2010 I 9

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Die Bandbreite unterschiedlicher Branchen- und Themenschwerpunkte decken im Unternehmensverbund eigenständige Gesellschaften ab: Dabei bildet die msg systems ag den zentralen Kern der Unternehmensgruppe und arbeitet mit den Gesellschaften fachlich und organisatorisch eng zusammen. So werden die Kompetenzen, Erfahrungen und das Know-how aller Mitglieder zu einem ganzheitlichen Lösungsportfolio mit messbarem Mehrwert für die Kunden gebündelt. msg nimmt im Ranking der IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen in Deutschland Platz 7 ein.


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