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01 | 2016 public

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Schwerpunkt: Konsolidierung der IT-DLZ Teil II

msg: Was genau verstehen

msg: Was genau verstehen Sie darunter? Dr. Bizer: Digitale Souveränität bedeutet für uns, dass wir die Sicherheit der Daten der Bürger gewährleisten. Das können wir nur, wenn wir die Herrschaft über das behalten, was in unserem Rechenzentrum passiert. Arbeiten wir mit Partnern zusammen, stellen wir das sicher und schließen aus, dass Dritte – zum Beispiel fremde Nachrichtendienste – in irgendeiner Form Zugriff erhalten können. Es muss vor allen Dingen auch die Reversibilität gewährleistet sein. ren, die wir bislang in verschiedenen Rechenzentren an unseren Standorten betrieben haben, in dieses neue Rechenzentrum. Ein weiteres Geschäftsfeld ist die Software-Entwicklung. Wir haben rund 200 Entwickler an Bord und entwickeln selbst, wenn dies notwendig und sinnvoll ist. Ist es wirtschaftlicher und sinnvoll, Produkte einzukaufen, dann machen wir das auch. Man muss ja das Rad nicht immer wieder neu erfinden. msg: Viele Kunden in einer großen Fläche bedeutet, Sie müssen mit vielen Stakeholdern sprechen. Wie sieht bei Dataport die Schnittstelle zum Kunden aus? Dr. Bizer: Wir haben ganz klassisch einen eigenen Vertrieb mit Kundenbetreuern vor Ort. Er ist zum überwiegenden Teil regional organisiert, seit Kurzem aber auch in einigen Segmenten fachlich aufgestellt. Darüber hinaus haben wir eine eigene Organisationseinheit mit Projektleitern, die Projekte, Produkte und Produktthemen managt. Jenseits der Fachberater bauen wir zurzeit ein Team auf, das gezielt produktunabhängige Geschäfts- und Organisationsberatung anbietet. Für mich sind das Anwälte, die für die Lösung der Probleme unserer Kunden verantwortlich sind. Sie würden sagen, die machen IT-Consulting. msg: Als klassischer Full-Service-Provider brauchen Sie entsprechend Personal. Haben Sie eine spezielle Sourcing-Strategie? Dr. Bizer: Derzeit haben wir rund 2300 eigene Mitarbeiter. Außerdem haben wir von unseren 430 Millionen Euro Umsatz im letzten Jahr 150 Millionen nach außen gegeben. Allerdings inklusive Softwarelizenzen. Wir gehen da ganz pragmatisch vor und arbeiten, je nach Ausschreibung, mit vielen externen Dienstleistern zusammen. Und natürlich arbeiten wir auch nach dem Prinzip der verlängerten Werkbank – vorausgesetzt, die digitale Souveränität bleibt gewahrt. msg: Eines der Themen, mit denen sich Dataport beschäftigt, ist Smart Country, ein Zukunftsthema. Was können wir uns darunter vorstellen? Dr. Bizer: Smart Country oder auch Smart City oder digitale Stadt bedeutet die Digitalisierung – früher hätte man gesagt die Vernetzung – ganz unterschiedlicher Lebensbereiche in einem Land, einer Stadt oder einem Dorf. Es gibt ja Gegenden mit einem demografisch bedingten Entvölkerungsphänomen – wie die Eifel oder den Harz. Aber gleichwohl leben dort Menschen, die Leistungen der öffentlichen Verwaltung brauchen. Wir müssen also Wege finden, Bürger auch dort, wo es kein Rathaus mehr gibt, mit E-Goverment-Services zu erreichen. Oder, im städtischen Bereich, bereits vorhandenes Potenzial auszunutzen. Zum Beispiel mit einer bedarfsgerechten Schaltung von Ampeln, Lichtmasten und Ähnlichem mehr. Wir befinden uns derzeit noch in der Konzeptphase. Wir sehen, dass es Chancen gibt, dass viele Möglichkeiten vorhanden sind. Jetzt geht es darum, das vorhandene Potenzial intelligent zusammenzudenken. msg: Welchen Herausforderungen muss sich Dataport zukünftig noch stellen? Dr. Bizer: Eine große, konkrete Herausforderung ist die Migration in unser neues Rechenzentrum, ein Projekt, das ich vorhin schon erwähnt habe. Der Umzug eines Rechenzentrums bedeutet ja nicht nur, den Server auf eine Sackkarre zu laden, rüberzufahren, abzuladen und wieder in Betrieb zu nehmen. Dahinter steht immer die Konsolidierung von Verfahren. So ein Projekt bedeutet auch, dass sich Betrieb und Betriebsmodell verändern. Deswegen ist das auch so anstrengend – und so aufregend. Die zweite große Herausforderung ist es, bei unseren Kunden immer wieder den Blick dafür zu schärfen, dass die gleichen Aufgaben gemeinsam, mit demselben Verfahren abgebildet und umgesetzt werden können. Also Voraussetzungen für Synergien schaffen. 8 | .public 01-16 | Moderne Verwaltung

Über die dritte Herausforderung haben wir auch schon gesprochen, nämlich das Zusammendenken von IT, Organisation und Prozessen. Natürlich sind wir nicht für die Organisation und die Prozesse bei unseren Kunden zuständig, nur für unsere eigenen. Aber wir müssen dafür werben, dass Organisation, Prozesse und IT gemeinsam gesehen werden. Und wir müssen dafür werben, sie auch gemeinsam zu entwickeln. msg: Können Sie diesen Punkt noch etwas ausführen? Dr. Bizer: Nehmen wir zum Beispiel die Beamtenbesoldung nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). TV-L ist in allen Ländern gleich. Daher dürfte es überhaupt kein Problem sein, ihn auch in allen Ländern mit ein und demselben Verfahren auszuzahlen. Dem ist aber nicht so. Das wird in den einzelnen Ländern ganz unterschiedlich gehandhabt. Und es ist hochspannend, zu erleben, mit welchem Selbstbewusstsein dieselben Prozesse unterschiedlich organisiert werden. Unser Auftrag ist es, Synergien zu schaffen. Wenn ich gefragt werde, ob ein Verfahren nicht auch billiger bereitgestellt werden kann, dann muss ich sagen können: Natürlich geht es billiger, und mit weniger Aufwand. Aber nur, wenn die Organisation und die Prozessen angeglichen werden. Wir brauchen keine hundertprozentige Übereinstimmung, aber der Sockel an Gemeinsamkeiten muss größer sein als hundert Prozent Unterschiedlichkeit. msg: Welche anderen Themen werden Dataport in Zukunft beschäftigen? Dr. Bizer: Ein großes Zukunftsthema ist die Entwicklung einer Cloud für die öffentliche Verwaltung. Hier sehen wir uns schon gut aufgestellt, weil wir uns immer mit dem Thema Cloud auseinandergesetzt haben. Wir haben, um ein Beispiel zu nennen, für die öffentliche Verwaltung ein Cloud-Mail-System entwickelt. Regel ist. Gemessen am Anstieg dessen, was wir als Cyber-Kriminalität erleben, ein Missverhältnis. Ebenso wie ich ein Missverhältnis in der Erwartungshaltung unserer Kunden feststellen kann: Es soll alles gut funktionieren und hochsicher sein, darf aber nicht viel kosten. Aber Sicherheit kostet Geld. Da steckt viel Aufwand dahinter – technischer und auch personeller. Das geht bis hin zum Wachpersonal in den Rechenzentren. Aber hier sind wir sehr gut aufgestellt. Das dritte große Thema ist das, was die Arbeitsgruppe „Digitale Verwaltung“, der ich auch angehöre, beim nationalen IT-Gipfel „Goverment as a service“ genannt hat. Es fing mal damit an, die Server, die lange Zeit unter den Schreibtischen der Sachbearbeiter standen, in zentrale Serverräume zu stellen und reicht bis zu den untereinander vernetzten Rechenzentren, die wir heute haben. Der nächste Schritt wird sein, von den amts- und aufgabenbezogen Einzelverfahren zu vernetzten Serviceangeboten für die Verwaltung zu kommen. Zu Serviceangeboten, die einen definierten Workflow unterstützen, wie zum Beispiel E-Rechnungen. Dieser Entwicklungsschritt wird uns noch richtig viel Gehirnschmalz kosten. msg: Synergien aufzeigen und Prozesse anpassen, verlangen den Kunden einiges ab. Wie ermitteln Sie die Zufriedenheit Ihrer Kunden? Dr. Bizer: Die besten Erfahrungen machen wir mit Online-Maßnahmen. Das heißt, wir fragen nach dem Erbringen der Dienstleistungen die Zufriedenheit des Kunden ab. Oder wir befragen periodisch per Zufallsgenerator bestimmte Zielgruppen. Manchmal führen wir auch gezielte Online-Kundenumfragen durch. Vor ein paar Jahren haben wir auch mal flächendeckende Umfragen durchgeführt, ausgewertet und kommuniziert und daraus Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet. msg: Das schon im Einsatz ist? Dr. Bizer: Ja, zuerst haben wir es in Hamburg, dann in Bremen ausgerollt, als Nächstes folgt Schleswig-Holstein. Für unsere Kunden hat es den Vorteil, dass wir die digitale Souveränität gewährleisten können. Und es zeigt, dass „Cloud“ kein abstraktes Thema mehr ist. Wir sind bereits drin. Die Herausforderung wird nun sein, weitere Bereiche zu identifizieren, in denen eine Cloud vorteilhaft und vor allem sicher eingesetzt werden kann. „Sicherheit“ ist für uns ein zentrales Thema. Unser Rechenzentrum ist BSI-zertifiziert – wenn Sie sich die Liste der BSI-zertifizierten Rechenzentren anschauen, sehen Sie, dass das nicht die Über Dataport Dataport ist ein Full-Service-Provider für Informationstechnik der Verwaltung. Träger sind die Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein sowie der kommunale „IT-Verbund Schleswig-Holstein“. Dataport ist der einzige IT-Dienstleister der deutschen Verwaltung, der gemeinsam von Bundesländern und Kommunen getragen wird. Dataport ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts, hat 2300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte 2015 einen Umsatz von 430 Millionen Euro. Moderne Verwaltung | .public 01-16 | 9

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