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01 | 2017 NEWS

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Die ewige Suche nach

Die ewige Suche nach mehr Ertrag – oder: Jede Idee braucht ihre Zeit von Dennis Bayer In Zeiten hoher Liquiditätsspreads sind Kundengelder in Form von Sicht- und Spareinlagen für Banken eine nicht zu unterschätzende Ertrags- und Refinanzierungsquelle. Um diese Gelder gewinnbringend zu nutzen, ist eine Abbildungsmethodik notwendig, die das variable Geschäft transparent und konsistent in die Zinsbuchsteuerung integriert. In diesem Beitrag stellen wir – aufbauend auf der Methode der gleitenden Durchschnitte und Erkenntnissen aus der Portfoliooptimierung – das Modell der risikoadjustierten Margenoptimierung vor. Außerdem zeigen wir auf, wie ein optimales Mischungsverhältnis bestimmt werden kann, das überproportional mehr Ertragschancen im Vergleich zum Risiko ermöglicht. Die Aufmerksamkeit, die unsere Kunden dem Thema „variable Produkte“ und einzelnen Teilaspekten davon entgegenbringen, schwankt im Zeitverlauf stark. Von historischer Analyse über die zukunftsorientierte Festlegung von Mischungsverhältnissen und seit einigen Jahren auch dem zunehmenden Interesse an der Berücksichtigung von Volumenschwankungen – sei es im Kontext Sockeldisposition oder periodisierten Ausgleichszahlungen – haben sich die Themenschwerpunkte in unseren Beratungsprojekten weiterentwickelt. Hierbei war die Standardsoftware manchmal ihrer Zeit voraus, wie beispielsweise bei den lange Zeit in der Praxis wenig beachteten Sockelmischungsverhältnissen oder der Zukunftsanalyse. Teilweise werden Beratungsthemen relevant, die im Standard erst nachgelagert umgesetzt werden, so wie aktuell im Kontext periodisierte Ausgleichszahlungen. 1 In der aktuellen (und weiter anhaltenden) Niedrigzinsphase wird in der Praxis ab und an die Frage aufgeworfen, wozu überhaupt Mischungsverhältnisse benötigt werden, wenn alle Produkte annähernd gleiche Zinsen nahe null zahlen – eine Diskussion, die Sie in Ihrem Hause hoffentlich nicht führen müssen. Umso größer war die Verwunderung darüber, dass aktuell – in Zeiten, in denen der Zins in den Hintergrund zu treten scheint und das Volumen im Fokus vieler Betrachtungen steht – ein Thema aus den Jahren 2008/2009 offene Ohren im Markt findet: die risikoadjustierte Margenoptimierung. Im Folgenden können Sie einen Artikel aus dem Jahr 2009 lesen, der das Thema fachlich beleuchtet. Wenn auch die Zinsanpassungsschritte in den beschriebenen Beispielen nicht mehr zutreffend sind und heute statt von Margenausweitungen vom Abmildern von Margenrückgängen gesprochen wird, ändert dies nichts an der Aussage des Artikels: Die risikoadjustierte Margenoptimierung ist in der Lage, bei aus Kundensicht gleichem Zinsanpassungsverhalten einen höheren Bewertungszins zu realisieren. Und dann wird auch klar, wieso das Interesse an diesem Thema gerade jetzt steigt: Auch wenn die Kundenzinsen quasi gleich sind, sind viele Institute auf der Suche nach Potenzialen zur Ertragssteigerung. Daher: Viel Freude beim Auseinandersetzen mit einem „alten“ und doch aktuellen Thema. 1 Siehe dazu News 03/2016, Seite 20 ff. 4 I NEWS 01/2017

Unternehmenssteuerung t Risikoadjustierte Margenoptimierung im variablen Geschäft – Margenpotenziale heben Im Bereich der stark umworbenen variabel verzinslichen Kunden- positionen wird immer nach Möglichkeiten gesucht, die Kundenkonditionen attraktiver zu gestalten oder zusätzliche Margen- erträge zu generieren, ohne dabei im Marktbereich ein zusätzliches Risiko einzugehen. Das bedeutet in der praktischen Umsetzung, dass die Anpassung des Kundenzinses und die Verwendung der Gelder in einem engen Zusammenhang stehen müssen, um so relativ konstante Margen zu liefern und möglichst wenig Risiko bei den Vertriebseinheiten zu belassen. In der Regel kann dies über eine Abbildung mit gleitenden Durchschnitten sehr gut erfüllt werden. Eine tatsächliche Margenkonstanz kann in der Praxis – beispielsweise aufgrund von Sonderkonditionen oder Kundenzinsanpassungen in 0,25-Prozent-Schritten – jedoch nicht festgestellt werden. Somit verbleiben stets gewisse Restrisiken in Form von Ergebnisschwankungen im Marktbereich. An dieser Stelle setzt das Modell der risikoadjustierten Margenoptimierung an: Wenn auch unter optimalen Voraussetzungen Risiken im Marktbereich verbleiben, können neben der bisher verwendeten auch andere Gleitzinskombinationen existieren, die mit einem geringen Risikoaufschlag einen deutlichen Ertragszuwachs generieren können. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass das neue Mischungsverhältnis weiterhin zur Charakteristik des angebotenen Produktes passt. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass den Vertriebseinheiten eine möglichst konstante Marge gestellt und den Kunden weiterhin das gewünschte Produkt angeboten werden kann. Funktionsweise Die Idee der risikoadjustierten Margenoptimierung hat ihren Ursprung in den Methoden „Asset Allocation“ und „Portfolio- optimierung“. In der Asset Allocation existiert auf Basis der Asset- Klassen ein sogenannter effizienter Rand, der alle Portfoliokom- binationen enthält, die zu gegebenen Risikoniveaus die jeweils höchste Ertragserwartung haben. Aufgrund von Diversifikationseffekten hat dieser Rand in der Regel einen konkaven und keinen linearen Verlauf. Aus dem Blickwinkel der klassischen Methode der gleitenden Durchschnitte für das variable Geschäft bestehen die Asset-Klassen aus unterschiedlichen Gleitzinsen, zu denen die Portfoliokombination mit geringster Varianz zum beobachteten Kundenzinsverlauf gesucht wird. Das Portfolio, das durch dieses schwankungsärmste Mischungsverhältnis repräsentiert wird, liegt auf dem tiefsten Punkt des effizienten Randes und hat folglich neben dem geringsten Risiko auch die niedrigste Margenerwartung. Aufgrund der eingangs erwähnten Kundenzinsanpassungen hat jedoch selbst diese varianzminimale Gewichtung stets ein positives Risiko. In der Kombination dieser Eigenschaften liegen Margenpotenziale, die sich durch eine systematische Suche auf dem effizienten Rand oberhalb des varianzminimalen Punktes nach einer besseren Portfoliokombination für das Institut ausnutzen lassen. Dieser Optimierungsschritt geschieht unter Einhaltung verschiedener Nebenbedingungen, die institutsabhängig im Vorfeld festgelegt werden. Zum einen zählt hierzu die institutsindividuelle Bereitschaft zur Risikoübernahme, die durch das Verhältnis von zusätzlich eingegangenem Risiko zu zusätzlich erwarteter Marge quantifiziert werden kann. Dieses Verhältnis ist in der Bank in der Regel durch den RORAC beziehungsweise die Sharpe-Ratio gegeben und kann im Verlauf der Optimierung mit den Tangentensteigungen des effizienten Randes abgeglichen werden. Durch den konkaven Verlauf des effizienten Randes sind die Sharpe-Ratios zunächst sehr steil, da bereits für eine geringe Einheit zusätzliches Risiko eine hohe Steigerung in der Margenerwartung erreicht werden kann. Im weiteren Verlauf nehmen diese Tangentensteigungen ab. Die Festlegung einer Grenz-Sharpe-Ratio durch das Institut bildet somit eine einzuhaltende Nebenbedingung bei der Suche nach einem besseren Mischungsverhältnis auf dem effizienten Rand. Darüber hinaus bekommt die Tangente mit der Steigung der Grenz-Sharpe-Ratio durch den so bestimmten optimalen Punkt NEWS 01/2017 I 5

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