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01 | 2015 NEWS

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Kernaufgabe Die

Kernaufgabe Die Beherrschung der Modellrisiken als eine wesentliche Anforderung an das Risikomanagement von Rainer Alfes und Daniela Bommelitz Der Umgang mit Modellrisiken darf keineswegs als akademische, weit von der Praxis entfernte Aufgabe gesehen werden. Vielmehr handelt es sich um eine Kernaufgabe des Risikomanagements, die durch die Finanzkrise erheblich an Bedeutung gewonnen hat und in den Fokus der Aufsicht gerückt ist. Banken müssen als Konsequenz einen regelmäßigen Prozess der Modellvalidierung in ihren Häusern etablieren, der die Modellannahmen und -grenzen transparent macht. Ausgangssituation Spätestens seit der Finanzkrise steht die adäquate Modellierung von Risiken mithilfe von Risikomodellen im Fokus der Bankenaufsicht und wird seither in deren Anforderungen besonders adressiert – siehe Basel III und die MaRisk-Novelle von 2012. Im Vordergrund stehen die sachgerechte Parametrisierung und Verwendung von Risikomodellen, aber auch die Beachtung ihrer Annahmen und Beschränkungen. Die vielfältigen Fragestellungen rund um den Einsatz von Risikomodellen, verbunden mit der Gefahr einer nicht sachgerechten Verwendung der Modelle, werden mit dem Begriff „Modellrisiko“ bezeichnet. 8 I NEWS 01/2015

Unternehmenssteuerung t Im folgenden Artikel werden die Charakteristika von Risikomodellen, die wesentlichen Modellrisiken sowie die aufsichtsrechtlichen Anforderungen zum Umgang mit Modellrisiken beleuchtet. Mit jedem mathematischen Modell sind Annahmen verbunden, die die Wirklichkeit vereinfachend beschreiben und so einer Modellierung zugänglich machen. Dies können zum Beispiel Annahmen zum Verhalten der relevanten Akteure sein, die Annahme, dass sich aus Beobachtungen der Vergangenheit das Risiko für die nahe Zukunft ableiten lässt, oder auch die Annahme, dass Modellparameter einer Simulation normalverteilt sind. Da Risiken aus der Unsicherheit über künftige Entwicklungen entstehen, simulieren die in der heutigen Bankpraxis verwendeten Risikomodelle solche Entwicklungen auf Basis verschiedener Parameter. Die benötigten Parameter, beispielsweise Zinssätze, Ausfallwahrscheinlichkeiten oder Volatilitäten, werden meist wieder mit mathematischen Modellen und Verfahren ermittelt. Risikomodelle Im modernen Bankgeschäft spielt die Finanzmathematik eine zentrale Rolle. Sie stellt die Werkzeuge zur Verfügung, mit denen Sachverhalte mathematisch beschrieben und berechnet können, und leistet so die Übersetzung von der realen Welt in mathematische Modelle. Solche Modelle dienen zunächst der Bewertung von Finanzprodukten und im nächsten Schritt der Messung der Risiken des Bankgeschäfts, beispielsweise der Marktpreis-, Kredit-, Liquiditäts- und operationellen Risiken. Institute benötigen mathematische Modelle auch, um die Anforderungen der Aufsicht zur Berechnung der Eigenkapitalunterlegung und zur Risikoabdeckung mit ökonomischem Kapital zu erfüllen. Da Risikomodelle die Wirklichkeit immer nur vereinfacht abzubilden versuchen, resultieren aus der Modellierung von Risiken wiederum Risiken und Unsicherheiten, die transparent gemacht werden müssen, damit sie gesteuert werden können. „Alle Modelle sind falsch, doch manche sind nützlich.“ (original: “All models are wrong, but some are useful.”) George Box, britischer Statistiker (1919-2013) Letztlich umfasst ein Modell im weiteren Sinn auch seine Anwendung in der Praxis, d. h. die Integration der prognostizierten Kennzahlen in die Risikomanagementprozesse und das Berichtswesen des Instituts. Das Modellrisiko ist somit der potenzielle Verlust, der durch Modellfehler und -schwächen entsteht oder durch die unsachgemäße Anwendung eines Modells verursacht werden kann. Es umfasst nicht nur die Beschränkungen und Unzulänglichkeiten des eingesetzten Modells, sondern auch die Gefahr einer nicht sachgerechten Verwendung. Lehren aus der Finanzkrise Die verstärkte Betrachtung des Modellrisikos durch die Bankenaufsicht ist eine der zentralen Lehren aus den Krisenjahren seit 2007. So haben vielfach die Bewertungs- und Analysemodelle für komplexe Produkte, allen voran für Verbriefungen, versagt. Darauf aufbauende Risikomodelle haben Kreditrisiken häufig unterschätzt. Auch bei der Messung von Marktpreisrisiken wurde ein der Finanzkrise entsprechendes globales Krisenszenario oft nicht berücksichtigt. Liquiditätsrisiken wurden in vielen Häusern nicht einmal als wesentlich eingestuft, geschweige denn adäquat gemessen und gesteuert. Aber nicht nur die Risikoeinschätzung, sondern auch der Umgang mit den Ergebnissen war in einigen Kreditinstituten mangelhaft, sodass nicht genügend Eigenkapital zur Verfügung stand, um die in der Finanzkrise aufgelaufenen Verluste aus eigener Kraft zu tragen. Solche Fehleinschätzungen wurden in vielen Fällen auch von den Prüfern der Bankenaufsicht nicht erkannt. Aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen Basierend auf diesen Erfahrungen der Finanzkrise wurden alle wesentlichen Rahmenwerke der Bankenaufsicht zum Risikoma- NEWS 01/2015 I 9

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