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01 | 2018 public

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IT-Megatrends in der öffentlichen Verwaltung

Auch technologisch folgt

Auch technologisch folgt DAISY ähnlichen Ansätzen wie die Microservices: Anstelle schwergewichtiger, zentraler Infrastruktur werden die Anwendungen dezentral entwickelt und Punktzu-Punkt integriert. Als Betriebsinfrastruktur kommen lediglich leichtgewichtige Tomcat-Application-Server zum Einsatz, wie sie in eingebetteter Form auch bei Microservices Verwendung finden. Ansonsten kommunizieren die Anwendungen über den bewährten Spring-httpInvoker-Mechanismus. Der ist zwar nicht gerade „bleeding edge technology“, leistet aber zuverlässig und ohne großen Overhead seine Dienste – und das sogar noch leichtgewichtiger als die bei Microservices verbreiteten REST-Services. Der Preis dafür: Die Technologie steht nur in Java zur Verfügung. EIN PRAGMATISCHER MITTELWEG INFOBOX ISYFACT REFERENZARCHITEKTUR Bereits 2006 hatte das BVA im Rahmen der Migration von hostbasierten Altsystemen auf eine moderne serviceorientierte Architektur damit begonnen, für die Domäne „Register“ eine Umgebung aufzubauen, die Referenzarchitektur, Bausteine, Werkzeuge, Methodik und betriebliche Plattform zusammenfasst. Diese wird seither unter dem Namen Register Factory (RF) sehr erfolgreich in einer Vielzahl von Verfahren im Registerportal des Bundesverwaltungsamtes eingesetzt und weiterentwickelt. Seit 2008 stellt das BVA diesen Standard auf Anfrage auch anderen Institutionen zur Verfügung, die darauf aufbauend eigenständig ihre spezifischen Anwendungen entwickeln und betreiben können. Microservices-Verfechter werden anmerken, dass DAISY damit immer noch weit von einer Microservices-Architektur entfernt ist. So besteht DAISY nur aus rund 25 Anwendungen und nicht aus Hunderten von Services. Die Anwendungen sind damit auch deutlich größer und somit eben nicht „micro“. Die Infrastruktur ist zwar leichtgewichtig, aber es gibt noch klassische Webapplication-Server. Und überhaupt kommen die vielen modernen Frameworks, die sich mittlerweile mit dem Microservices-Banner schmücken, gar nicht zum Einsatz. Allerdings war es auch gar nicht das Ziel der Architektur von DAI- SY, als Microservices-Architektur vermarktet werden zu können. Vielmehr greift die Architektur von DAISY pragmatisch Erkenntnisse und Erfahrungen aus vielen Jahren der Implementierung serviceorientierter Architektur auf und setzt diese konsequent um, um den ursprünglichen Zielen der SOA – Effizienz und Flexibilität – gerecht zu werden: • Serviceorientierung im Kleinen, auf Ebene einer Fachdomäne. • Weitgehender Verzicht auf schwergewichtige zentrale Infrastruktur. • Fachlicher Anwendungsschnitt entlang von Fachaufgaben nach Domain-Driven-Design. Eine weiterführende Umsetzung der Ansätze von Microservices würde auch eine Umsetzung der tragenden Trends DevOps und Cloud-Computing erfordern. Erst das würde eher „explorative“ Entwicklungsansätze ermöglichen, wie man sie beispielsweise bei Netflix findet. Und erst in diesem Szenario entfalten die typischen Technologien, wie sie heute beispielsweise in der Spring-IO-Plattform gebündelt sind, ihren Nutzen. Derzeit orientieren sich die IT-DLZ allerdings eher an ITIL und entfernen sich damit sogar von diesen Trends, wie bereits in der .public -Ausgabe 01-2017 nachzulesen ist. Andererseits benötigen Fachverfahren In den folgenden Jahren wurde die Plattform unter dem Namen IsyFact verallgemeinert, sodass nun auch andere Anwendungssysteme als Register damit umgesetzt werden können. Seit 2015 steht die IsyFact auch nichtbehördlichen Anwendungen als Open Source zur Verfügung. Die zugrunde liegende Referenzarchitektur adressiert den Aufbau komplexer SAGA-konformer, serviceorientierter Anwendungslandschaften, die langfristig betrieben und weiterentwickelt werden können. Dazu werden Blaupausen bereitgestellt, die eine durchgängige Konzeption der Anwendungslandschaft, der Anwendungssysteme bis hin zu den Anwendungskomponenten ermöglichen. Hierbei wurde auf bewährte Architekturmuster und -prinzipien zurückgegriffen, wie die Definition der Referenzarchitektur in unterschiedlichen Sichten (fachlich, software-technisch, technische Infrastruktur), Unterteilung der Anwendungslandschaft in fachliche Domänen und kategorisierte Systemtypen, starke Komponentenorientierung, Mehrschichtarchitektur und vieles mehr. Die IsyFact sieht den Aufbau einer serviceorientierten Anwendungslandschaft vor. Dienste werden vertikal in die verschiedenen fachlichen Domänen und Querschnitte unterteilt. Vertikal wird unterschieden zwischen Registern, die Basisdienste zur Verwaltung der Daten bereitstellen, und Geschäftsanwendungen, die die Basisdienste nutzen und selbst komplexe fachliche Dienste (sowohl Prozessdienste als auch zusammengesetzte Dienste) bereitstellen. Weitere Information unter: http://www.isyfact.de 5 Eingebettet in die Applikation 6 Nicht eingebettet 7 Implizit durch Schnitt entlang der Fachprozesse und der ausführenden Fachabteilungen 8 Vereinzelt werden Größenbeschränkungen auf bis zu 200 Codezeilen gefordert 9 Größenordnung: ca 100.000 Codezeilen 30 | .public 01-18 | Informationstechnologie

zur IT-Unterstützung der Prozesse des Auslandsschulwesens, deren Änderungsfrequenz eher in Jahren als in Tagen gemessen wird, nicht unbedingt explorative Entwicklungsansätze. Das ursprüngliche Ziel der Microservices erreicht DAISY mit seinem pragmatischen Ansatz durchaus: An die Stelle eines riesigen Anwendungssystems tritt eine Anwendungslandschaft, deren einzelne Bausteine noch überschaubar und beherrschbar sind und die damit über die nächsten Jahre geordnet weiterentwickelt werden können. FAZIT Klassische SOA und Microservices bewegen sich aufeinander zu. Während die klassische SOA einige zentrale Versprechungen niemals einlösen konnte, sind Microservices in ihrer Reinform – zumindest im Behördenumfeld – kaum umsetzbar. Wie aber in diesem Artikel beschrieben, lassen sich Software-Architekturen irgendwo in der Mitte zwischen SOA und Microservices so gestalten, dass zum einen die Fehler der klassischen SOA vermieden, zum anderen aber auch die Umsetzungsprobleme der Microservices umgangen werden. Diese Verbindung liefert also nicht etwa „das Schlechte aus beiden Welten“, sondern einen pragmatischen Architekturansatz, den das BVA als Hausstandard IsyFact etabliert hat und weiterentwickelt. Dieser kommt dem Ziel der Effizienz und Flexibilität näher als beide Extreme. Dabei ist der Ansatz sowohl mit den Forderungen der Behörden-IT nach Serviceorientierung als auch mit den aktuellen Betriebsmodellen der IT-DLZ gut vereinbar. Der in DAISY verfolgte Ansatz liegt auf diese Weise nahe bei einem weiteren aktuellen Architekturstil, den „Self-Contained Systems“, die sich in jüngerer Zeit als einfachere, weniger radikale Alternative zu Microservices etablieren. Allerdings bauen diese Self-Contained Systems, ähnlich wie Microservices, auf Continuous Delivery und DevOps und dürften damit ähnlich schwer in die Behörden-IT zu übertragen sein. DAISY hat mit seinem Architekturansatz gezeigt, dass man moderne und klassische Architekturansätze zu einem pragmatischen Gesamtkonzept verbinden kann. Dadurch lassen sich die Stärken der Microservices und der klassischen SOA für die Herausforderungen nutzen, die bei der Modernisierung von Altverfahren in den nächsten Jahren auf die Bundesverwaltung zukommen.• ANSPRECHPARTNER – RALF LEONHARD IT-Architekt Bundesverwaltungsamt ANSPRECHPARTNER – ANDREAS RAQUET Principal IT-Consultant Public Sector Solutions Consulting Informationstechnologie | .public 01-18 | 31

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