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01 | 2014 NEWS

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Liquidität im Fokus

Liquidität richtig

Liquidität richtig bewerten Umsetzungsfragen des Liquiditätsverrechnungspreissystems: klassische Bewertungskonzepte und alternative Lösungsansätze von Claudia Schirsch und Prof. Dr. Konrad Wimmer > Die Ermittlung verursachungsgerechter interner Verrechnungspreise > Risikolose Kurve (Zinskurve ohne Liquiditätsspreads) sen die Institute grundsätzlich mindestens drei Kurven festlegen: 1 voller Höhe an den Kunden vergütet werden; für Liquidität rückt verstärkt in den Fokus der Aufsicht. So fordert schon die MaRisk-Novelle 2012 von den Instituten, > > Kurve für die gedeckte Refinanzierung (z. B. institutsspezifische Pfandbriefkurve) ein Verrechnungspreissystem für Liquiditätskosten einzurichten. Dabei ist es weniger problematisch, den Spread aus der Differenz > > Refinanzierungskurve für die institutsindividuelle ungedeckte Refinanzierung von risikolosen und risikobehafteten Zinskurven abzuleiten. Wichtiger ist zu klären, in welcher Höhe der Liquiditätsspread in das Pricing einfließen soll. Daher liegt es beim Aufbau eines Verrechnungspreissystems nahe, auch die Ist-Bilanzstruktur des einzelnen Institutes zu würdigen. Bei vielen Banken und Sparkassen liegt aktuell ein Aktivengpass (Passivüberhang) vor. Da bei Kundeneinlagen derzeit in der Regel (noch) kein Liquiditätsspread an den Kunden gezahlt wird, kann durch eine Berücksichtigung der institutsindividuellen Refinanzierungsstruktur und den damit verbundenen Spreadkosten im Pricing der Aktivgeschäfte der komparative Wettbewerbsvorteil des Instituts genutzt werden. Auf dieser Basis lassen sich den unterschiedlichen Teilportfolien der Aktivseite (wie z. B. Kontokorrentkredite, Baufinanzierungsdarlehen, Depot A) die portfoliospezifischen, möglichen Refinanzierungskosten zuordnen. Die Passivseite kann dann unter Refinanzierungsaspekten ebenfalls in unterschiedliche Teilportfolien geclustert werden, wie z. B. gedeckte und ungedeckte Kapitalmarktfinanzierung, Kundeneinlagen und Eigenkapital. Die einzelnen Teilportfolien unterscheiden sich durch die Höhe der kalkulierten beziehungsweise der gezahlten beziehungsweise der nicht gezahlten Liquiditätsspreads. So können auch die Kundeneinlagen nach der Höhe des einzukalkulierenden Liquiditätsspreads unterschieden werden: Heben komparativer Kostenvorteile bei der Konditionengestaltung > > Kundeneinlagen, bei denen der komplette Liquiditätsspread an den Kunden über den Einlagenzins vergütet wird; Im Rahmen der Einführung eines Verrechnungspreissystems müs- > > Kundeneinlagen, bei denen die Liquiditätskosten nicht in 6 I NEWS 01/2014

Unternehmenssteuerung t > > Kundeneinlagen, bei denen kein Liquiditätsspread an den Kunden weitergereicht wird (in diesem Fall entsteht ein voller Liquiditätsnutzen für das Institut). Damit ist die eigentliche Herausforderung beim Aufbau eines Verrechnungspreissystems beschrieben. Es gilt, die Passivseite dahin gehend zu untersuchen, ob tatsächlich für alle Passivpositionen die Vergütung des Liquiditätsspreads durch die unterschiedlichen Marktteilnehmer erwartet wird. Ist dies nicht der Fall, so hat das Institut gegenüber anderen Kreditinstituten gegebenenfalls einen komparativen Kostenvorteil infolge günstigerer Refinanzierungsquellen. Dieser kann über das Verrechnungspreissystem in die Konditionenpolitik übertragen werden und so dazu beitragen, die Erträge des einzelnen Instituts zu erhöhen. Beispielsweise können c. p. niedrigere Kreditkonditionen entsprechende Volumenzuwächse auslösen, sodass insgesamt ein Ertragszuwachs zu verzeichnen ist. Bei einem Passivengpass entsteht ein Liquiditätsnutzen, da die im Überfluss vorhandenen Kreditausreichungsmöglichkeiten unmittelbar Refinanzierungsbedarf auslösen. Insofern muss für jeden neu ausgereichten Kredit eine Refinanzierung zu dem für das Institut zum jeweiligen Abschlusszeitpunkt gültigen Liquiditätsspread erfolgen. Alle Zinsgeschäfte werden konsequenterweise mit der risikobehafteten Zinskurve bewertet, und die Einlagen bekommen einen Liquiditätsbeitrag (meist als Liquiditätsnutzen bezeichnet) in Höhe des (vollen) Spreads zugewiesen. Die Einlagen substituieren damit die Geld- und Kapitalmarktrefinanzierung. Die Aktivengpasssituation ist aktuell die typische Ausgangsposition für sehr viele Banken und Sparkassen. Bei Spezialbanken, z. B. Autobanken, kann infolge des Geschäftsmodells die umgekehrte Situation vorliegen. Die Bewertungsprinzipien im Überblick 3 Das Opportunitätsprinzip und Gegenseitenkonzept Das Engpassprinzip Bei einem Aktivengpass (Einlagen übersteigen die Kreditvolumina) kann das Institut die Einlagen nicht im Kreditgeschäft unterbringen. Somit stellt die Opportunität die Anlage am Geld- und Kapitalmarkt dar, d. h., der Passivüberschuss wird am Geld- und Kapitalmarkt investiert. Liquiditätskosten entstehen somit nicht, da die im Überfluss vorhandenen Einlagen angelegt werden müssen. Deshalb werden alle Zinsgeschäfte mit der risikolosen Zinskurve bewertet. 1 Im MaRisk-Fachgremium wird aktuell die Frage diskutiert, ob es ausreicht, mit zwei Zinskurven zu kalkulieren. Da die Verwendung ausschließlich gedeckter oder ungedeckter Zinskurven nicht zu überzeugen vermag, ist es nach hier vertretener Ansicht nur folgerichtig, mit drei Kurven zu rechnen. 2 So kann für die Eigenkapitalpositionen unterstellt werden, dass hier kein oder nicht der komplette Kapitalmarktspread einzukalkulieren ist. 3 Vgl. weiterführend Wimmer, Moderne Bankkalkulation, 4. Aufl., Stuttgart 2013, S.105-141. Das Opportunitätsprinzip, das der klassischen Investitionsrechnung zugrunde liegt, vergleicht Aktivgeschäfte mit den jeweils besten, fristenkongruenten Anlagegeschäften am Geld- und Kapitalmarkt zum Entscheidungszeitpunkt (spiegelbildlich wird beim Passivgeschäft argumentiert). Dabei wird „gegebene Liquidität“ unterstellt, was auch impliziert, dass eine Kreditvergabe getätigt wird. Die Bankpraxis argumentiert demgegenüber seit jeher mit dem Gegenseitenkonzept, das dem Denken der Disposition in „Gegengeschäften“ Rechnung trägt und zu einer vorsichtigen Bewertung führt. Denn Kredite werden nur dann ausgereicht, wenn sie mindestens die Kosten der kalkulatorischen fristenkongruenten Refinanzierung tragen. Überträgt man das Gegenseitenkonzept konsequent in die Welt der Liquiditätskosten, so wird der volle Spread im Aktivgeschäft belastet, und die Passivseite erhält keinen Liquiditätsnutzen – vorausgesetzt das Argument greift, dass das Institut im Kundengeschäft keinen Spread zahlen muss. Soweit das Institut durch Einlagen refinanziert ist, greift der sogenannte Nettingeffekt, der NEWS 01/2014 I 7

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