Aufrufe
vor 3 Jahren

01 | 2013 NEWS

  • Text
  • Risikovorsorge
  • Banken
  • News
  • Service
  • Experten
  • Performance
  • Risiken
  • Ziele
  • Sicherheit
  • Security
  • Banking
  • Technologie
  • Anforderungen
  • Ermittlung
  • Institute
  • Kapitalmarktfloater
  • Unternehmenssteuerung
  • Laufzeit
  • Bewertung
  • Produkte
Ein Balanceakt

u Business u

u Business u Unternehmenssteuerung stetig angepassten 1-Tages-Darlehens mit derselben Bonität wider. Interessanterweise lassen sich die Aufschläge somit nicht darauf zurückführen, dass Kunden mit unterschiedlicher Bonität bewertet werden. Stattdessen muss ausschließlich für die längere Laufzeit des Darlehens ein höherer Risikoaufschlag bezahlt werden, der nicht per se auf ein unterschiedliches Bonitätsniveau der zu bewertenden Position zurückzuführen ist. Abbildung 1 verdeutlicht, dass sich die Risikoaufschläge der EU- RIBOR-Sätze unter den heutigen Marktbedingungen in einer nicht zu vernachlässigenden Größenordnung bewegen und in Abhängigkeit der Laufzeit, auch Tenor genannt, variieren. Am Markt kann dieser Sachverhalt z. B. bei Preisen von Zinsswaps beobachtet werden. Besonders deutlich wird dies am Beispiel von Basisswaps, bei denen zwei variable Zinsen mit unterschiedlichem Tenor getauscht werden. Vor der Finanzmarktkrise waren die Risikoaufschläge des EURIBOR so klein, dass der Wert eines neu abgeschlossenen Basisswaps praktisch null war. Unter Verwendung des EURIBOR für die Erzeugung der zukünftigen Zahlungsströme und die Diskontierungszinsen ist dies unter Anwendung des One Curve Approachs heutzutage nicht mehr gegeben. Einerseits ist der Diskontierungszins nicht mehr risikolos, andererseits ist in den Forward-Zinsen ein Risikoaufschlag enthalten, der dem jeweiligen Tenor des zu bewertenden Instrumentes angepasst werden muss. Aus diesem Grund werden mittels des One Curve Approachs inkorrekte Werte der Position ausgewiesen. Eine Anpassung der bisherigen Methodik ist zwingend erforderlich. Multiple Curve Approach Analog der bisherigen Vorgehensweise zur Bewertung von Finanzmarktprodukten wird weiterhin auf Basis der Forward- Zinsen der Bewertungscashflow erzeugt und mittels geeigneter Diskontierungsfaktoren auf den Bewertungszeitpunkt abgezinst. Statt der Verwendung einer einheitlichen Zinskurve werden nun allerdings differenzierte Zinskurven für die Ermittlung der Forward-Zinsen sowie der Diskontierungsfaktoren verwendet. Die Diskontierungsfaktoren werden basierend auf der risikolosen Zinskurve ermittelt. Aufgrund des Risikoaufschlags auf den EU- RIBOR kann dieser nicht mehr als risikolose Zinsstrukturkurve herangezogen werden. Stattdessen wird im europäischen Raum auf die EONIA-Swapsätze, die eine spezielle Form eines OIS 5 darstellen, als Approximation des risikolosen Zinssatzes zurückgegriffen 6 . Hierbei wird unterstellt, dass bei einem Tenor von einem Tag die Ausfallwahrscheinlichkeit vernachlässigbar ist und dementsprechend kein Risikoaufschlag vorliegt. Die Diskontierungsfaktoren leiten sich somit aus den EONIA-Swapssätzen zuzüglich eines geeigneten Risikoaufschlags ab. Die Ermittlung der Forward-Zinsen zur Determinierung des Bewertungscashflows ergibt sich aus zu beobachtenden Marktpreisen. Grundlegendes Ziel einer jeden Bewertungsmethode ist die Reproduktion der am Markt beobachteten Preise. Hierbei muss beachtet werden, dass lediglich für sehr liquide Derivate eine Reproduktion erforderlich ist, da die Marktpreise ansonsten nicht die Meinung des Marktes widerspiegeln müssen. Die Forward- Zinsen werden demzufolge ermittelt, indem sichergestellt wird, dass die Preise der gängigsten Derivate getroffen werden. Im Euro- Raum zählen hierzu die nachfolgenden Produkte: Zinsswaps, Basis-Swaps und FRA-Sätze. Beim Multi Curve Approach wird je nach Tenor des Referenzzinssatzes des zu bewertenden Produktes auf differenzierte Forward- Kurven zurückgegriffen. Unterschieden werden hierbei die vier gängigsten Laufzeiten am Markt: ein Monat, drei Monate, sechs Monate und zwölf Monate. Die Ermittlung der korrekten Forward- Kurven wird exemplarisch für ein Produkt erörtert, das an den 6-Monats-EURIBOR gebunden ist. Da der Referenzzinssatz den Tenor sechs Monate besitzt, wird die Forward-Kurve in Bezug auf den 6-Monats-Tenor ermittelt. Für jede gängige Laufzeit der Forward-Kurve 7 wird nun ein Produkt aus den oben genannten ausgewählt, dessen Bewertungscashflow und die daraus implizierten Forward-Zinsen so angepasst werden, dass der zu beobachtende Marktpreis getroffen wird. Für Laufzei- 32 I NEWS 01/2013

Business t Unternehmenssteuerung t ten größer einem Jahr kann als eine Alternative der Zinsswap mit der entsprechenden Laufzeit gegenüber dem 6-Monats-EURIBOR herangezogen werden. Für Laufzeiten unter einem Jahr können u. a. FRA-Sätze sowie der EONIA-Swapsatz zuzüglich des Spreads zwischen dem 6-Monats-EURIBOR und dem 6-Monats-EONIA- Swapsatz zur Kalibrierung der Forward-Kurven verwendet werden. Für die sechsmonatige Laufzeit wird direkt auf den 6-Monats- EURIBOR zurückgegriffen. Die Forward-Zinsen werden nun sukzessive beginnend mit der geringsten Laufzeit so berechnet, dass die diskontierten Bewertungscashflows dem Marktpreis des jeweiligen Produktes entsprechen. Analog dem in der Praxis bereits gängigen Bootstrappingverfahren kann so eine Forward-Kurve zum Tenor sechs Monate ermittelt werden. Werden als Produkte zur Bestimmung der Forward-Kurve Basis- Swaps definiert 8 , muss zunächst die Forward-Kurve zu einem des im Basis-Swap enthaltenen Tenors bestimmt werden, die als Grundlage für die Ermittlung des anderen Tenors dient. Eine analoge Vorgehensweise kann auch für Mehrwährungsgeschäfte adaptiert werden. Hier werden zunächst die Forward-Kurven für eine Währung erzeugt und basierend auf dieser die Forward- Kurven der zweiten Währung ermittelt. Ein wesentlicher Aspekt bei der Ermittlung der Forward-Kurven ist die Auswahl der Produkte, deren Marktpreis getroffen werden soll. Die Auswahl beeinflusst die Struktur der Forward-Kurven und sollte daher sorgfältig erfolgen und den Charakteristika des zu bewertenden Portfolios entsprechen. Die freie Wahl der Produkte bedeutet allerdings auch, dass die ermittelten Forward- Kurven bei unterschiedlichen Instituten variieren können. Mehr Transparenz durch Multiple Curve Approach Die Diskussion zeigt, dass die bisherige Vorgehensweise zur Bewertung von referenzzinsgekoppelten Produkten zu Verzerrungen führt. Insbesondere weisen Finanzprodukte mit derselben Bonität, aber unterschiedlicher Laufzeit differenzierte Risikoaufschläge bzw. Liquiditätsspreads auf, die in der Bewertung der Produkte adäquat berücksichtigt werden müssen. Deshalb wurde mit dem Multiple Curve Approach ein neuer Bewertungsansatz eingeführt, um die Marktpreise gängiger und sehr liquider Finanzprodukte zu reproduzieren. Dies liefert neue Forward-Kurven, die in Abhängigkeit der gewählten Produkte geringfügig variieren können. Die vorgestellten Auswirkungen der Finanzkrise auf den EURI- BOR führen zudem zur Verwendung von EONIA-Swapsätzen als risikolose Zinskurve, da der bisher genutzte EURIBOR mit einem Risikoaufschlag behaftet ist und nicht mehr als vollständig risikolos angesehen werden kann. Autoren Christian Maaß Management Beratung, msgGillardon AG > +49 (0) 89 / 943011 - 2865 > christian.maass@msg-gillardon.de Patrick Effert Management Beratung, msgGillardon AG 5 Overnight Index Swap (OIS) ist ein Zinsswap, bei dem eine Seite des Swaps auf einen Overnight Index referenziert, wie z. B. dem EONIA. Dieser Zins würde für einen stetig angepassten Kredit im Overnight Market gezahlt werden. 6 Die Verwendung des OIS wird u. a. auch von Hull / White empfohlen. 7 Die Laufzeiten werden typischerweise durch einen Tag, eine Woche, zwei Wochen, ein bis zwölf Monate, zwei bis 30 Jahre und 50 Jahre repräsentiert. 8 Bei Basis-Swaps handelt es sich im Swapgeschäfte, bei denen variable Zinssätze mit unterschiedlichem Tenor getauscht werden. NEWS 01/2013 I 33

msg

01 | 2018 public
02 | 2017 public
01 | 2017 public
02 | 2016 public
01 | 2016 public
02 | 2015 public
01 | 2015 public
01 | 2014 public
01 | 2014 msg systems study
01 | 2015 msg systems Studienband
Future Utility 2030
Lünendonk® Trendstudie
Digitale Transformation | DE
Digital Transformation | EN
DE | inscom 2014 Report
EN | inscom 2014 Report

msgGillardon

03 | 2016 NEWS
02 | 2016 NEWS
01 | 2016 NEWS
03 | 2015 NEWS
02 | 2015 NEWS
01 | 2015 NEWS
02 | 2014 NEWS
01 | 2014 NEWS
02 | 2013 NEWS
01 | 2012 NEWS
02 | 2011 NEWS
01 | 2010 NEWS
MaRisk
01 | 2017 banking insight
01 | 2015 banking insight
01 | 2014 banking insight
01 | 2013 banking insight
01 | 2012 banking insight
02 | 2011 banking insight
01 | 2011 banking insight
01 | 2010 banking insight
2016 | Seminarkatalog | Finanzen

Über msg



msg ist eine unabhängige, international agierende Unternehmensgruppe mit weltweit mehr als 6.000 Mitarbeitern. Sie bietet ein ganzheitliches Leistungsspektrum aus einfallsreicher strategischer Beratung und intelligenten, nachhaltig wertschöpfenden IT-Lösungen für die Branchen Automotive, Banking, Food, Insurance, Life Science & Healthcare, Public Sector, Telecommunications, Travel & Logistics sowie Utilities und hat in über 35 Jahren einen ausgezeichneten Ruf als Branchenspezialist erworben.

Die Bandbreite unterschiedlicher Branchen- und Themenschwerpunkte decken im Unternehmensverbund eigenständige Gesellschaften ab: Dabei bildet die msg systems ag den zentralen Kern der Unternehmensgruppe und arbeitet mit den Gesellschaften fachlich und organisatorisch eng zusammen. So werden die Kompetenzen, Erfahrungen und das Know-how aller Mitglieder zu einem ganzheitlichen Lösungsportfolio mit messbarem Mehrwert für die Kunden gebündelt. msg nimmt im Ranking der IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen in Deutschland Platz 7 ein.


© 2018 by msg systems ag - powered by yumpu Datenschutz | Impressum