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Was e-Government von e-Commerce lernen kann

So lassen sich bei

So lassen sich bei einigen Anbietern die Regeln mithilfe von geführten Editoren (Wizards) erstellen. Andere wiederum bieten die Möglichkeit, Regeln in Excel-Tabellen als sogenannte Entscheidungstabelle zu definieren. Aber unabhängig von der Art und Weise, wie sie die Regeln definieren, realisieren alle Anbieter das gleiche Grundschema: Eine Regel besteht aus einer oder mehreren Prämissen (WENN-Teil). Wenn diese Prämissen erfüllt sind, folgt die Schlüsselfolgerung (DANN-Teil). In der Schlüsselfolgerung werden eine oder mehrere Aktionen ausgeführt. Das BRMS Drools Im Java-Bereich gehört Drools – ein Open-Source-Projekt der JBoss-Community – zu den bekanntesten und am meisten eingesetzten Produkten. Drools bietet mehrere Möglichkeiten zur Regelerstellung an, so zum Beispiel die Möglichkeit, Regeln in der Drools Rules Language (DRL) zu definieren (siehe Beispiel 3). rule "REGEL 1: Oldtimer?" when pkw : PKW(alter >= 30 ) then pkw.setSteuer(191.73); end Beispiel 3: Regeln in Drools Rules Language Im Gegensatz zum Listing aus Beispiel 1 ist eine solche Regel schon sehr gut lesbar und verständlich. Um die Verständlichkeit noch weiter zu verbessern, können Textbausteine definiert werden. Mithilfe dieser Bausteine kann eine Organisation auch eine eigene domänenspezifische Sprache (DSL) entwickeln, die die spezifischen regelnden Sachverhalte, zum Beispiel einer Verwaltungsbehörde, abbildet. Ein Beispiel für solche Sachverhalte ist in Beispiel 4 gezeigt. Diese Textbausteine ersetzen die DRL durch eine für den Fachbereich verständliche Sprache. Die Regel in Listing 5 wurde um die DSL erweitert. Was die Regel berechnet, kann jeder Anwender direkt ablesen. [condition][]PKW ist älter als {alter} Jahre=pkw : PKW ({alter} >= 30 ) [consequence][]Lege Kfz-Steuer auf {betrag} fest=pkw. setSteuer({betrag}); Beispiel 4: Textbausteine zum Erstellen einer eigenen domänenspezifischen Sprache rule "REGEL 1 mit DSL: Oldtimer?" when PKW ist älter als 30 Jahre then Lege Kfz-Steuer auf 191,73 fest end Beispiel 5: Regel mit DSL-Elementen Bei BRMS handelt es sich um Frameworks, die potenziell sehr generisch sehr komplexe Sachverhalte abstrahieren und – vor dem Entwickler verborgen – in Programmcode umsetzen. Daher liegt die Vermutung nahe, dass der Einsatz eines BRMS das Laufzeitverhalten von Anwendungen negativ beeinflussen könnte. Die Praxis zeigt jedoch, dass das Gegenteil der Fall ist. Anders als die Entwickler im Code hat das BRMS – ähnlich wie bei Rule Table Berechnung Kfz-Steuer PKW Erläuterung Regelname Motorart Emissionsgruppe Erstzulassung bis Berechnet die Steuer für einen PKW mit einer Erstzulassung bis zum 04.11.2008, mit der Motorart Diesel und Emissionsgruppe Euro4 Diesel_Euro4 Diesel Euro4 04-Nov-2008 15,44 Steuer pro 100ccm in € Berechnet die Steuer für einen PKW mit einer Erstzulassung bis zum 04.11.2008, mit der Motorart Ottomotor und Emissionsgruppe Euro4 Berechnet die Steuer für einen PKW mit einer Erstzulassung bis zum 04.11.2008, mit der Motorart Diesel und Emissionsgruppe Euro2 Berechnet die Steuer für einen PKW mit einer Erstzulassung bis zum 04.11.2008, mit der Motorart Ottomotor und Emissionsgruppe Euro2 Ottomotor_Euro4 Ottomotor Euro4 04-Nov-2008 6,75 Diesel_Euro2 Diesel Euro2 04-Nov-2008 16,05 Ottomotor_Euro2 Ottomotor Euro2 04-Nov-2008 7,36 Beispiel 6: Entscheidungstabelle 24 | .public 01-14 | Informationstechnologie

modernen Datenbanksystemen – die Möglichkeit, sämtliche Zusammenhänge in der Geschäftslogik zu strukturieren und diese zu optimieren. Der Algorithmus, der hierfür eingesetzt wird, heißt Rete-Algorithmus. Drools verwendet diesen Algorithmus in einer sehr gelungenen und effizienten Weise und kann so direkt mit dem fachlichen Datenmodell einer Fachanwendung arbeiten. In den Beispielen wird dies durch die Verwendung des fachlichen Objektes PKW verdeutlicht. Diese Gestaltung der Entscheidungstabellen in Excel-Dateien bietet ein intuitives Mittel zur Kommunikation mit dem Fachbereich. Spezifikationsfehler können zusammen mit dem Fachbereich in der Geschäftslogik schnell gefunden werden. Versierten Fachanalysten ist es mit diesem Werkzeug möglich, einen Teil der Geschäftslogik direkt in diesen Tabellen zu beschreiben. Der Fachbereich ist im Umgang mit solchen Tabellen bei Weitem geübter als mit einem Quellcode wie aus Beispiel 1. Entscheidungstabelle Fazit Will man eine große Menge gleichartiger Regeln möglichst übersichtlich darstellen, wird die Darstellung der Regeln in einer Entscheidungstabelle empfohlen. Drools bietet die Möglichkeit, Entscheidungstabellen in Excel-Dateien zu entwerfen (siehe Beispiel 6). In diesem Beispiel wird jede einzelne Zeile in eine Regel übersetzt. Bei der Erstellung können sämtliche Funktionen von Excel verwendet werden. So wurden hinter den Spalten Motorart und Emissionsgruppe Wertebereiche definiert. Durch diese wird schon während der Erstellung die Eingabe von falschen Werten verhindert. Im Beispiel fällt direkt auf, dass verschiedene Farben eingesetzt wurden. Jede Farbe hat eine andere Bedeutung. So werden • fachliche Beschreibungen hellblau, • technische Details dunkelgrau , • Aktionen rot, • Tests auf Gleichheit blau • und arithmetische Vergleiche hellgrau dargestellt. Die Farbcodierung der einzelnen Spalten unterstützt den Benutzer dabei, die Regeln zu verstehen, auch wenn er die technischen Details nicht kennt. Die unterschiedlichen Farben zeigen, wie eine Bedingung (WENN-Teil) ausgewertet wird und welche Zellen einer Spalte den Aktionsteil (DANN-Teil) enthalten. Die msg hat in vielen Projekten bei namenhaften Unternehmen und in der öffentlichen Verwaltung gezeigt, dass der Einsatz eines BRMS entscheidende Vorteile bietet. Bei der Landeshauptstadt München wurde Drools im Projekt „eAkte“ Waffe zur Validierung der Eingaben genutzt. Mithilfe von Entscheidungstabellen konnten Fehler in der Validierung schnell gefunden werden. Allein in einem der vielfältigen, nach dem Register-Factory- Standard des Bundesverwaltungsamtes durchgeführten Projekte wurden etwa 700 Regeln in Entscheidungstabellen definiert. Regeln werden dort zum Validieren von Nachrichten, zum Prüfen der Berechtigungen und zur Einschränkung der Sichtbarkeit von Informationen benutzt. Erst durch den Einsatz eines BRMS wurde diese große Zahl an Regeln handhabbar. Bei Banken, Versicherungen und Automobilkonzernen werden durch den Einsatz von BRMS Kreditwürdigkeiten bestimmt und Policen berechnet. Außerdem können Kundenportale damit intelligenter und individueller gesteuert werden. Doch ist nicht in jedem Fall der Einsatz eines BRMS empfohlen. Manchmal wird die Menge der sich ändernden Geschäftsregeln falsch, das heißt zu hoch, eingeschätzt. Wenn sich selten oder nie Änderungen ergeben, lohnt sich der höhere Erstellungsaufwand für den Einsatz eines BRMS nicht. In diesem Fall können die Regeln, wie sonst auch, verteilt über die ganze Anwendung platziert werden. Wenn jedoch mit häufigen Änderungen zu rechnen und der größte Teil der Regeln fachlich motiviert ist, sollte man den Einsatz eines BRMS prüfen.• Im Beispiel wird noch eine weitere Excel-Funktion verwendet: das Gruppieren und Ausblenden von Zeilen und Spalten. Die technischen Details, die von Drools interpretiert werden, sind ausgeblendet. Drools benötigt diese, um zu wissen, was eine Spalte aussagt und wie diese zu verwenden ist. Ein fachlicher Benutzer erkennt diese Informationen direkt über die Farben und die Beschreibungen. Da die technischen Details für die Fachexperten überflüssig sind, können sie ausgeblendet werden. Ansprechpartner – Dennis Huning IT-Consultant Public Sector • +49 89 96101-1296 • dennis.huning@msg-systems.com Informationstechnologie | .public 01-14 | 25

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