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01 | 2018 public

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IT-Megatrends in der öffentlichen Verwaltung

werden zusätzlich die

werden zusätzlich die zu leerenden Mülleimer miteinbezogen, die ihren jeweiligen Füllstand per Sensor ermitteln und an den zentralen Server melden. IoT-Anwendungen werden häufig in Zusammenhang mit Smart-City-Projekten initiiert, gerade wenn es darum geht, Energieverbrauchsdaten von Haushalten über intelligente Sensoren, sogenannte Smart Meter, zu erfassen und den Energieverbrauch zu optimieren. OPEN DATA UND BIG DATA Mobile und Big Data deutlich wird: Um den städtischen Fahrradverkehr zu zählen und Maßnahmen für die Stadtplanung abzuleiten, ging das Verkehrsministerium des US-Bundesstaats Oregon (ODOT) neue Wege. 13 Fahrradfahrer nutzen eine Navigations-App der Firma Strava. Die Kooperation zwischen Strava und der ODOT ermöglicht eine Auswertung der so gewonnenen GPS-Verkehrsdaten über Startpunkt, Wegeverlauf und Ziel der Fahrradfahrer. Ziel von ODOT ist es, das Fahrradwegenetz von Städten wie Portland zu verbessern. Derzeit prüft die TU Dresden, ob Verkehrsplanung via Fahrrad-GPS auch in Deutschland anwendbar ist. 14 Im Umweltbereich fallen enorme Datenmengen an, die – von IT-Systemen verarbeitet, analysiert und visualisiert – direkten Nutzen für Bürger entfalten. Das oben erwähnte ITZBund stellt kontinuierlich Daten von 550 Pegelstationen an großen Flüssen in Deutschland für Anwendungen bereit 11 – fortlaufend, in unterschiedlichen Formaten und als Open Data kostenlos. Für Open Data gibt es weitere Anwendungsbeispiele in der öffentlichen Verwaltung. Die Stadt Hamburg stellt den Großteil der Ergebnisse ihres Verwaltungshandelns den Bürgern im Internet als Open Data bereit. 12 Der Bürger kann beispielsweise Verträge der Hansestadt mit Dienstleistern einsehen und über den Webbrowser abrufen. Personenbezogene Informationen sind aus Datenschutzergründen allerdings geschwärzt. Open Data bedeutet auch, dass Behörden ihre Informationen anderen Behörden bereitstellen. Das setzt ein Umdenken voraus: weg von den verschlossenen Amtsstuben hin zu offenen Organisationen, geprägt von einer Kultur des Teilens. Daraus entstehende Informationszusammenhänge könn(t)en such- und auffindbar bereitstehen und damit den Big-Data-Ansatz verwirklichen: behördenintern und im Rahmen von Bürgerservices! Für einen behördenübergreifenden Datenaustausch müssen zuvor allerdings rechtliche Hürden sinnvoll beseitigt werden. Als hilfreich dürfte sich in diesem Zusammenhang die Einführung elektronischer Verwaltungsarbeit erweisen. Produkt-Suiten für Enterprise Content Management sind in der Lage, über die Behörde verteilte Daten zu verwalten und über ein Rollenkonzept Regeln für deren Veröffentlichung und Verbreitung festzulegen. Grundsätzlich bleibt sowohl bei Open Data als auch bei Big Data zu beachten, dass der Datenanbieter Sensibilität in punkto Datenschutz walten lassen muss. Oft ergibt eine Kombination aus mehreren IT-Megatrends die interessantesten Ergebnisse, was am nachfolgenden Beispiel von BLOCKCHAIN Betrachtet man den aktuellen Hype um die Kryptowährung Bitcoin, so darf die zugrunde liegende Technologie – Blockchain oder Distributed Ledger Technology (DLT) genannt – nicht außer Acht gelassen werden. Diese Technologie hat sowohl das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik als auch das Kompetenzzentrum Öffentliche IT des Fraunhofer Instituts FOKUS auf den Plan gerufen. Beide haben sich in Positionspapieren zur Blockchain 15 16 geäußert. Zwar hat die Blockchain für den öffentlichen Bereich nicht die Relevanz wie für den Finanzsektor. Dort sind unveränderbare Transaktionsketten essenziell, und es bietet sich viel Raum für Spekulationen, wie die Kurexplosion des Bitcoin zeigt. Dennoch gibt es Anwendungsfälle im Public Sector, bei denen dezentrale Intermediäre als unabhängige Prüfinstanzen und unveränderliche Register eine wichtige Rolle spielen können. In Deutschland steht der Einsatz der Blockchain-Technologie noch auf dem Prüfstand. Andere Länder dagegen nutzen entweder bereits DLTs, oder entsprechende Initiativen zur Nutzung sind weit fortgeschritten. So hat CSIRO als australische Regierungsorganisation das Programm „Data61“ aufgelegt, um sich neue Technologien und insbesondere das Thema Blockchain zu erschließen. 17 Zusätzlich versucht die „Parliamentary Friends Of Blockchain“-Initiative, das Thema aufseiten des australischen Gesetzgebers voranzutreiben. 18 In Estland betreibt das Justizministerium die dezentrale Datenbank „e-law“ auf DLT-Basis, in der sämtliche Entwürfe für laufende und vergangene Gesetzesvorhaben transparent für Bürger einsehbar sind. 19 Die dort eingesetzte Blockchain-Technologie schützt alle Dokumente sicher vor Manipulation und Verfälschung. In den USA bietet die Firma „Follow My Vote“ eine Software zur Durchführung von Wahlen an, die auf der Blockchain-Technologie basiert. 20 14 | .public 01-18 | Moderne Verwaltung

Eine solche Anwendung kann jedoch wegen der anders gearteten Rechtslage nicht ohne Weiteres in Deutschland eingesetzt werden: Eine Registrierung im Wählerverzeichnis nimmt in Deutschland die Behörde vor und nicht der Wähler selbst, wie im amerikanischen Werbefilm gezeigt. Generell ist beim Thema Wahlen auf Blockchain-Basis noch nicht geklärt, wie sich zwar anonyme, aber doch offenliegende Transaktionen auf der einen und das essenzielle Wahlgeheimnis auf der anderen Seite vereinbaren lassen. So ist stets bekannt, wie viele Stimmen ein Kandidat oder eine Partei während des Wahltags gerade auf sich vereinen kann. Ein oft angeführtes Beispiel ist das digitale Grundbuch. Dieses ist seit jeher ein unveränderliches Register und erfüllt damit im Kern den Blockchain-Ansatz einer nicht veränderbaren, sich selbst kontrollierenden Kette. In Estland scheint das gut zu funktionieren: Dort gibt es seit 2015 einen Notariatsservice für Geschäftsverträge, Geburtsurkunden und Ähnliches, was auf der Blockchain-Technologie basiert. 21 In Deutschland dürfte es hingegen schwierig sein, die Mittlerfunktion öffentlich bestellter (menschlicher) Notare durch den Einsatz von Technologie zu ersetzen. In Deutschland dürfte die Distributed-Ledger-Technology am besten auf Verwaltungsbelange anzuwenden sein, die sich um die Prüfung von Dokumentenechtheit in Registern aller Art drehen oder für die Identitätsnachweise unerlässlich sind. Die Blockchain könnte mit ihrer Kombination aus dezentraler Datenhaltung und Fälschungssicherheit die bisherigen Risiken lösen. Der erste Schritt muss aber sein, eine entsprechende Parlamentsinitiative – und Gesetzgebung – nach australischem oder estnischem Vorbild auf den Weg zu bringen. IT-MEGATREND USER EXPERIENCE (UX) „UX“ ist eine eigene Wissenschaft, mit der sich eine Vielzahl spezialisierter Blogs und Magazine befasst und die mittlerweile eigene Studiengänge hervorbringt. Ganzheitlich wird die Interaktion Mensch/Maschine betrachtet, im Schwerpunkt jedoch die Beschaffenheit und Ausgestaltung der Benutzerschnittstellen, das heißt die Oberflächen von Anwendungen. Der zugehörige „Leuchtturm“ Barrierefreiheit steht dabei in der Kritik: Denn in der Praxis bedeutet Barrierefreiheit häufig nicht, sich in die Lage der angesprochenen Zielgruppe zu versetzen, sondern mit möglichst wenig Aufwand gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. zu Schulwegen. 22 Der letzte Schritt ist die Voranmeldung des Kindes. In München ging ein ähnliches Angebot vor Kurzem live. 23 Mittlerweile werden Ausgaben für UX von den Budget-Verantwortlichen als lohnenswerte Investition akzeptiert. UMFASSENDER WANDEL NOTWENDIG User Experience ist für die öffentliche Verwaltung kein primärer Treiber für die digitale Transformation, wie von Autor Ferri Abolhassan postuliert. 24 Abolhassan und andere Autoren stellen heraus, dass die Umsetzung der IT-Megatrends auf technologischer Ebene den Zündfunken für die digitale Transformation bildet. Für die öffentliche Verwaltung trifft dies aber nur teilweise zu. Denn im Unterschied zu Unternehmen der freien Wirtschaft sind Social Media, Mobile oder User Experience in der öffentlichen Verwaltung immer an eine Aufgabe oder ein Anliegen gebunden. Die Adressierung der IT-Megatrends ist in der öffentlichen Verwaltung, mehr als in der freien Wirtschaft, Mittel zum Zweck. Der dadurch befeuerte Prozess des umfassenden digitalen Wandels einer Organisation gelingt erst, wenn die sich die Managementebene klar zu den notwendigen Veränderungen bekennt und ihre Mitarbeiter auf eben diese Veränderungen gebührend vorbereitet. Auf den Punkt gebracht: Eine vollständige digitale Transformation der Geschäftsprozesse war gerade in der öffentlichen Verwaltung bislang schlicht nicht möglich, weil die unterstützenden Technologien gefehlt haben. Die Technologien sind oder werden nun verfügbar – aber die Organisationen sind oft noch nicht so weit. Fragen der IT-Sicherheit sind ungeklärt und der rechtliche Rahmen häufig noch nicht gegeben. Ein digitales Transformationsprogramm muss sich auch um die Organisationsebene mit allen betrieblichen, juristischen und sozioökonomischen Aspekten kümmern. Wichtig ist ein dualer Ansatz: Technologien müssen einerseits hinsichtlich ihrer Relevanz für konkrete Anforderungen bewertet und bezogen auf IT-Security durchleuchtet sowie ihre Einführung sorgsam geplant werden. Andererseits müssen aber auch Organisationseinheiten bezüglich ihrer Effizienz und ihre Geschäftsprozesse auf Plausibilität geprüft werden. Eine behutsame Zusammenführung beider Stränge wird durch Disziplinen wie Enterprise Architecture Management (EAM) 25 und Change Management (CM) 26 unterstützt. Projekte in Skandinavien und in den USA, aber auch in Deutschland wollen Bürger motivieren, kommunale Angebote anzunehmen. E-Government darf und soll Spaß machen. Die Stadt Boston bietet seit drei Jahren eine Schulsuche über eine interaktive Karte an, mit Informationen zu Entfernungen und Details DIGITALE DISRUPTION ALS CHANCE Ist die viel zitierte digitale Disruption in diesem Zusammenhang für Behörden überhaupt relevant? In moderater Form auf alle Fälle! Die oft genannten Beispiele Google, Amazon oder Moderne Verwaltung | .public 01-18 | 15

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