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01 | 2016 NEWS

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Banking - Stabil und zukunftssicher

u Unternehmenssteuerung

u Unternehmenssteuerung schließlich auf Basis des Worst-case-Ergebnisses aus allen Zinsschockszenarien ermittelt. Stufe 6: Die final ermittelten IRRBB-Minimum-Kapitalerfordernisse stellen schließlich eine Art Maxima der schlimmsten aggregierten Verluste des EVE und NII basierend auf allen sechs Zinsschockszenarien dar. Die minimale Kapitalanforderung stellt das Maximum aus den Kapitalerfordernissen bezüglich der EVE- und der NII-Veränderungen dar. Allerdings ist diese Vorgehensweise nur eine von vier im BCBS- Entwurf optional anwendbaren Verfahrensweisen. Der erweiterter Säule-2-Ansatz (enhanced Pillar II approach) wird als Alternative zum derzeitigen Säule-1-Ansatz dargestellt. Die Aufsicht beschreibt in insgesamt zwölf Prinzipien ihre Erwartungen an das Management von Zinsänderungsrisiken – inklusive der Spreadrisiken (im Unterschied zum BCBS-Säule-I- Ansatz und zum EBA-Papier)– im Anlagebuch. Diese High Level Principles sind inhaltlich nicht wesentlich neu. Die Überarbeitung des BCBS-Papiers von 2004 hebt allerdings Aspekte wie die Validierung der Annahmen, vollständige und richtige Daten sowie Governance hervor. Diese stellen aus deutscher Sicht ebenfalls keine Überraschung dar, werden doch dem Vernehmen nach die „Principles for effective risk data aggregation and risk reporting“ (BCBS 239) in die für 2016 anstehende 5. Novelle der MaRisk vorgesehen („MaRisk 6.0“). Grundsätzlich sind die EBA-Guidelines eher qualitativ ausgerichtet und räumen Instituten und Aufsichtsorganen Freiheitsgrade in der Interpretation sowie der Umsetzung ein. Demgegenüber enthält der BCBS-Entwurf zumindest im Standardansatz explizit quantitative Vorgaben. Dieser erwähnt jedoch den „Basel-Standard-Zinsschock („+/-200 BP“)“ nicht mehr explizit und enthält stattdessen Vorgaben zu sechs verschiedenen Zinsschockszenarien. Im Unterschied dazu fordern die EBA-Guidelines nach wie vor den „bekannten“ Standard-Zinsschock. Einig sind sich beide Papiere darin, sowohl die periodische als auch die ökonomische Messung des Zinsrisikos vorzusehen. Ebenfalls kritisch am neuen BCBS-Entwurf zu bemerken sind die systemischen Risiken (contagion risks), also Ansteckungseffekte, die aus einer einheitlichen Regulierung gerade im Säule-1-Ansatz resultieren können. Dies könnte zu einem gleichgerichteten Verhalten der Institute führen und zyklische Effekte verstärken. Weiter können diese Regelungen den institutsindividuellen Gegebenheiten nicht gerecht werden und zu asymmetrischen Ergebnissen zwischen den von der Aufsicht ermittelten Risiken und den institutsindividuell ermittelten Risiken führen und somit eine fehlerhafte Einschätzung durch die Aufsicht generieren. Als Knackpunkt stellt sich die Modellierung von Positionen mit unsicheren Zahlungsströmen (optionale Geschäfte) und Positionen ohne feste Zins- oder Kapitalbindung (variables Geschäft) dar. Hier ist die EBA-Position mit der maximalen Duration von fünf Jahren vergleichsweise liberal, während der BCBS-Entwurf mit Kappung bei einer Laufzeit von sechs Jahren und der gleichzeitigen Begrenzung auf eine durchschnittliche Laufzeit von drei Jahren einen massiven Eingriff in die Modellierung derartiger Positionen darstellt. Letztendlich würde dies je nach Wesentlichkeit dieser Positionen zu einer deutlichen Veränderung der Risikowerte in den Instituten führen. Kritische Würdigung Die standardisierte Modellierung der variablen Produkte nach Laufzeitbandverteilung und der Kappung bei einer Laufzeit von sechs Jahren sowie der gleichzeitigen Begrenzung auf eine durchschnittliche Laufzeit von drei Jahren träfe vor allem Retailbanken – also gerade Sparkassen sowie Genossenschaftsbanken – hart. Diese Häuser modellieren ihre Summen-Cashflows für variable Geschäfte in der Regel anhand der Methode der gleitenden Durchschnitte, in die auch Laufzeiten bis zehn Jahre einfließen. 10 Insofern ist die Durationskappung der EBA im Kern 14 I NEWS 01/2016

Unternehmenssteuerung t unproblematisch, denn dies entspricht in etwa der Anwendung eines 100 Prozent gleitenden Zehn-Jahres-Durchschnitts. Autoren Beim BCBS-Entwurf ist unter anderem zu kritisieren, dass die vorgestellte Modellierung in der Säule 1 in Teilen eher auf die Liquiditätsrisiken (Bodensatz) als auf die Zinsänderungsrisiken bezogen zu sein scheint. Dort aber geht es um die Modellierung einer zu beobachtenden Trägheit in der Zinsanpassung im variablen Geschäft, nicht um die Modellierung von Sichten auf die Liquidität respektive das Liquiditätsrisiko. Seit den ersten Vorschlägen zur Unterlegung von Zinsänderungsrisiken im Bankbuch im Jahr 1993 (Baseler Ausschuss: „Measurement of Banks Exposure to Interest Rate Risk – consultative proposial by the Basle Comittee on Banking Supersivion, Basel April 1993) ist viel Zeit verstrichen. Dass nunmehr „alter Wein in neuen Schläuchen“ von der Aufsicht präsentiert wird, wie der Titel dieses Beitrags etwas provozierend formuliert, wäre zu kurz gegriffen. In der Bankbetriebslehre und der gelebten Zinsmanagementpraxis in den Instituten sowie gerade vor dem Hintergrund der einschneidenden Ereignisse der letzten Jahre durch die Finanzkrise(n) hat sich viel bewegt. Nun scheint nach fast 25 Jahren die Zeit reif zu sein, die Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch geänderten aufsichtsrechtlichen Regelungen zu unterwerfen. Klaus Stechmeyer-Emden Lead Business Consultant, Business Consulting > +49 (0) 7252 / 9350 - 1113 > klaus.stechmeyer-emden@msg-gillardon.de Prof. Dr. Konrad Wimmer Executive Partner, Business Consulting > +49 (0) 89 / 943011 - 1539 > konrad.wimmer@msg-gillardon.de Sebastian Henkel Business Consultant, Business Consulting > +49 (89) 943011 - 1899 > sebastian.henkel@msg-gillardon.de Zusammengefasst ergibt sich aus unserer Sicht für die Institute perspektivisch eine direkte Eigenkapitalunterlegung, aber zumindest eine indirekte Eigenkapitalunterlegung („Säule 1-Plusbeziehungsweise erweiterter Säule-2“-Ansatz) der Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch. So oder so wird dies aller Voraussicht nach erhöhte Kapitalunterlegungsanforderungen auslösen, insbesondere da Kapitalzuschläge für die nach den bisherigen Ansätzen unveränderten Zinsrisiken entstehen. 10 Vgl. zu einer ausführlichen Darstellung Wimmer, K.: Moderne Bankkalkulation, 4. Aufl., Stuttgart 2013, S. 238-290. NEWS 01/2016 I 15

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