Aufrufe
vor 3 Jahren

02 | 2010 NEWS

  • Text
  • Banken
  • Beratung
  • Valovis
  • Msggillardon
  • Berater
  • Banking
  • Risikomanagement
  • Validierung
  • Vertrauen
  • Industrialisierung
  • Emotionen
Pure Emotionen

Durchblick bewahren Ein

Durchblick bewahren Ein modernes Risikomanagement benötigt eine umfassende Sicht auf Verbriefungen vom Adressrisiko über das Marktpreisrisiko bis hin zum Liquiditätsrisiko. Von Rainer Alfes Der Begriff „Verbriefung“ hat seit Beginn der Finanzkrise 2007 eine traurige Karriere gemacht: vom nur Fachleuten der Finanzierung und des Bankwesens bekannten Fachausdruck hin zu einem allgemein geläufigen Unwort im deutschen Sprachgebrauch. Ein Großteil der Deutschen verbindet „Verbriefung“ inzwischen unmittelbar mit den Ursachen der Finanzkrise. Bei genauerer Betrachtung liegt das Problem allerdings nicht in dem Finanzinstrument der Verbriefung an sich, sondern im verantwortungslosen Umgang mit den Risiken, die mit Verbriefungstransaktionen verbunden sind. Verbriefungen haben seit Ende der 1990er Jahre weltweit einen immer wichtigeren Anteil in der Refinanzierung des Kreditwesens eingenommen und werden auch nach der Finanzkrise wieder an Bedeutung gewinnen. Der vorliegende Artikel stellt eine umfassende und konsistente Lösung vor, wie Verbriefungen im Risikomanagement der Adress-, Marktpreis- und Liquiditätsrisiken abgebildet werden können. Bedeutung von Verbriefungen Verbriefungen, wie sie hier betrachtet werden, stellen Wertpapiere dar, die von einer Zweckgesellschaft im Auftrag meist einer Bank emittiert werden. Diese Papiere verbriefen die Forderungen eines Kreditportfolios, seltener auch eines Pools von Anleihen, gegen in der Regel eine Vielzahl von Schuldnern, sind also durch diese Assets besichert. Deshalb spricht man auch von forderungsbesicherten Wertpapieren oder Asset Backed Securities (ABS). Üblicherweise werden ABS in Tranchen emittiert, wobei Kreditausfälle nach einem Wasserfallprinzip zunächst von der untersten Tranche, der sogenannten Equity-Tranche, zu tragen sind und anschließend sukzessive höhere Tranchen belasten. So erhalten die höchsten, also zuletzt von Ausfällen betroffenen Tranchen ein besonders günstiges Rating und können besser am Kapitalmarkt platziert werden. 14 I NEWS 02/2010

Business t Unternehmenssteuerung / Risikomanagement t Forderungspool Abbildung 1: Ertrag und Risiko von ABS Die Verzinsung der einzelnen Tranchen hängt normalerweise von einem Referenzzins wie zum Beispiel dem EURIBOR ab. Das heißt, sie wird regelmäßig an den aktuellen Geldmarktzins – zuzüglich eines ratingabhängigen Aufschlags – angepasst. Auf diese Weise ermöglichen ABS das Handeln von Adressrisiken mit nur geringem Zinsänderungsrisiko. ABS-Transaktionen dienen dem Emittenten vor allem zur Refinanzierung und können von Investoren zur Diversifikation von Adressrisiken genutzt werden. Dieser sinnvolle Anwendungsfall feiert langsam, aber sicher ein Comeback in der Finanzwelt. So verzeichnet der deutsche Verbriefungsmarkt nach einem Gesamtvolumen von über 75 Milliarden Euro für 2008 und dem Absturz 2009 auf nur noch gut 34 Milliarden Euro in 2010 bereits wieder eine leichte Erholung. Gleichwohl lehrt die Finanzkrise eindringlich, wie unverzichtbar ein umfassendes Risikomanagement solcher Verbriefungen ist. In diese Richtung geht auch die aktuelle Verschärfung des Aufsichtsrechts, wie sie international unter anderem im Kontext Basel III diskutiert wird und über die MaRisk teilweise schon in Deutschland umgesetzt wurde. Beispiel Tilgung Zins SPV Ausfälle Tilgung Investoren Eine Bank verbrieft Forderungen aus einem Kreditportfolio mit festverzinslichen Konsumentenkrediten, etwa für die Absatzfinanzierung von Automobilen, und emittiert diese als Asset Backed Security über eine Zweckgesellschaft. Diese verbrieften Forderungen sind Zins Super Senior AAA Senior A+ Mezzanine BBB Equity wie eine Floating Rate Note an den Referenzzins EURIBOR, beispielsweise mit monatlichem oder vierteljährlichem Fixing, gekoppelt. Die Zweckgesellschaft sichert das Zinsänderungsrisiko über einen Front Swap ab, der als Payer-Zinsswap ausgelegt ist, sodass die festen Zinszahlungen der Konsumentenkredite gegen variable Zinszahlungen getauscht werden, die die Zweckgesellschaft an die Investoren der Verbriefung zu zahlen hat. Der Swap-Kontrahent schließt mit der Bank einen Back-to-Back-Swap ab und gibt so das Zinsänderungsrisiko, nicht aber das Kontrahentenrisiko (Wiedereindeckungsrisiko) gegenüber der Zweckgesellschaft, wieder an die Bank zurück. Über diese Konstruktion kann die Beispiel-Bank Adressrisiken an Investoren weitergeben, während sie die Zinsänderungsrisiken in ihren Büchern behält. Die Equity-Tranche der Verbriefung wird nicht emittiert, sondern durch die Bank von der Zweckgesellschaft zurückgekauft, sodass ein kleiner Teil der Verbriefungstransaktion und damit auch ein Teil des Adressrisikos in den Büchern der Bank verbleibt (vgl. Abb. 2). Back-to-Back Swap Variabel Swap- Kontrahent Fest Fest Variabel Forderungen Verbriefung Bank SPV Investoren Fester Zins Variabler Zins Zurückgekaufte Tranche Abbildung 2: Öffentlich vermarktete Verbriefungstransaktion Umfassende Risiko- und Ertragssicht Wie das vorangegangene Beispiel verdeutlicht, haben Verbriefungen in der Regel eine amortisierende Struktur, die auf dem vertraglich fixierten Tilgungsverlauf des verbrieften Kreditportfolios basiert. Ein Tilgungsverlauf der ABS-Tranchen kann ex ante allerdings nur unter einer Reihe von Annahmen prognostiziert werden. NEWS 02/2010 I 15

msg

01 | 2018 public
02 | 2017 public
01 | 2017 public
02 | 2016 public
01 | 2016 public
02 | 2015 public
01 | 2015 public
01 | 2014 public
01 | 2014 msg systems study
01 | 2015 msg systems Studienband
Future Utility 2030
Lünendonk® Trendstudie
Digitale Transformation | DE
Digital Transformation | EN
DE | inscom 2014 Report
EN | inscom 2014 Report

msgGillardon

03 | 2016 NEWS
02 | 2016 NEWS
01 | 2016 NEWS
03 | 2015 NEWS
02 | 2015 NEWS
01 | 2015 NEWS
02 | 2014 NEWS
01 | 2014 NEWS
02 | 2013 NEWS
01 | 2012 NEWS
02 | 2011 NEWS
01 | 2010 NEWS
MaRisk
01 | 2017 banking insight
01 | 2015 banking insight
01 | 2014 banking insight
01 | 2013 banking insight
01 | 2012 banking insight
02 | 2011 banking insight
01 | 2011 banking insight
01 | 2010 banking insight
2016 | Seminarkatalog | Finanzen

Über msg



msg ist eine unabhängige, international agierende Unternehmensgruppe mit weltweit mehr als 6.000 Mitarbeitern. Sie bietet ein ganzheitliches Leistungsspektrum aus einfallsreicher strategischer Beratung und intelligenten, nachhaltig wertschöpfenden IT-Lösungen für die Branchen Automotive, Banking, Food, Insurance, Life Science & Healthcare, Public Sector, Telecommunications, Travel & Logistics sowie Utilities und hat in über 35 Jahren einen ausgezeichneten Ruf als Branchenspezialist erworben.

Die Bandbreite unterschiedlicher Branchen- und Themenschwerpunkte decken im Unternehmensverbund eigenständige Gesellschaften ab: Dabei bildet die msg systems ag den zentralen Kern der Unternehmensgruppe und arbeitet mit den Gesellschaften fachlich und organisatorisch eng zusammen. So werden die Kompetenzen, Erfahrungen und das Know-how aller Mitglieder zu einem ganzheitlichen Lösungsportfolio mit messbarem Mehrwert für die Kunden gebündelt. msg nimmt im Ranking der IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen in Deutschland Platz 7 ein.


© 2018 by msg systems ag - powered by yumpu Datenschutz | Impressum