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01 | 2015 NEWS

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Risiken im Blick

Risiken im Blick Ganzheitliche Integration impliziter Optionen in die Risikosteuerung von Sparkassen von Tanja Gerling Die MaRisk identifizieren implizite Optionen als wesentliche Risiken, die im Rahmen der Gesamtbanksteuerung von Finanzinstituten zu berücksichtigen sind. Zur Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen sind die Institute zum einen laut Bafin- Rundschreiben 11/2011 zur Integration der impliziten Optionen in die Berechnung des Basel-Zinsrisikokoeffizienten aufgefordert. Zum anderen müssen laut MaRisk die impliziten Optionen auch einer Wesentlichkeitsprüfung hinsichtlich des vorhandenen Risikos unterzogen und in die Risikosteuerung integriert werden. In diesem ganzheitlichen Prozess stehen somit die folgenden Handlungsfelder im Fokus: Datenhaltung und Analyse des Bestandes impliziter Optionen, Vor- und Nachkalkulation inklusive Pricing, Vertriebssteuerung, wert- und periodenorientierte Zinsänderungsrisikosteuerung sowie Liquiditätsrisikosteuerung. Dieser Artikel betrachtet die wichtigsten Herausforderungen, vermittelt kurz wesentliche Hintergrundinformationen und geht auf die erforderlichen Prozessschritte zur Integration der impliziten Optionen in der Sparkassenpraxis ein. Die Basis bilden die aktuellen von Finanz Informatik und msgGillardon bereitgestellten systemseitigen Möglichkeiten. Implizite Optionen und deren Problematik Implizite Optionen sind zusätzlich vereinbarte Optionen, die in einem klassischen Produkt verankert sind. In der Regelt handelt es sich um frühzeitige Kündigungs- oder um Sondertilgungsrechte bei Festzinsprodukten, die dem Gläubiger oder dem Schuldner eingeräumt werden. Diese Rechte sind zwischen den beiden Vertragspartnern vertraglich festgelegt. 12 I NEWS 01/2015

Unternehmenssteuerung t Angebotsoptionen dar, die zurzeit nur prozessual gesteuert wer- Datenhaltung und Bestandsanalyse Vor- und Nachkalkulation inkl. Pricing Vertriebssteuerung den können, da es aktuell keine Erfassungsmöglichkeiten im operativen System gibt. Wertorientierte Zinsänderungsrisikosteuerung Implizite Optionen im Blick Periodenorientierte Zinsänderungsrisikosteuerung Abbildung 1: Handlungsfelder impliziter Optionen Liquiditätsrisikosteuerung Zum anderen können implizite Optionen durch gesetzliche Vorgaben zum Tragen kommen, wie zum Beispiel im Rahmen privater Baufinanzierungen mit Zinsbindungen, die über 10,5 Jahre hianusgehen. In diesem Fall entsteht für den Schuldner nach Ablauf von zehn Jahren ein gesetzliches Kündigungsrecht nach § 489 BGB, das ihm optional die Möglichkeit bietet, unabhängig von seiner Zinsbindung jederzeit unter Einhaltung der sechsmonatigen Kündigungsfrist sein Darlehen in voller Höhe zurückzuzahlen. Auf der Aktivseite verfügen Sparkassen vor allem im Darlehensbereich – und hier insbesondere in der Kategorie Wohnungsbau und gegebenenfalls Firmenkredite – über wesentliche Volumina impliziter Optionen. Auf der Passivseite konzentriert sich das wesentliche Volumen in der Regel auf das Produkt „Zuwachssparen“. Dabei handelt es sich grundsätzlich um eine mehrjährige Anlageform, die der Gläubiger nach Ablauf einer Kündigungssperrfrist unter Einhaltung einer Kündigungsfrist jederzeit kündigen und abrufen kann. Sehr häufig sind neben der kompletten Auflösung auch Teilverfügungen, gegebenenfalls nach Ablauf einer Kündigungssperrfrist, erlaubt. Somit gibt es in einer Sparkasse verschiedenste Arten von Kündigungsrechten: einmalige, mehrfache, vollständige oder partielle Kündigungsrechte. Zusätzlich könnte es auch Aufstockungsrechte geben. Eine Besonderheit stellen die Diese Beispiele verdeutlichen die Problematik, die sich für Sparkassen in der Risikosteuerung ergeben. Betrachtet wird zunächst die Zinsänderungsrisikosteuerung. Diese basiert auf dem aktuellen Gesamtbank-Cashflow zum Betrachtungszeitpunkt. Die Zinsänderungs-Cashflows der Festzinsprodukte sowie der variablen Produkte können über fest definierte Abläufe beziehungsweise durch Ablauffiktionen über das Modell der gleitenden Durchschnitte abgeleitet und integriert werden. Produkte mit impliziten Optionen enthalten jedoch Kündigungsrechte mit aus heutiger Sicht unbekannten Zahlungsströmen. Folglich stehen Sparkassen vor der Herausforderung, einen Weg zu finden, diese unbekannten Cashflows für unterschiedliche Zinsszenarien herzuleiten und in den Gesamtprozess der Risikosteuerung einfließen zu lassen. Ausübungsvarianten der impliziten Optionen Grundsätzlich wird zwischen zwei Ausübungsvarianten unterschieden: > > statistische Ausübungen > > optionale Ausübungen Statistische Ausübungen erfolgen in der Regel unabhängig von den aktuellen Geld- und Kapitalmarktzinsen. Der Kunde handelt hierbei nicht rational, um einen finanziellen Vorteil zu erzielen, sondern aus persönlichen Motiven. Im Gegensatz dazu wird dem Kunden bei einer optionalen Ausübung laut Definition ein rationales Vorgehen unterstellt. Das heißt, er nutzt sein Ausübungsrecht in Marktzinsphasen, die ihm einen finanziellen Vorteil verschaffen. In der Realität erfolgen optionale Ausübungen allerdings nicht sofort bei Entstehen dieses finanziellen Vorteils, sondern mit einer gewissen Verzögerung (Ausübeschwelle). Diese basiert auf drei wesentlichen Komponenten: NEWS 01/2015 I 13

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