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01 | 2015 banking insight

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30 banking insight ten wir es für bedenklich, wenn sich alle am gleichen aufsichtlich verordneten Risikosteuerungsansatz ausrichten. Das bewirkt ein gewisses Herdentriebverhalten und bringt doch wieder ganz neue Risiken mit sich. Wir halten es für besser, das interne Risikomanagement weiter zu stärken, das sich an den individuellen Gegebenheiten der Institute ausrichtet. Buchholz: Mit Blick auf die heterogene Bankenlandschaft in Deutschland halten wir für die zweite Säule eine prinzipienorientierte, qualitative Aufsichtspraxis für deutlich besser geeignet als eine regelbasierte, quantitative Vorgehensweise. Im Vergleich zum SREP ermöglicht das detaillierte Risikotragfähigkeitskonzept der deutschen Aufsicht eine individuelle Banksteuerung und wird so den Gegebenheiten der deutschen Bankenbranche deutlich besser gerecht. Insbesondere halten wir es nicht für sachgerecht, etwaige Kapitalzuschläge für Säule- 2-Risiken zum regulatorischen Kapital aus den Säule-1-Anforderungen hinzuzurechnen. Eine sinnvolle, auf das Institut ausgerichtete Risikosteuerung und Kapitalunterlegung ist nach diesem Ansatz nicht mehr so möglich, wie das bisher. der Fall war Wir befürchten außerdem, dass der SREP stärker auf Benchmark-Vergleiche innerhalb sogenannter Peer-Groups hinausläuft und nicht flexibel genug ausgerichtet ist. All das würdigt die Besonderheiten eines Institutes nicht hinreichend und schränkt die Methodenfreiheit unnötig ein. 3. Wie bewerten Sie die Geschäftsmodellanalyse der Banken? Jäger: Die Beurteilung des Geschäftsmodells ist völlig in Ordnung. Die Aufsicht sollte schließlich wissen, was eine Bank tut und wie ihre Perspektive aussieht. Das Problem zeigt sich vielmehr bei der standardisierten Bewertung über ein Scoring. Wer beispielweise in einer Nische unterwegs ist, wird gegebenenfalls eine schlechtere Bewertung erhalten, weil sein Geschäftsmodell nicht genügend diversifiziert ist und so auf den ersten Blick ein höheres Risiko trägt. Betroffen sind etwa Kreditgeber, die sich beispielsweise auf Immobilienfinanzierung konzentrieren, oder Banken, die nur in einer bestimmten Region aktiv sind. Diese Institute können bei Marktveränderungen nicht auf andere Bereiche ausweichen. Wir finden aber, dass Bankhäuser, die teils schon 300 Jahre in ihrer Nische unterwegs sind, die Nachhaltigkeit ihres Geschäftsmodells mehr als bewiesen haben. Wir befürchten nun, dass viele Banken ihr Geschäftsmodell anpassen, um einer schlechten Bewertung zu entgehen. Damit laufen wir jedoch Gefahr, dass sich die Geschäftsmodelle zu sehr angleichen und neue systemische Risiken entstehen. Schackmann-Fallis: Der Ansatz, dass die Aufseher auch auf die Geschäftsstrategie eines Instituts schauen, und wie nachhaltig seine Erträge sind, ist an sich nachvollziehbar. Das führt allerdings dazu, dass sie durch ihre Bewertung die individuellen Geschäftsmodelle beeinflussen. Die Aufsicht könnte demnach mit schlechten Bewertungen Anpassungen in der Geschäftspolitik forcieren, übernimmt aber nicht die Verantwortung für die damit eventuell verbundenen Risiken. Bei allem Verständnis für manche Regulierungsvorhaben der Vergangenheit: In die betriebswirtschaftliche Entscheidungsfreiheit des Vorstands darf nach meiner festen Überzeugung nicht hineinreguliert werden. Die Festlegung der Geschäftsstrategie muss in den Händen der Verantwortlichen bleiben. Das sind Vorstände und Träger oder auch die Eigentümer der Institute. Wird diese Grenze überschritten, so droht eine indirekte Strukturpolitik, indem zum Beispiel spezialisierte oder auch sehr kleine Institute schlechtere Bewertungen für ihre Geschäftsmodelle erhalten. Hierfür besitzen EBA und EZB keinerlei Mandat. Davon abgesehen hat sich in der letzten großen Krise doch eindeutig gezeigt, dass ein diversifizierter Bankensektor stabilisierend wirkt. Buchholz: Die Geschäftsmodelle in die Bankenaufsicht miteinzubeziehen, sehen wir kritisch. Aus unserer Sicht liegt die Verantwortung für die Geschäftsmodelle bei der Geschäftsführung und den Eigentümern. Die Analyse der Aufsicht darf deren unternehmerische Verantwortung nicht infrage stellen. Wenn aber die Aufsicht jede Planabweichung in „Echtzeit“ verfolgen kann, bei jeder Risikoausschusssitzung am Tisch sitzt und die Strategie sowie das Geschäftsmodell quasi genehmigt, wird sich bei einem Verlust die Frage stellen: Wer außer dem Management trägt die Verantwortung? Wer ist haftbar, falls ein von der EZB geprüftes Geschäftsmodell scheitert? Werden Investoren Verluste gegenüber den Aufsichtsbehörden einklagen? Zudem sehen wir die Gefahr einer „Harmonisierung“ oder „Gleichmacherei“ der Geschäftsmodelle, woraus neue Klumpen- und Systemrisiken entstehen können. Ich denke, die Vielfalt der Geschäftsmodelle sichert gerade die Stabilität des Finanzsystems.

Praxis 31 4. Wie stellen sich Ihre Mitglieder auf die Neuerungen ein? Jäger: Da wir von höheren Kapitalanforderungen ausgehen, berücksichtigen dies viele Banken bereits in ihrer Kapitalplanung. Dies ist allerdings noch schwierig, da niemand weiß, wie hoch die Vorgaben tatsächlich aussehen werden. Überhaupt wissen die Banken noch wenig im Detail, was genau auf sie zukommt. Die Leitlinien stehen schließlich erst seit Ende vergangenen Jahres fest und die EZB hält sich zu konkreten Maßnahmen bedeckt. Unsere Mitglieder tragen daher momentan vor allem möglichst viele Informationen über die Neuerungen zusammen. Vor allem kleinere Banken warten vorerst ab. Es ist schwierig auf etwas zu reagieren, wovon kaum jemand weiß, wie es letztlich aussehen wird. Foto: Getty Images Schackmann-Fallis: Diejenigen Institute der Sparkassen-Finanzgruppe, die die EZB direkt beaufsichtigt, sind bereits durch das „Asset Quality Review“ und durch den Stresstest intensiv mit dem neuen Aufsichtsansatz vertraut. Die weiterhin national beaufsichtigten Institute setzen sich ebenfalls eingehend mit dem neuen aufsichtlichen Kontext und seinen absehbaren Auswirkungen auseinander. Nach eigenen Aussagen führt die EZB ihre Prüfungen bereits im laufenden Jahr nach Vorgaben durch, die auf den EBA-Leitlinien zum neuen Aufsichtsprozess basieren. Diese Vorgaben veröffentlicht sie jedoch nicht. So wie sie den neuen Aufsichtsansatz einführt, kann man von einem Verfahren mit Lernschleifen sprechen: Die EZB-Aufseher stellen bestimmte Anfragen oder geben einzelne Wertungen oder Empfehlungen ab, die Institute reagieren darauf, und die EZB passt ihre internen Vorgaben möglicherweise nochmals an. Wir hoffen, dass die Beschlüsse der EZB Ende 2015 mehr Klarheit bringen. Das gilt für die Ergebnisse der aufsichtlichen Bewertungen als auch für deren Kommunikation gegenüber den Instituten. Buchholz: Um sich auf neue Vorgaben einstellen zu können, müssen diese zunächst im Detail bekannt sein. Die EBA-Vorgaben sind zwar sehr umfangreich, aber nicht sonderlich konkret, da es sich lediglich um Leitlinien handelt. Gleichzeitig plant die deutsche Aufsicht, die bisher in einem Rundschreiben niedergelegten Vorgaben an das Risikomanagement in eine Verordnung zu überführen, die dann auch von der EZB zu beachten wäre. Schließlich haben die Institute einige weitere neue oder geänderte Vorgaben umzusetzen. Dazu zählen etwa die Anforderungen an Sanierungspläne, die aktuell überarbeitet werden, oder die geplanten Bankenaufsichtlichen Anforderungen an die IT, kurz BAIT genannt. Das ist eine enorme Belastung. Wir hoffen, dass alle neuen Regelungen mit den europäischen Vorgaben vereinbar sind, um Zusatzbelastungen zu vermeiden. Zudem werben wir weiterhin für einen intensiven Dialog mit der europäischen und der deutschen Aufsicht, um weitere Datenabfragen möglichst effizient zu gestalten. Etwas mehr Transparen ist für alle Akteure von Vorteil. ■

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