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01 | 2017 public

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Gesellschaft und digitale Transformation

„DIE ANALOGE

„DIE ANALOGE EISSCHOLLE WIRD IMMER KLEINER.“ msg: Frau Müller, schön, dass Sie mit uns über die Initiative D21 sprechen. Stellen Sie unseren Lesern bitte die Initiative D21 kurz vor. Interview mit Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21 Müller: Sehr gerne. Die Initiative D21 e. V. ist eine Partnerschaft aus Politik, Wirtschaft und weiteren gesellschaftlichen Akteuren. Ein gemeinnütziger Verein, der 1999 von Erwin Staudt von IBM und dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder gegründet wurde. Die ursprüngliche Idee, die dahinterstand, war, die digitale Spaltung in Deutschland zu verhindern. Wenn wir historisch zurückgehen: 1999 kam das Internet langsam auf, und schon damals hat man gemerkt, dass es ganz schön große gesellschaftliche Auswirkungen haben wird. Man wollte frühzeitig verhindern, dass es „Onliner“ und „Offliner“ gibt – also solche, die an der neuen Technik partizipieren, und andere, die nicht teilhaben. msg: Ihre Aufgabe liegt vor allem in Bestandsaufnahmen, in Analysen der gesellschaftlichen Situation. Machen Sie auch ganz konkrete Projekte zur Digitalisierung? 6 | .public 01-17 | Interview

Müller: Nein, die D21 erarbeitet Lagebilder, um den Status quo und die Entwicklung zum Thema Digitalisierung in der Gesellschaft aufzuzeigen. Wir weisen Wirtschaft und Politik darauf hin, dass an bestimmten Stellen bestimmter Handlungsbedarf besteht. Aber wir bieten keine Schulungen oder Workshops an. msg: Das heißt, Sie kartografieren die Lage der Gesellschaft zum Stand der Digitalisierung. Wie ist denn die Lage? Müller: Das kommt immer darauf an, auf welche Detailebene man geht. Die Vogelperspektive ist zum Beispiel der sogenannte „D21-Digital-Index“ 1 – ein Wert zwischen 0 und 100. Null bedeutet: der Digitalisierung gegenüber sehr negativ eingestellt, komplett offline, ohne digitale Kompetenzen. Und 100 bedeutet: der Digitalisierung gegenüber sehr positiv eingestellt, hohe digitale Kompetenzen, sehr reflektierter Umgang mit digitalen Angeboten und die Möglichkeiten sehr vielfältig nutzend. Hier liegen wir in Deutschland bei 51 Indexpunkten. Das ist ein mittlerer Digitalisierungsgrad,das heißt eine mittlere „digitale Teilhabe“. Wenn man dann ein bisschen genauer hineinschaut, sieht man, dass sich die Bevölkerung in drei große Gruppen einteilt: die „digital Abseitsstehenden“, die sich die digitale Welt noch nicht erschließen können; dann eine große Gruppe der „digital Mithaltenden“. Die können Schritt halten, preschen aber nicht voran. Und dann gibt es die „digitalen Vorreiter“, die großes Interesse haben und viele digitale Angebote ausprobieren. Das Schöne ist: Zum Thema digitale Teilhabe habe ich gleich ein paar Akteure aus unserem vielfältigen Netzwerk im Kopf, die dazu Projekte machen. Zum Beispiel die Stiftung Digitale Chancen 2 , die ein tolles Projekt zusammen mit einem Telekom- Anbieter gemacht haben. Sie haben Bewohner von Seniorenheimen mit Tablets ausgestattet und beobachtet, mit was die Menschen gut zurechtgekommen sind, was sozusagen gute Einsteiger-Anwendungen sind. Also, was die Internetnutzung für Einsteiger attraktiv macht. Dazu gehörten beispielsweise die Bahn-App oder Wikipedia. Auch Spiele kamen gut an, zum Beispiel Solitär. Hier hat eine ältere Dame allerdings gesagt, dass sie das digital nicht so gut findet, weil sie dann nicht mehr schummeln kann. „Der D21-Digital-Index ist mehr, als nur im Internet surfen zu können.“ msg: Wenn also ein Senior Wikipedia nutzt, kommt er dann im D21-Digital-Index schon auf 51 Punkte? Oder welche Digitalkompetenz muss ich mir unter 51 Index-Punkten vorstellen? Müller: Der D21-Digital-Index ist mehr, als nur im Internet surfen zu können. Der Index setzt sich aus vier Sub-Indizes zusammen. Wir messen zum Beispiel, ob überhaupt ein Zugang zum Internet besteht, ob die Nutzung privat oder beruflich ist, ob auch mobile Geräte verwendet werden, und so weiter. Der zweite Sub-Index fragt ab, wie vielfältig die Nutzung ist. Das heißt, eine Person, die nur im Internet surfen kann, bekommt weniger Punkte als eine, die das Internet und dazu auch Tabellenkalkulations- oder Textverarbeitungsprogramme nutzt. msg: Wie sind diese durchschnittlich 51 Index-Punkte im Vergleich mit anderen Ländern zu sehen? Und gibt es einen Fahrplan, um den Durchschnitt beispielsweise bis 2020 auf 75 anzuheben? Müller: Unsere Studie umfasst nur Deutschland, und es gibt leider keine direkten Vergleichszahlen, da andere Länder diese Zahlen nicht exakt so wie wir erheben. 51 Index-Punkte, das ist zunächst nur ein mittlerer Wert. Er ist nicht gut, aber auch nicht katastrophal. Es gibt ja auch digitale Vorreiter, bei denen der Wert sehr viel höher liegt. Wir dürfen allerdings nicht davon ausgehen, dass in absehbarer Zeit alle Bundesbürger digitale Vorreiter werden und im 70er-Bereich landen. Man muss sich vor allem um die Gruppe der im digitalen Abseits Stehenden kümmern. Diese Menschen haben wirklich einen großen Nachteil. Also müssen wir dafür sorgen, dass sie stärker Richtung Mitte, stärker zu 51 Punkten wandern. msg: Der Index ist zwar neutral, aber lassen sich durch die Verknüpfung mit Sozialdaten – ältere Menschen oder finanziell schwächere Menschen haben einen geringeren Index – eine gesellschaftliche Botschaft und Handlungsvorschläge ableiten? 1 http://initiatived21.de/publikationen/d21-digital-index-2016/ 2 https://www.digitale-chancen.de/ Interview | .public 01-17 | 7

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