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01 | 2016 NEWS

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Banking - Stabil und zukunftssicher

Alter Wein in neuen

Alter Wein in neuen Schläuchen? Anstehende Regularien für Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch von Sebastian Henkel, Klaus Stechmeyer-Emden und Dr. Konrad Wimmer Die Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch werden aktuell von der Aufsicht über den „Zinsschock Basel II“ gemessen. Einzubeziehen sind dabei alle zinstragenden Positionen, somit auch derivative, optionale und „variable“ Geschäfte sowie einzubeziehende Elemente der Spezialfonds 1 – dies betrifft zudem alle wesentlichen Währungsräume. Außerdem gilt das sogenannte Prüfkriterium: demnach muss die Eigenkapitalanforderung nach der CRR zuzüglich der negativen Barwertveränderung aus dem Zinsschock kleiner sein als 95 Prozent der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel. Formal ist diese Risikoart derzeit im Drei- Säulen-Modell von Basel in der Säule 2 der MaRisk abgebildet. So fordert auch BTR 2.3 Ziffer 5 MaRisk, dass die Verfahren zur Beurteilung der Zinsänderungsrisiken des Anlagebuches die wesentlichen Ausprägungen der Zinsänderungsrisiken abbilden müssen. Nach BTR 2.3 Ziffer 6 MaRisk besteht aktuell insofern ein Methodenwahlrecht, als die Auswirkungen von Zinsänderungen auf das handelsrechtliche Ergebnis oder die Markt- / Barwerte der betroffenen Positionen bezogen werden können. Die Deutsche Bundesbank kam zu der Einschätzung, die Säule 2 sei aus qualitativer Sicht besser geeignet, dem Zinsänderungsrisiko institutsindividuell Rechnung zu tragen, als in der Säule 1, die faktisch eine standardisierte Lösung voraussetzt (Monatsbericht Juni 2012, S. 57). Gleichzeitig betonte sie, dass grundsätzlich keine Bedenken gegen eine Einbeziehung in die Säule 1 bestehen (Monatsbericht Juni 2012, S. 65), wenngleich in diesem Kontext die Modellierung von Positionen mit „unbestimmter Kapital- oder Zinsbindung“ – somit die optionalen und variablen Zinsgeschäfte – als die zentrale Herausforderung postuliert wird. 1 Vgl. Hofmann, M.: Spezialfonds auf dem Prüfstand: Im Fokus von 44er- Prüfungen, in: BP 06/2015, S.206-209. Veränderungen des Status quo stehen jedoch unmittelbar bevor – sie werden nachstehend skizziert und einer ersten Einschätzung unterworfen. 10 I NEWS 01/2016

Unternehmenssteuerung t Zum einen ist der mit dem SREP verbundene Säule-1-Plus-Ansatz zu beachten. 2 Demnach werden die nach der Säule 1 (CRR) geforderten Eigenkapitalbeträge die Untergrenze je Risikobereich (Adress- ausfallrisiko, Marktpreisrisiken im Handelsbuch, operationelle Risiken) darstellen. Insbesondere kommt es zu einem Zuschlag für alle Risiken, die nicht bereits durch Säule 1 abgedeckt sind. Ein prominentes Beispiel sind, neben Modellrisiken und Schwächen in der Internal Governance, die Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch. Konkret bedeutet dies (solange nicht ohnehin eine explizite Einbeziehung in der Säule 1 erfolgt), dass die Aufsicht hierfür einen Zuschlag vorsehen wird. Dieser wird ermittelt als Maximum von a) der institutsinternen Berechnung nach MaRisk (Säule 2) und b) der eigenständigen Berechnung durch die Aufsicht. Am 22. Mai 2015 hat die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) die finale Richtlinie für das Management von Zinsänderungsrisiken aus dem Nichthandelsgeschäft veröffentlicht („Guidelines on the management of interest rate risk arising from non-trading activities“ – EBA/GL/2015/08). Sie ist maßgeblich an Aufsichtsbehörden gerichtet, stellt aber auch eine Art Best- Practice-Richtlinie für Kreditinstitute sowie Investmentfirmen dar und ersetzt die CEBS Guidelines „Technical aspects of the management of interest rate risk arising from non-trading activities under the supervisory review process“ vom 3. Oktober 2006. Die neue Richtlinie tritt am 1. Januar 2016 in Kraft. 3 Mittlerweile hat außerdem das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) – kurz Baseler Ausschuss – einen Entwurfs zur über- arbeiteten Behandlung von Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch vorgelegt. 4 Die finale Version dieses Entwurfes wird die „Principles 2 Vgl. Wimmer, K.: Unter Aufsicht. SREP-Guidelines der EBA: Grundlage für das deutsche Aufsichtsrecht, msgGillardon News 02/2015, S.16-20. 3 Die expliziten Guidelines für Aufsichtsbehörden der originalen Guidelines von 2006 sowie des Konsultationspapiers aus 2013 wurden in die SREP-Guidelines eingegliedert (EBA guidelines for common procedures and methodologies for SREP). 4 „Consultative Document – Interest rate risk in the banking book IRRBB“ – BCBS 319 vom 8. Juni 2015. for the Management and Supervision of Interest Rate Risk“ (IRR Principles) des Baseler Ausschusses vom Juli 2004 ersetzen. Im Folgenden werden beide Dokumente näher beleuchtet und gewürdigt. Neuerungen seitens EBA und BCBS EBA Final Report: Guidelines on the management of interest rate risk arising from non-trading activities Die EBA Guidelines umfassen „High Level Guidelines“ sowie ergänzend „Detailed Guidelines“. Letztere beziehen sich unter anderem auf die Erstellung und Kalibrierung von Szenarien für Stress- tests, Annahmen hinsichtlich der Messung von Zinsrisiken, die Messmethoden, interne Governance-Leitlinien bezüglich dieser Risikoart, der Identifikation, der Kalkulation sowie die Allokation von internem Kapital. Ziel ist es, für eine angemessene Eigenmittelunterlegung von Zinsänderungsrisiken und ihrer Integration in die Risikotragfähigkeit (ICAAP) zu sorgen. Schlagwortartig lassen sich folgende wesentlichen Inhalte der High Level Guidelines hervorheben: > > Nachweis des angemessenen ökonomischen Kapitals in Relation zu den Zinsänderungsrisiken > > Vorgaben zu unterschiedlichen Zinsszenarien (nicht nur Parallelverschiebung, zum Beispiel auch Änderung der Steigung, Drehung an verschiedenen Stützstellen) > > Bestimmung des Risikos in Form von Veränderungen des wirtschaftlichen Wertes (Economic Value – EV) und des Zinsergebnisses (Net Interest Income – NII) > > Vorgaben zu internen Governancevorschriften zur Erfassung sämtlicher Zinsrisiken sowie Offenlegungsvorschriften > > Explizite Vorgaben zu variablen Produkten ohne feste Zins- oder Kapitalbindung (zum Beispiel soll für stabile variable Anteile eine Duration von maximal fünf Jahren festgelegt werden) > > Harmonisierung und Meldung des Standard-Zinsschocks an die jeweilige Aufsichtsbehörde nach Art. 98(5) CRD IV NEWS 01/2016 I 11

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