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Was e-Government von e-Commerce lernen kann

Die Schwierigkeit

Die Schwierigkeit besteht auch hier in der Vielfalt der Formate, die an das Archiv geliefert werden. Die Automatisierungspotenziale können nur gehoben werden, wenn das digitale Langzeitarchiv ein hohes Maß an Flexibilität bis hin zu individuellen Programmierungen bei der Übernahme bietet. scopeIngest Windows 2008 Server/IIS scopeArchiv XenApp 6 Terminalserver scopeQuery Windows 2008 Server/IIS Das „Big Picture“ verstehen Bereits dieser Überblick zeigt: Digitale Langzeitarchivierung ist keine Aufgabe, die sich durch den Kauf einer Software von der Stange erledigen lässt. Vielmehr gilt es, das Thema als Ganzes zu verstehen und die Realisierung auf dieser Grundlage sorgfältig und von langer Hand zu planen. Eine sehr gute Ausgangsposition dafür bietet das Referenzmodell Offenes Archiv-Informations-System (OAIS). Dieses beschreibt – auf grober fachlicher Ebene – die wesentlichen funktionalen Einheiten eines digitalen Langzeitarchivs, deren Funktionen und die darin verarbeiteten Informationsobjekte. Es enthält keinerlei Angaben zur Implementierung, aber es steckt den Rahmen ab und liefert ein gemeinsames Begriffsbild. Das Referenzmodell ist in der ISO- Norm 14721:2012 standardisiert. 1 Open Source Conversion Platform RHEL 6.4 Server, Apache 2.2 Digital Object Repository RHEL 6.4 Server, Apache 2.2 Storage Subsystem Herstellerunabhängiges Kernsystem Storage und Backup- Komponenten sind austauschbar Systemarchitektur digitales Langzeitarchiv München (vereinfachte Darstellung) Die funktionalen Einheiten des Referenzmodells können nun konkretisiert und durch entsprechende IT-Lösungen unterfüttert werden, die dann einzeln konzipiert und umgesetzt werden müssen. Umfangreiche Hilfestellung liefert das Kompetenznetzwerk nestor. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Archiven, Bibliotheken und Museen mit Experten zum Thema digitale Langzeitarchivierung. Das Netzwerk veranstaltet u. a. Workshops, publiziert Whitepapers und gibt das „nestor-Handbuch“ heraus – eine mehr als 600 Seiten umfassende Enzyklopädie zum aktuellen Stand der digitalen Langzeitarchivierung. Auch eine deutsche Übersetzung des OAIS-Referenzmodells ist bei nestor frei erhältlich. 2 Ein Beispiel aus der Praxis Auf dieser Grundlage wurde in den vergangenen Jahren unter Mitwirkung des städtischen IT-Dienstleisters it@M, des Direktoriums der Stadt München sowie von msg das digitale Langzeitarchiv der Landeshauptstadt München konzipiert. Die Inbetriebnahme ist für das vierte Quartal 2014 vorgesehen. Die Umsetzung basiert auf fachlichen Vorarbeiten der Arbeitsgruppe „Digitale Langzeitarchivierung“ im Stadtarchiv München, die bis in das Jahr 2006 zurückgehen. Am 25. Oktober 2011 wurde die Implementierung schließlich als IT-Vorhaben durch den Stadtrat genehmigt und mit der Konzeption begonnen. Die zentralen Softwarekomponenten wurden 2012/2013 europaweit ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt die Softwaresuite scopeOAIS des Schweizer Herstellers scope Solutions. Die Implementierung begann im Herbst 2013. In der ersten Stufe wurden drei Fachverfahren als Pilot an das Archiv angebunden. In den kommenden Jahren werden dann sukzessive bis zu 40 weitere Fachverfahren aus 13 Referaten der Stadt München hinzukommen. Wie im OAIS-Referenzmodell vorgesehen, werden die Informationen in Form von SIP (Submission Information Packages) an das Langzeitarchiv übergeben, konkret an die Komponente scopeIngest. Diese erlaubt die Implementierung von Übernahmeworkflows für die von abliefernden Stellen übermittelten SIP. Dabei lassen sich flexibel verschiedene Validierungs- und Konvertierungsschritte konfigurieren und die Inhalte so umpaketieren, wie sie später im Archiv gespeichert werden sollten (AIP – Archival Information Package). Metadaten werden automatisch in die Metadatenstandards xISAD(G) und PREMIS transformiert. Über eine Open-Source-Konvertierungsplattform können jederzeit zusätzliche Validierungs- und Konvertierungsfunktionen in den Übernahmeprozess eingebunden werden. 1 Eine frei verfügbare Dokumentation kann unter http://public.ccsds.org/publications/ archive/650x0m2.pdf abgerufen werden. 2 Nähere Informationen unter http://www.langzeitarchivierung.de 30 | .public 01-14 | Informationstechnologie

„Die von Beginn an enge und fruchtbare Zusammenarbeit von Stadtarchiv und IT, insbesondere das Verständnis der IT-Kollegen für archivische Arbeitsprozesse und für die archivischen Anforderungen an ein System zur digitalen Langzeitarchivierung, haben wesentlich zum erfolgreichen Verlauf des Projekts beigetragen.“ Dr. Daniel Baumann, Archivar, Stadtarchiv München Gespeichert werden die Daten in Form von AIP über das digitale Repository Fedora Commons. Dieses verwaltet die Objekte mitsamt ihren Metadaten und stellt mithilfe der Open-Source-Suchmaschine Solr eine Volltextsuche über das gesamte Archiv bereit. Die Komponente scopeArchiv bietet leistungsfähige Funktionen zur Erschließung der Archivalien. Jede Verzeichnungseinheit, die jeweils ein AIP beschreibt, lässt sich frei in der Archivtektonik einsortieren. Zudem lassen sich beliebig konfigurierbare Metadaten mittels ebenfalls konfigurierbarer Formulare erfassen. Eine komfortable Suchfunktion erlaubt es, sowohl in den Metadaten als auch im Volltext zu recherchieren. Auf Wunsch können AIP direkt aus scopeArchiv heraus aus dem Storage-System abgerufen und in aufbereiteter Form zur Anzeige gebracht werden. NAS Digital Object Repository RHEL 6.4 Server, Apache 2.2 NetApp FAS2050 Backup Restore Server Fujitsu Eternus CS8000 Rechenzentrum 1 Rechenzentrum 2 SnapMirror Fujitsu Eternus CS8000 NetApp FAS2050 Fujitsu Eternus CS8000 In der Pilotimplementierung wurden Dokumente und Bildbestände aus zwei bestehenden Fachverfahren über deren proprietäre Schnittstellen übernommen. Als dritte Schnittstelle wurde ein Ingest-Workflow für Übernahmen aus XDOMEA2.2-Aussonderungen implementiert. Darüber können zukünftig Fachverfahren angebunden werden, die diesen Standard unterstützen. Das Kernstück der Lösung bildet ein hochgradig redundantes, individuell für das Langzeitarchiv konzipiertes Storage-System aus zwei via SnapMirror asynchron gespiegelten NetApp FAS2050 sowie einer auf drei Knoten verteilten Fujitsu Eternus CS8000 VTL. Physische Backups werden über Quantum i6000 Bandroboter auf LTO5- und LTO6-Bändern in dreifacher Ausfertigung gesichert. Das gesamte Storage-System ist aus Desaster-Recovery-Gründen über zwei Rechenzentren örtlich verteilt. Zum Schutz der gespeicherten Daten kommt der SnapLock-Mechanismus zum Einsatz. In der ersten Stufe ist das System auf die Speicherung von 5 TB ausgelegt – es wird die Grenze von 100 TB jedoch schon in wenigen Jahren überspringen. Das Gesamtsystem wird auf insgesamt sechs virtuellen Servern unter RedHat Linux 6.4 und, wo erforderlich, unter Windows Server 2008 betrieben. Der Client-Zugriff erfolgt über Citrix XENApp 6 Terminalserver. Die Virtualisierung erfolgt mittels VMWare ESXServer 5. Zur Drucklegung dieses Artikels befand sich das digitale Langzeitarchiv München im fachlichen Systemtest. Die Aufnahme des Wirkbetriebs ist für das vierte Quartal 2014 geplant. Für das Jahr 2015 ist die Anbindung von fünf weiteren Fachverfahren vorgesehen, die jedoch zum Teil noch um Funktionalität zur Aussonderung erweitert werden müssen. SAN Quantum i6000 Storage-Subsystem des digitalen Langzeitarchivs München Quantum i6000 Zeitgleich wird auch der funktionale Umfang des Systems weiter ausgebaut. Derzeit steht das Langzeitarchiv nur den abliefernden Stellen und dem Stadtarchiv selbst zur Verfügung. In der nächsten Ausbaustufe soll auch der Bereich „Access“ aus dem OAIS-Referenzmodell implementiert werden. Darüber können dann auch Nutzer des Archivs im Lesesaal oder über Informationstechnologie | .public 01-14 | 31

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