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01 | 2013 NEWS

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Ein Balanceakt

Das richtige Maß

Das richtige Maß Umsetzungsempfehlungen zum Kapitalplanungsprozess von Claudia Schirsch und Prof. Dr. Konrad Wimmer Die zunehmende Bedeutung der Eigenkapitalausstattung bzw. -planung wird verstärkt durch die MaRisk-Novelle 2012. Die Aufsicht fordert, dass Institute künftig einen Prozess zur Planung des zukünftigen Kapitalbedarfs installieren. In diesem Artikel werden die Anforderungen an den Kapitalplanungsprozess erläutert und pragmatische Umsetzungsmöglichkeiten aufgezeigt. Phasen des Kapitalplanungsprozesses 1 Die Aufsicht sieht den Kapitalplanungsprozess als Ergänzung zum Strategieprozess bzw. der strategischen Planung vor. Die Kapitalplanung hat zeitlich immer parallel mit der Jahresplanung zu erfolgen. Auch bei der Strategieformulierung und der Aufstellung der Risikotragfähigkeit sind Veränderungen vom wirtschaftlichen Umfeld, der eigenen Geschäftstätigkeit und der strategischen Ziele zu berücksichtigen. Eine mögliche Aufteilung in Phasen enthält Abbildung 1. Eine detaillierte Aufteilung in die einzelnen Prozessschritte ist im Folgenden beschrieben. Phase I: Ermittlung Eigenkapitalausstattung Als Ausgangsbasis für die Ermittlung der Kapitalausstattung (Status quo) dienen die Daten zum letzten Bilanzstichtag. Aufgrund der veränderten Anrechnungssystematik der einzelnen Kapitalkomponenten gemäß den Basel-III-Regelungen werden bestimmte Kapitalbestandteile im Zeitablauf geringer bzw. nicht mehr angerechnet. Diese absehbare „Doppelbelastung“ aus höheren aufsichtlichen Eigenkapitalanforderungen und dem Wegfall einiger bislang aufsichtsrechtlich anerkannter Kapitalbestandteile führt neben heute schon bekannten Kapitalrückzahlungen zu einer Reduzierung des zur Verfügung stehenden Kapitals. Phase II: Berücksichtigung von Planzuführungen Neben der Aufnahme des Status quo sind in einem weiteren Schritt die geplanten innen- und außenfinanzierten Zuführungen zu berücksichtigen. Hierbei handelt es sich um Planwerte. Diese geplanten Erhöhungen können aus Gewinnthesaurierung resultieren und damit innenfinanziert (Ergebnisse aus der Mehrjahresplanung) sein. Es kann sich aber auch um bereits geplante Maßnahmen zur Kapitalzuführung handeln, d. h., es liegt Außenfinanzierung vor (z. B. forcierte Ausgabe von Genossenschaftsanteilen gemäß Strategie oder letztjähriger Kapitalplanung). Phase III: Berücksichtigung von ungeplanten Reduzierungen / adversen Entwicklungen Im nächsten Schritt sind ungeplante, aber durchaus mögliche Reduzierungen des Eigenkapitals (Risikowerte) zu betrachten. Des Weiteren werden hier auch Mindererträge aus dem Risikoszenario der Planung berücksichtigt. Hier kann z. B. eine schlechtere Ertragssituation aufgrund einer konjunkturellen Abschwungphase zu einer Reduzierung der geplanten Gewinnthesaurierung oder sogar zu Kapitalverzehr führen. Weitere Ursachen für den Eigenkapitalverzehr können aus dem Risikoeintritt in der Risikotragfähigkeit oder aus Belastungsszenarien gemäß MaSan (Mindestanforderungen an die Ausgestaltung von Sanierungsplänen) resultieren. Der Risikoeintritt der Risikotragfähigkeit kann durch das Schlagendwerden der aktuellen Risikowerte (Normal Case), den Verbrauch des Gesamtbank- 1 2 3 4 5 6 7 Ermittlung Eigenkapitalausstattung Berücksichtigung von Plan- Zuführungen Berücksichtigung von ungeplanten Reduzierungen/ adversen Entwicklungen Ermittlung Eigenkapitalbedarf Identifikation des zusätzlichen Eigenkapitalbedarfs Ableiten von Maßnahmen Überwachung der Maßnahmen Abbildung 1: Prozessablauf des Kapitalplanungsprozesses 20 I NEWS 01/2013

Business t Unternehmenssteuerung t limits oder den Eintritt eines Stressszenarios abgebildet werden. Die Belastungsszenarien (in den MaSan gefordert) umfassen z. B. unternehmens- bzw. gruppenspezifische Belastungsszenarien, marktweite Belastungsszenarien sowie die Kombination aus unternehmens- / gruppenspezifischen und marktweiten Belastungsszenarien. Im Ergebnis kann die Eigenkapitalausstattung nach Plan (=Maximalwert) und Risiko (=Minimalwert) unterschieden werden. Phase IV: Ermittlung des Kapitalbedarfs Für die Ermittlung des Eigenkapitalbedarfs sind die verschiedenen Themenbereiche, für die der Eigenkapitalausstattung Risikokennzahlen gegenüberstellt werden, zu beleuchten: Die unterschiedlichen aufsichtsrechtlichen Anrechnungen (=regulatorischer Eigenkapitalbedarf) wirken sich auf die aufsichtlichen Erfordernisse (SolvV) aus. Hierbei sind die unterschiedlichen Anrechnungen heute und künftig sowie die unterschiedlichen prozentualen Anrechnungssätze zu berücksichtigen. Bei Eintritt des Planrisikos, d. h. das Gesamtbanklimit wird schlagend, müssen noch immer die künftigen Basel-III-Anforderungen erfüllbar (mindestens acht Prozent Eigenkapitalquote, ggf. auch Berücksichtigung des Kapitalerhaltungspuffers) sein. Concern bzw. Liquidationsansatz, so ist dies auch bei der Ermittlung der Kapitalanforderung gemäß SolvV zu berücksichtigen. Weitere steuerungsrelevante Kennzahlen 2 , wie der Basel-II-Zinsrisikokoeffizient 3 , die Leverage Ratio 4 oder auch die künftige Liquiditätskennziffern LCR 5 (Liquidity Coverage Ratio) und NSFR (Net Stable Funding Ratio), sollten im Rahmen des Kapitalplanungsprozesses berücksichtigt werden: Das in der jeweiligen Periode zur Verfügung stehende regulatorische Eigenkapital wirkt direkt auf die NSFR, da dieses zu 100 Prozent als verfügbare stabile Refinanzierung in die Kennziffer einfließt. Bekannte Eigenkapitalausläufe, die nicht durch Zuführungen kompensiert werden, können somit direkte negative Auswirkungen auf die NSFR künftiger Perioden haben. Diese Lücken werden bereits bei der Bestandsaufnahme des verfügbaren Kapitals im Zeitablauf sichtbar. Die Implikationen auf die LCR sind bei der Auswahl von Maßnahmen zur Kapitalzuführung von besonderer Bedeutung: Notwendige innenfinanzierte Eigenkapitalzuführungen (Gewinnthesaurierung) können Investitionen in Finanzinstrumente, die nicht als hochliquide Aktiva Bestandteil der Liquiditätsreserve sind, zur Folge haben. 6 Die Ausgangsbasis für den internen Kapitalbedarf ist die aktuelle Risikotragfähigkeit (RTF). Da die periodische RTF zumindest ab dem 30. Juni (sofern das Risiko nicht rollierend ermittelt wird) auch das Folgejahr beinhalten muss, findet sich hier auch der notwendige Bedarf an Eigenkapitalkomponenten unter Berücksichtigung einer unterstellten Wachstumsstrategie des Folgejahres wieder. Für die weiteren Folgejahre ist auf die Geschäftsstrategie und die strategische Planung zurückzugreifen; hier ist idealerweise bereits ein notwendiger Kapitalbedarf identifiziert. Auch das angestrebte Zielrating und die damit verbundene Mindestkapitalanforderung können entscheidenden Einfluss auf die Kapitalplanung haben. Aufgrund des unterstellten Wachstumspfades wird die notwendige Kapitalausstattung im Zeitverlauf auch steigen. Wichtig ist es, auf Konsistenz der Ansätze bei der Ermittlung der Kapitalanforderungen zu achten: Erfolgt die RTF auf Basis Going- 1 Ausführliche Darstellung des Kapitalplanungsprozesses, insb. der Kapitalkomponenten, vgl. Schirsch / Wimmer 2013: „Berücksichtigung von Kapitalplanungsprozess und neuen aufsichtlichen Kennziffern im Risikotragfähigkeitskonzept“, in: Praktikerhandbuch Risikotragfähigkeit, Hrsg. Dr. Sven Reuse, Heidelberg 2013. 2 Kennzahlen, die Ergebnis-, Risikogrößen oder Geschäftsvolumina in Relation zum Eigenkapital des Instituts darstellen. 3 Die Barwertveränderung des Zinsbuchs wird mit dem haftenden Eigenkapital ins Verhältnis gestellt und darf 20 Prozent nicht überschreiten. Die hierfür relevanten Kapitalbestandteile sind Tier 1 und Tier 2. 4 Eigenkapital im Verhältnis zu den nicht risikogewichteten Aktiva und außerbilanziellen Geschäften (drei Prozent). 5 Hier ist insbesondere zu prüfen, ob sich aus einer Veränderung der Kapitalstruktur negative Auswirkungen auf die Liquiditätskennziffern ergeben. 6 Vgl. hierzu auch: 1) NEWS 01/2013 I 21

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