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02 | 2010 NEWS

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u Business u Praxisbericht Bausparkasse Schwäbisch Hall Status quo Die Bausparkasse Schwäbisch Hall hat die Abnahme zum IRB- Ansatz für die Forderungsklasse Mengengeschäft bereits Anfang 2008 absolviert und verwendet seitdem institutsinterne Schätzungen der Kreditrisikoparameter Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, PD) und Verlustquote (Loss Given Default, LGD) sowohl für die interne Risikosteuerung als auch für die aufsichtsrechtliche Meldung. Hierfür befinden sich verschiedene Ratingsysteme im Einsatz. Bei den Modellen zur Prognose der PD (getrennt nach Antrags- und Verhaltensscoring) und des LGD wurden im Vorfeld insgesamt mehr als 15 Einzelverfahren entwickelt, welche aufgrund der verfügbaren Datenmenge allesamt auf mathematisch-statistischen Methoden beruhen. Für jedes dieser Einzelmodelle ist gemäß § 147 SolvV im Zeitablauf eine Überprüfung der Funktionstüchtigkeit erforderlich. Die Validierung der eigenen Schätzungen muss dabei mindestens einmal jährlich vom Institut durchgeführt werden. Dabei sind verschiedene Aspekte im Hinblick auf die qualitativen und quantitativen Bestandteile einer Validierung zu berücksichtigen. Im Zuge der qualitativen Validierung ist beispielsweise eine Prüfung des Modelldesigns, der Datenqualität und der adäquaten Verwendung der Risikokennzahlen in der internen Steuerung erforderlich, während bei der quantitativen Validierung ein Backtesting der Kreditrisikoparameter auf Trennschärfe, Kalibrierung und Stabilität im Zeitablauf sowie die Durchführung eines Benchmarking notwendig ist. Sämtliche Aspekte sind vom Institut je nach eingesetztem Einzelverfahren zu berücksichtigen und im Rahmen eines Validierungsberichts adäquat zu dokumentieren. Optimierung des Validierungsprozesses Die Herausforderung im Zuge einer institutsinternen Umsetzung der Validierung von Kreditrisikoparametern besteht vor allem Modellentwicklung Aufsichtsrechtliche Validierung Modellanpassung Parameterschätzung PD / LGD Qualitativ > Modelldesign > Datenqualität > Verwendung Regelmäßige Überwachung > Ex post: Prognose vs. Realisation > Mindestens einmal jährlich > Out-of-sample / Out-of-time Quantitativ > Trennschärfe > Kalibrierung > Stabilität Parameteradjustierung PD / LGD Out-of-sample / In-time-Validierung Validierungsbericht / Maßnahmen Validierungsbericht / Maßnahmen Out-of-sample / In-time-Validierung Abbildung 1: Exemplarischer Ablauf eines Validierungsprozesses 46 I NEWS 02/2010

Business t Praxisbericht Bausparkasse Schwäbisch Hall t darin, einen standardisierten Prozess zu etablieren, der zum einen die konsistente Anwendung leistungsfähiger quantitativer Validierungsmethoden garantiert und zum anderen einen möglichst hohen Automatisierungsgrad bei der Erstellung und Aufbereitung der Ergebnisse gewährleistet. Damit kann der überwiegende Anteil des zeitlichen Aufwands im Risikocontrolling nicht für die Ergebniserzeugung selbst, sondern vielmehr für die Interpretation sowie Bewertung der Resultate verwendet werden. Durch ein solches optimiertes Vorgehen sind auch unterjährige institutsspezifische Ad-hoc-Analysen schnell, kosteneffizient und hochqualitativ durchführbar, sodass frühzeitig Warnsignale oder Portfolioverschiebungen identifiziert und entsprechende Maßnahmen für die Risikosteuerung eingeleitet und umgesetzt werden können. Exemplarisch orientiert sich der Ablauf eines Validierungsprozesses an den in Abbildung 1 dargestellten Schritten. Nach der erforderlichen initialen Validierung im Zuge der Modellentwicklung ist eine regelmäßige Überwachung der eingesetzten Ratingsysteme durchzuführen. Aus den im Rahmen der Validierung erhaltenen Ergebnissen sind geeignete Maßnahmen abzuleiten, welche bei Bedarf in eine Anpassung der zugrunde liegenden Basismodelle münden. Nach einer so erfolgten Anpassung ist dieses Modell dann im Zeitablauf wiederum zu validieren. Im Vorfeld zur Umsetzung des optimierten Validierungsprozesses sind grundlegende Entscheidungen zu treffen, um für einen reibungslosen Projektablauf Sorge zu tragen. Dabei gilt es, eine Vielzahl an technologischen und fachlichen Themen zu beachten. Dies bedeutet, dass für die Umsetzung einer SolvV-konformen Validierung interner Ratingsysteme eine enge Zusammenarbeit zwischen den entsprechenden Fach- und IT-Abteilungen notwendig ist. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall hatte sich deshalb frühzeitig dazu entschlossen, ein Projektteam aus Mitarbeitern beider Bereiche zu bilden. Die wichtigsten zu klärenden Fragestellungen des Projekts lauteten: > Welche Daten und Quellsysteme werden für die Validierung benötigt? > Wie erfolgt der Datenversorgungsprozess? > Welche Routinen zur Datenplausibilisierung bzw. Datenaufbereitung sind nötig? > Mit welcher Software soll die Umsetzung erfolgen? > Welche (quantitativen) Validierungsmethoden sollen verwendet werden? > Welche Reports sollen (automatisiert) erstellt werden? > Wie erfolgt die Historisierung der Ergebnisse? Das Hauptziel des Projekts bestand folglich darin, eine flexible und maßgeschneiderte Analyseplattform für die Anwender des Fachbereichs zu schaffen, welche einerseits die Eingangsdaten nach einem vordefinierten Schema aufbereitet und andererseits automatisiert die Ergebnisse für den Validierungsbericht mit Hilfe von mathematisch-statistischen Verfahren erstellt. Aufgrund der Tatsache, dass die Validierung der Ratingsysteme bereits im Jahr 2008 nach der erfolgreichen Zulassungsprüfung durch die Bankenaufsicht durchgeführt werden musste, erfolgte ein unmittelbarer und zeitnaher Start des Umsetzungsprojekts, welches auch termingerecht abgeschlossen werden konnte. Im Zeitablauf wurde das Modell entsprechend den spezifischen Anforderungen und Bedürfnissen der Bausparkasse Schwäbisch Hall weiter verfeinert, sodass regelmäßige Verbesserungen und Erweiterungen aufgrund von Veränderungen im Portfolio ermöglicht werden konnten. Die Lösung erlaubt somit die Berücksichtigung aktueller Ereignisse und stellt daher kurzfristige Reaktionsmöglichkeiten und Eingriffe durch entsprechende Maßnahmen bzw. Handlungsempfehlungen sicher. Fachliche Zielarchitektur In einem ersten Schritt ist im Rahmen der Projektumsetzung die fachliche Zielarchitektur zu spezifizieren, wobei der Fokus hierbei auf der Umsetzung des Backtesting liegt. Das gewählte Vorgehen orientiert sich dabei an dem in Abbildung 2 dargestellten Schema. NEWS 02/2010 I 47

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