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01 | 2014 public

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Was e-Government von e-Commerce lernen kann

Modernisieren von

Modernisieren von betrieblichen Informationssystemen Anwendungen und Anwendungslandschaften auf einen neuen Stand bringen | von Jürgen Fritsche Die moderne Verwaltung hat hohe Ansprüche an die Kosteneffizienz ihrer Fachanwendungen. Die Systeme sind über viele Jahre in Betrieb, die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Stabilität und Erweiterbarkeit sind hoch. Laufend besteht die Notwendigkeit, neue Anforderungen aus dem Fachbereich schnell in die Systeme einzubauen, neue Systeme anzubinden, mehr Nutzerlast zuzulassen. Geschieht der Einbau unüberlegt, besteht die Tendenz zu Wucherungen – die Systeme werden unübersichtlicher. „Reifere“ Fachanwendungen zeigen mit der Zeit die Eigenart, immer schwerer handhabbar und wartbar zu werden. Schon kleine Veränderungen an ihnen bedeuten hohen Aufwand. Der durch fehlende Vorkehrungen zur fachgerechten Weiterentwicklung und Pflege der Systeme entstehende Handlungsbedarf wird nicht sofort sichtbar, sondern entwickelt sich schleichend. Irgendwann häufen sich die Ausfälle, Notfallmaßnahmen werden ergriffen, um den Betrieb überhaupt aufrechterhalten zu können und Schaden abzuwenden. Die zuerst für Ausnahmefälle geplanten Maßnahmen werden schnell zur Regel. Zudem entfernen sich die Systeme meist immer weiter vom Idealbild einer Anwendung, das sich im Laufe der Zeit bei den dafür zuständigen Verantwortlichen weiterentwickelt und dem aktuellen Stand angepasst hat. Nicht zuletzt kann es vorkommen, dass sich keine Experten mehr finden lassen, die die Systeme weiterentwickeln und pflegen können. Auf Fluren und in Besprechungen hört sich das dann so an: • „Bei uns traut sich niemand mehr, Änderungen am System vorzunehmen.“ (Wartung unmöglich) • „Wir haben kein Budget für Architekturmaßnahmen.“ (VHIT 1 ) • „Wir haben das System so für unsere Bedürfnisse verbogen, dass wir nicht mehr upgraden können.“ (keine Zukunftssicherheit) • „Wir mussten das Altsystem kopieren, jetzt haben wir zwei Anwendungen.“ (keine Erweiterbarkeit und doppelte Wartungskosten) • „Es gibt hier nur noch zwei Leute, die wissen, wie das System funktioniert.“ (fehlendes Know-how) 1 VHIT = „Vom Hirn ins Terminal“: Die Zeit für Planung und Konzeption ist nicht vorhanden, es muss schnell gehen. 16 | .public 01-14 | Management

Viele Organisationen in der öffentlichen Verwaltung haben jedoch die Zielsetzung, weitsichtiger agieren zu können. Sie wollen in der Lage sein, eine Strategie zu verfolgen, die Leitplanken für das Erreichen sowohl geschäftlicher als auch technischer Ziele setzt. Sie möchten entlang ihrer geschäftlichen Strategie und ihrer IT-Strategie Systeme und Anwendungslandschaften laufend in Bezug auf Architektur und Technologie weiterentwickeln. Gelingt dies, verhindern diese Organisationen dadurch Fehlentwicklungen und schaffen es, ihre Systeme und Anwendungslandschaften in einem guten und beherrschbaren Zustand zu halten. Sie betreiben im besten Sinne des Wortes Prophylaxe und Substanzerhaltung. Damit erreichen sie folgende Ziele: • Hohe Flexibilität und Geschwindigkeit in der Umsetzung von Anforderungen • Korrekte Erfüllung geschäftlicher Anforderungen • Wirtschaftlichkeit der Systeme und Anwendungslandschaften • Aufrechterhaltung der Ordnung der Systeme Prävention ist jedoch nicht zum Nulltarif zu haben, doch ist sie auf lange Sicht ökonomischer als der Kampf mit „historisch gewachsenen“ Systemen. Neben den immer wiederkehrenden Sorgen, jetzt noch schnell eine neue Anforderungsliste einzubauen und zu hoffen, dass dann noch alles läuft, ersparen sich weitsichtigere IT-Organisationen auch die Abhängigkeit von Einzelnen (Kopfmonopole) und den Unmut unzufriedener Anwender. Und weil sie proaktiver agieren, sind ihre Mitarbeiter auch deutlich motivierter, deren Vorgesetzte zufriedener. Obwohl höhere Effizienz und Einsparpotenziale an Bedeutung gewinnen, steht für IT-Entscheider der reibungslose IT-Betrieb in ihrer Behörde/Verwaltung doch immer an erster Stelle, denn aufgesetzte Migrationsvorhaben stehen im Spannungsfeld von laufender Wartung und Weiterentwicklungen. Die Migration von Systemen und Systemlandschaften geht leichter von der Hand, wenn Bestandsverfahren bis zu ihrer Ablösung zuverlässig und stabil bleiben. Die Gründe dafür sind einfach: Alle Beteiligten haben deutlich mehr Zeit und Ruhe, um mit der Migration die Basis für moderne Verfahren mit einer langen Lebensdauer zu legen. Sind die Altsysteme stabil und zuverlässig, dann sind sie auch eine gute Referenz für den Anspruch an die neuen Systeme. Der wahre Grund, warum Bestandssysteme Vorrang haben, ist jedoch, dass die Betreiber der Systeme eine vertragliche Verpflichtung gegenüber den Anwendern (ihren Kunden) für den ordnungsgemäßen Betrieb haben. Diese Pflicht kann nicht einfach ausgesetzt werden. Eine SystemModernisierung hat viele Facetten – Zunächst einmal analysieren Wenn ein System „auffällt“, weil sich Fehler häufen, stellt sich die Frage, was damit zu tun ist. Eine erste Untersuchung behandelt folgende Themenfelder: • Ursachen für die Ausfälle des Systems (Infrastruktur, Hardware, Software, Prozesse, Qualifikation Personal, unzureichende Systempflege, zu hohe Last, …) • Bewertung der Betriebskosten sowie der Kosten für Weiterentwicklung und Wartung • Bedeutung, d. h. Wichtigkeit der Systemfachlichkeit und Dringlichkeit von fachlichen Weiterentwicklungen • Konformität des Systems in Bezug auf Geschäfts- und IT- Strategie • Einbettung des Systems in die Anwendungslandschaft (Schnittstellen zu Nachbarsystemen) • Ergebnisse: → Gefundene Ursachen, abgeleitete Ergebnisse → Aufzeigen von Möglichkeiten, die Ursachen für Systemausfälle zu beseitigen → Entscheidungsvorlage (System weiter betreiben/renovieren/migrieren) In der Regel ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, Verbesserungen am Systemverhalten zu erzielen. Das Weiterbetreiben eines Systems ist jedoch nicht Gegenstand des Artikels. Wenn die Analyse nahelegt, dass das System das Ende seines Lebenszyklus erreicht hat, sind folgende Optionen gegeben: • Portierung: Die bereits vorhandene Software wird zur Verwendung in einer anderen Laufzeitumgebung oder Plattform umgearbeitet. Der Entwicklungsprozess der Software wird auf eine andere Programmiersprache oder Entwicklungsumgebung umgestellt. In der Regel wird die Anwendung so weit wie möglich automatisch in eine andere Programmiersprache „übersetzt“. In der Praxis wird dieses Vorgehen kaum noch eingesetzt, da es viele Chancen der Optimierung vergibt. Zudem ist häufig die Dokumentation von Altsystemen unvollständig und eine Portierung nur auf Basis des vorliegenden Quellcodes äußerst fehlerträchtig. Management | .public 01-14 | 17

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