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02 | 2010 NEWS

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u Business u Unternehmenssteuerung / Risikomanagement Besondere Relevanz haben Erwartungswerte für die Kreditausfälle und die Sondertilgungen des Forderungspools. Im Folgenden wird beschrieben, wie ein solches forderungsbesichertes Wertpapier in den unterschiedlichen Risikosichten adäquat abzubilden ist. Adressrisiko Für das Management der Adressrisiken einer Verbriefung ist es nicht ausreichend, die einzelnen Tranchen vereinfacht als Bonds mit dem Tranchen-Rating abzubilden, da diese Form der Abbildung nicht die wahre Risikostruktur einer ABS-Tranche widerspiegelt. Stattdessen erfordert eine adäquate Adressrisikosicht die Abbildung nach dem Durchschauprinzip („Look Through“), sodass eine Simulation des Adressrisikos – etwa mit dem Modul GCPM der Banksteuerungslösung THINC® – jeden Ausfall eines einzelnen Kreditnehmers aus einer ABS pro Simulationsdurchlauf zwischenspeichern kann. Aus den kumulierten Ausfällen erhält man die Tranchenverluste der einzelnen ABS-Tranchen und kann die Verluste der von der Bank gehaltenen Tranche für jeden einzelnen Simulationslauf quantifizieren. Schematisch wird dieser Algorithmus in Abbildung 3 dargestellt. Eine Adressrisiko-Simulation auf Basis des Durchschauprinzips liefert auch weitere Kennzahlen wie den Expected Loss und den fairen Creditspread je Tranche, sodass ein marktgerechtes Pricing der Tranchen möglich wird. Je Simulatinslauf Ausfälle Abbildung 3: Adressrisikosimulation nach dem Durchschauprinzip Super Senior AAA Senior A+ Investoren Mezzanine BBB Equity Die Ergebnisse beruhen auf der tatsächlichen Vertragsstruktur der Verbriefungen. Sie lassen sich unmittelbar in die Gesamtverlustverteilung für das Adressrisiko integrieren. Insbesondere werden Überschneidungen zwischen referenzierten Adressen im ABS-Pool und klassischen Kreditnehmern berücksichtigt, sodass versteckte Konzentrationsrisiken offengelegt und Diversifikationsergebnisse quantifiziert werden können. Marktpreisrisiko Aus Sicht des Marktpreisrisikos können die einzelnen ABS-Tranchen als amortisierende Floating Rate Notes mit dem vertraglich fixierten Referenzzins plus Margin abgebildet werden. Da das Spreadrisiko als Komponente des Adressrisikos gemessen wird, unterliegen die ABS-Tranchen – die ja an einen Geldmarktreferenzzins gekoppelt sind – nur einem geringen Marktpreisrisiko. Wenn, wie in dem obigen Beispiel, das Zinsänderungsrisiko aus den verbrieften Forderungen über einen Back-to-Back-Swap in die Bücher der Bank zurückgeholt wird, ist vor allem dieser Zinsswap in der Marktpreisrisikosteuerung zu beachten. Das Zinsänderungsrisiko wird über amortisierende FRN und Swaps adäquat abgebildet – künftig beispielsweise in dem THINC- Modul sDIS+ mit umfangreichen statischen und dynamischen Simulationen aller Risikoparameter. In der Abbildung ist der Umstand zu berücksichtigen, dass der Restschuldverlauf und damit auch die Fälligkeit der Papiere mit jedem Tilgungszeitpunkt neu adjustiert werden müssen. Weil der verbriefte Forderungspool in der Marktpreisrisikosicht nicht berücksichtigt werden muss, kann die theoretische Markto-Model-Bewertung des Floaters vom Marktkurs der Verbriefung deutlich abweichen. Der Effekt kann aus Zinsänderungsrisikosicht vernachlässigt werden. Alternativ kann, so wie dies beispielsweise auch bei Corporate Bonds praktiziert wird, ein extern ermittelter Marktkurs angeliefert werden. Dieser wird automatisch in einen impliziten Creditspread auf die Zinskurve umgerechnet und in den Marktpreisrisikosimulationen berücksichtigt. 16 I NEWS 02/2010

Business t Unternehmenssteuerung / Risikomanagement t Liquiditätsrisiko Auch für Analysen des Liquiditätsrisikos bietet sich die Abbildung der einzelnen ABS-Tranchen als amortisierende Floater an. Diese haben für das Liquiditätsrisiko eine weitaus größere Bedeutung als für das Zinsänderungsrisiko, während Back-to-Back-Swaps nahezu ohne Liquiditätswirkung rein das Zinsänderungsrisiko transferieren. Diese Sichtweise ist konsistent zu der inzwischen etablierten Steuerungsphilosophie, die eine unabhängige Steuerung des Zinsänderungsrisikos über Zinsswaps und des Liquiditätsrisikos über Floating Rate Notes vorsieht. Natürlich ist zu beachten, dass für Floater der lange Liquiditätsbindungs-Cashflow in Liquiditätsbetrachtungen relevant ist und nicht der verkürzte Zinsänderungsrisiko-Cashflow. Eine solche kontextabhängige Cashflow-Generierung gehört aber mittlerweile zum State-of-the-Art moderner Risikomanagementsoftware. Das Liquiditätsrisiko ist sowohl unter einer kurz- bis mittelfristigen Perspektive der Zahlungsfähigkeit als auch mit einem längeren, üblicherweise auf zehn Jahre angelegten Horizont aus strategischer Sicht zu betrachten. Die Zahlungsfähigkeitssicht liefert Kennzahlen wie die Survival Period und die künftig aufsichtsrechtlich geforderte Liquiditätsdeckungskennzahl (Liquidity Coverage Ratio, LCR). Die strategische Sicht betrifft die Liquiditätsfristentransformation und sollte spreadbasiert Refinanzierungskosten und Liquiditätsrisiken quantifizieren. Wichtig ist, dass in beiden Sichten unterschiedliche Szenarien beispielsweise der Neugeschäftsentwicklung und der Liquidierbarkeit von Vermögensgegenständen berücksichtigt werden können. Für ABS-Tranchen im Eigenbestand sollte ein Marktkurs oder ein über einen ABS-Pricer ermittelter marktnaher Kurs unter Berücksichtigung von angemessenen Kursabschlägen angesetzt werden, wenn eine kurzfristige Liquidierung simuliert wird. Zusätzlich sind Szenarien zu berechnen, die eine illiquide Marktsituation für Verbriefungen vorsehen, so wie sie während der Finanzkrise zu beobachten war. Werden die Tranchen bis zur Fälligkeit gehalten, müssen unterschiedliche Szenarien für den Restschuldverlauf in die Simulationen eingehen, um der Bedeutung des Liquiditätsrisikos gerecht zu werden. Ertrag Über die in den vorangegangenen Kapiteln beschriebenen Analysemöglichkeiten und die resultierenden Risikoverteilungen kann ex ante ein erwarteter Ertrag für ein Investment in eine ABS-Tranche berechnet und dem Risiko, insbesondere dem Adressrisiko, gegenübergestellt werden. Ex post ergibt sich das Ergebnis für einen Betrachtungszeitraum aus den vereinnahmten Zinszahlungen und dem Bewertungsergebnis, in das maßgeblich die Ausfälle und Bonitätsänderungen aus dem zugrunde liegenden Forderungspool eingehen. Fazit Die vorgestellte Abbildung von Verbriefungen, die alle wesentlichen Risiken umfasst, berücksichtigt die Erfahrungen aus der Finanzkrise und ermöglicht einen verantwortungsvollen Umgang solchen Transaktionen. Die Bank erhält einen jederzeit aktuellen Blick auf die Risikosituation und kann gezielt jedes einzelne Engagement aus Sicht des Adress-, Marktpreis- und Liquiditätsrisikos analysieren. Auf dieser Basis können Risiken frühzeitig ex ante identifiziert, quantifiziert und der eigenen Risikotragfähigkeit sowie Ertragserwartungen gegenübergestellt werden. Ex post erhält die Bank für jede Transaktion umfassende Informationen über den realisierten Ertrag im Verhältnis zu den eingegangenen Risiken. Autor Rainer Alfes Abteilungsleiter Produktmanagement Banksteuerung, msgGillardon AG > +49 (0) 89 / 94 3011 - 1526 > rainer.alfes@msg-gillardon.de NEWS 02/2010 I 17

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