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01 | 2018 NEWS

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u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung Bezüglich der Risikoartenquantifizierung gilt: Sie richtet sich für Adressrisiken, Marktpreisrisiken und operationelle Risiken an den rechtlichen Anforderungen der CRR aus; der Risikohorizont beträgt damit konsequenterweise ein Jahr. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass nur noch die rollierende RTF-Betrachtung zulässig ist, nicht mehr aber die Jahresende-Sicht (beziehungsweise ab Jahresmitte die Jahresende-Sicht des Folgejahres). Wesentliche Risiken, die nur in der ökonomischen Perspektive erfasst werden (zum Beispiel Migrationsrisiken oder die verlustfreie Bewertung im Anlagebuch), müssen gleichwohl bei der Planung der zukünftigen GuV-, Eigenmittel- und TREA-Belastungen vorgesehen werden (Tz. 31). Die Kapitalplanung unterscheidet wie bisher zwischen dem Planszenario und dem adversen Szenario. Sie muss – wie schon bisher gefordert – möglichen adversen Entwicklungen, die von den Erwartungen abweichen, Rechnung tragen. Das heißt, die SREP-Gesamtkapitalanforderung (Total SREP Capital Requirements – TSCR) muss auch bei deren Eintreten eingehalten werden. Gemäß Tz. 35 muss die Nutzung regulatorischer Eigenkapitalelemente zur Risikoabdeckung in adversen Szenarien konsistent zur Schwere der angenommenen Szenarien und dem Risikoappetit des Instituts sein. Abbildung 4 zeigt die einzuhaltenden Anforderungen. Wobei man hier dem Wunsch der DK noch nicht nachgekommen ist und die Tabelle entsprechend den bei EBA und EZB üblichen Darstellungen „stacking order“, die Eigenmittelzielkennziffer unterhalb der Kapitalpufferanforderungen darzustellen, angepasst hat. Ökonomische Perspektive In dieser Perspektive müssen die Risikoquantifizierung und die Risikodeckungspotenzialermittlung ökonomisch abgeleitet werden, das heißt unabhängig von Vorgaben der handelsrechtlichen Rechnungslegung und den regulatorischen Vorgaben. Das Konfidenzniveau soll unter Berücksichtigung aller Parameter konservativ, das heißt mit 99,9 Prozent analog zur Säule 1 (vgl. IRBA nach CRR), angesetzt werden. Die Risikodeckungspotenzialermittlung zielt auf die barwertige Ermittlung aller Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und außerbilanzieller Positionen; Ertragsbestandteile, die auf geplantem Neugeschäft beruhen, dürfen daher grundsätzlich nicht angesetzt werden. Dabei müssen erwartete Verluste analog zur bisherigen Vorgehensweise beim Liquidationsansatz abgezogen werden. Vereinfachend kann das ökonomische Risikodeckungspotenzial (RDP) bestimmt werden, indem das bilanzielle Eigenkapital um stille Lasten reduziert und um stille Reserven erhöht wird (Tz. 41). Erhöhte Eigenmittelanforderungen nach §10 Abs. 3 oder 4 KWG Darunter: SREP- Gesamtkapitalanforderung Kapitalplanung Planszenario Kapitalplanung Adverses Szenario ja ja ja ja Bei der Risikoquantifizierung müssen sowohl erwartete als auch unerwartete Verluste einbezogen werden (Erstere nur, wenn nicht schon im RDP abgezogen). An dieser Stelle wird der im Leitfaden mehrfach eingearbeitete Proportionalitätsgrundsatz besonders deutlich herausgestellt. Institute können: Eigenmittelzielkennziffer ja nein Kombinierte Kapitalpufferanforderung nach § 10 i Abs. 1 KWG Abbildung 4: Kapitalplanung in der normativen Perspektive (Quelle: RTF-Leitfaden; 2. Konsultationspapier Tz. 33) ja nein a) die barwertige RTF methodisch konsequent abbilden, b) den Unternehmensbarwert vereinfacht aus dem bilanziellen Eigenkapital ableiten oder c) im Falle sehr kleiner und zugleich wenig komplexer Institute nach dem Säule-1-Plus-Ansatz ableiten (zu Risikowerten der Säule 1 werden nur vereinfacht quantifizierte Risikowerte für nicht hinreichend in Säule 1 berücksichtigte und weitere wesentliche Risikoarten addiert; Tz. 49), (vgl. Abbildung 5). Die SREP-Gesamtkapitalanforderung (Total SREP Capital Requirements – TSCR) muss auch im adversen Szenario eingehalten werden. Der P2G-Zuschlag und die kombinierte Kapitalpufferanforderung nach § 10 i Abs. 1 KWG sind dabei ausgenommen. Die unter Punkt c) skizzierte Vorgehensweise hat die Aufsicht in ihrer zweiten Konsultation dahin gehend konkretisiert, dass sie für „nur vereinfachte quantifizierte Risikowerte“ das Beispiel des „Zinsschocks“ gemäß BaFin-Rundschreiben „Zinsänderungsrisi- 20 I NEWS 01/2018

Unternehmenssteuerung t ken im Anlagebuch“ aufgenommen hat. Hierbei erhofft die DK eine Klarstellung, dass das Beispiel lediglich als Ausgangspunkt dienen soll – eine vollständige Unterlegung der Barwertänderung gemäß Zinsrisikokoeffizient wäre nicht sachgerecht, da der Zinsschock bereits umfangreiche Stresselemente berücksichtigt. Darüber hinaus folgt die Aufsicht der Anmerkung der DK, dass größere Häuser nicht in jedem Fall eine barwertige RTF haben müssen. Die erläuternde Grafik (vgl. Abbildung 5) wurde deshalb gegenüber dem Erstentwurf des BaFin-RTF-Leitfadens dahin gehend angepasst, dass der Balken mit dem Hinweis auf die Proportionalität entfernt wurde. Fazit Unternehmensbarwert Barwertige Risiken Bilanzielles EK +/– stille Reserven/Lasten Bilanzielles EK +/– stille Reserven/Lasten Barwerte RTF Barwertnahe RTF „Säule 1+“ RTF Abschließend lässt sich Folgendes festhalten: Beide Perspektiven bieten unterschiedliche Blickwinkel auf die Risikotragfähigkeit der Institute und sollen gemäß AT 4.3.3 Tz. 1 MaRisk in die Gesamtbanksteuerung eingebunden werden. Sie bieten den Vorteil, dass die bisherige Doppelunterlegung der Risiken mit Eigenmitteln für die Säule 1 und SREP sowie der Säule 2 entfallen kann. Um eine einheitliche Steuerung zu gewährleis- Barwertnahe Risiken Säule-1-Risikowerte + barwertnahe Säule-2-Ergänzungen Abbildung 5: Umsetzungsmöglichkeiten der ökonomischen Perspektive (Quelle: RTF-Leitfaden; 2. Konsultationspapier Tz. 50) ten, sollen die Informationen der ökonomischen in der normativen Perspektive eingebunden werden. Dies betrifft zum Beispiel das Zinsänderungsrisiko im Bankbuch (verlustfreie Bewertung des Bankbuchs nach BFA 3), das in die adversen Szenarien im Kapitalplanungsprozess einfließen soll. Darüber hinaus ist positiv zu werten, dass die Neuausrichtung des RTF-Leitfadens eine deutlichere Verzahnung der Kapitalplanung mit der Risikotragfähigkeit vorsieht und so den Planungsprozess der Institute stärker in den Vordergrund stellt. Als sicher noch länger offener Punkt darf die eben skizzierte und im Leitfaden explizit geforderte Verknüpfung der ökonomischen mit der normativen Perspektive angesehen werden. Hier gilt es erst noch, praxisgerechte Lösungen zu erarbeiten. 5 Nicht zuletzt deshalb sollten die betroffenen Institute den mit der Umsetzung des neuen RTF-Leitfadens verbundenen Arbeitsaufwand rechtzeitig einplanen und geeignete Maßnahmen und entsprechende Projekte (z. B. Ablösung des „Going- Concern-Ansatzes“ oder „Intensivierung der Kapitalplanung“) frühzeitig aufsetzen. Kernaussagen des RTF-Leitfadens 2017: > Normative und ökonomische Perspektive sind Pflicht, keine Wahlmöglichkeiten > Einheitlicher Betrachtungshorizont → zwölf Monate rollierend > Stärkere Verzahnung mit der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs > Kapitalplanung rückt stärker in den Fokus - Konkreter als in den bisherigen MaRisk - Enge Verzahnung zur strategischen und operativen Geschäftsplanung > Proportionalität ausreichend gewährleistet (drei Stufen) > Übergangsweise Fortführung der bisherigen Going-Concern-Ansätze voraussichtlich zulässig Ansprechpartner Alexander Kregiel Lead Business Consultant, Business Consulting > alexander.kregiel@msg-gillardon.de 5 Immerhin erleichtern die aktuellen Konsultationsdokumente der EZB zum ICAAP die Interpretation. Vgl. https://www.bankingsupervision.europa.eu vom 02.03.2018. NEWS 01/2018 I 21

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