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01 | 2013 NEWS

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Ein Balanceakt

An die Kette gelegt Laut

An die Kette gelegt Laut Gesetzgeber ist die Sanierungsplanung für Kreditinstitute nun Pflicht. Kommt damit eine neue Disziplin des Risikomanagements? von Ralf Zimpel Im Mai dieses Jahres hat der Bundestag das „Gesetz zur Abschirmung von Risiken und zur Planung der Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten“ (KWG-E) verabschiedet. Mit dem Gesetz werden unter anderem internationale Vorgaben des Financial Stability Boards (FSB) bzw. der Europäischen Kommission zur Sanierungs- und Abwicklungsplanung in deutsches Recht überführt. So sind zukünftig nicht nur global systemrelevante (G-SIB – Global Systemically Important Banks), sondern auch national systemrelevante Kreditinstitute (D-SIB – Domestic Systemically Important Banks) verpflichtet, zur Vorbereitung auf den Krisenfall und zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit Sanierungspläne zu erstellen. Ihre Anforderungen an die Sanierungsplanung national systemrelevanter Institute hat die BaFin bereits im November 2012 mit dem Entwurf des Rundschreibens „Mindestanforderungen an die Ausgestaltung von Sanierungsplänen“ (MaSan) formuliert und zur Konsultation gestellt (Konsultation 12/2012). G-SIBs mussten Sanierungspläne nach den Vorgaben des FSB bereits zum Ende des vergangenen Jahres bei den nationalen Aufsichtsbehörden vorlegen. Die national systemrelevanten Institute in Deutschland müssen Sanierungspläne bis Ende 2013 entwickeln und implementieren. Hintergrund und regulatorische Rahmenbedingungen FSB-Standards („Key Attributes“) Die Sanierungs- und Abwicklungsplanung ist ein wesentlicher Bestandteil internationaler Regulierungsvorhaben und greift die gemeinsam vom Finanzstabilitätsrat FSB und dem Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht gesetzten Standards („Key Attributes of Effective Resolution Regimes for Financial Institutions“) für die geordnete Sanierung oder Abwicklung von in Schieflage geratenen Finanzinstituten auf. Die Key Attributes enthalten u. a. Vorgaben zum allgemeinen Rechtsrahmen für die Sanierung und Abwicklung von SIFIs (Systemically Important Financial Institutions), zu den Befugnissen nationaler Abwicklungsbehörden und deren grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Ergänzend sollen Institute bzw. die Aufsicht Sanierungs- und Abwicklungspläne mit dem Ziel erstellen, systemrelevante Institute ohne Verluste für den Staatshaushalt und ohne Schockwirkung für das Finanzsystem abzuwickeln. So soll der Too-big-to-fail-Problematik und dem daraus resultierenden Moral-Hazard-Problem wirksamer begegnet werden. 1 Sanierungs- und Abwicklungsrichtlinie Mit der gleichen Zielsetzung hat die Europäische Kommission bereits am 6. Juni 2012 einen Vorschlag für eine Richtlinie zur 16 I NEWS 01/2013

Business t Unternehmenssteuerung t Festlegung eines Rahmens für die Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen („Sanierungs- und Abwicklungsrichtlinie“) veröffentlicht, mit der Teile der Key Attributes in europäisches Recht transformiert werden. Die Sanierungsund Abwicklungsrichtlinie richtet sich an alle Kreditinstitute und Wertpapierfirmen sowie bestimmte Holding-Gesellschaften. Sie soll bis zum 31. Dezember 2014 in nationales Recht umgesetzt werden. Lediglich für die Bestimmungen zum Bail-in (Instrument zur Abschreibung bzw. Umwandlung von Fremdkapital) gilt eine Umsetzungsfrist bis zum 1. Januar 2018. Ein wesentlicher Bestandteil der Richtlinie sind Vorgaben, wie Sanierungs- und Abwicklungspläne zu erstellen und zu pflegen sind. Sanierungspläne dienen der Vorbereitung auf den Krisenfall: Das Kreditinstitut soll sich frühzeitig damit befassen, welche Maßnahmen unter anderem in organisatorischer und geschäftspolitischer Hinsicht getroffen werden müssen, um eine Krise möglichst schnell, effektiv und aus eigener Kraft überwinden zu können und so eine Abwicklung zu vermeiden. Die Unternehmen müssen im Sanierungsplan beschreiben, mit welchen Maßnahmen sie ihre Finanzstärke wiederherstellen würden, und sie müssen diese Maßnahmen vorbereiten. Die Aufsicht hat die Pläne insbesondere hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit, Umsetzbarkeit und der Vereinbarkeit mit der Systemstabilisierung zu bewerten. Abwicklungspläne müssen die Behörden erstellen. Sanierungsplan Gemäß § 47 Abs. 1 KWG-E haben Kreditinstitute, die die Bundesanstalt als potenziell systemgefährdend einstuft, einen Sanierungsplan aufzustellen. Darin ist darzulegen, wie das Kreditinstitut seine finanzielle Stabilität wiederherstellen könnte, wenn sich seine Finanzlage wesentlich verschlechtert und diese Verschlechterung zu einer Bestandsgefährdung führen würde, sollte das Institut dem nicht durch geeignete Maßnahmen entgegenwirken (Krisenfall). Mit der Verabschiedung des KWG-E nimmt die Bundesrepublik eine Vorreiterrolle ein und greift der europäischen Regelung vor. Kernfrage: Systemrelevanz Ein Kreditinstitut ist potenziell systemgefährdend, wenn seine Bestandsgefährdung (§49 b Abs. 1 KWG) eine Systemgefährdung im Sinne des §48b Abs. 2 KWG auslösen kann. Die Einstufung als potenziell systemgefährdend trifft die BaFin im Einvernehmen mit der Deutschen Bundesbank unter Berücksichtigung insbesondere der Größe des Kreditinstituts, seiner inländischen und grenzüberschreitenden Geschäftstätigkeit, seiner Vernetzung mit dem inländischen und weltweiten Finanzsystem und seiner Ersetzbarkeit hinsichtlich der angebotenen Dienstleistungen und Finanzinfrastruktureinrichtungen. Eine exakte Definition bzw. hinreichend klare Kriterien, nach denen die Systemrelevanz eines Instituts oder einer Finanzgruppe festzustellen ist, existieren somit nicht. Eine aktualisierte Liste der global systemrelevanten Institute hat das FSB im November 2012 veröffentlicht. Als einziges deutsches Haus ist die Deutsche Bank als global systemrelevant eingestuft, die Commerzbank – ursprünglich vom FSB auch als global systemrelevant kategorisiert – ist nicht mehr auf der Liste enthalten. Eine Liste der als national systemrelevant eingestuften Institute hat die BaFin bisher nicht veröffentlicht. Mit Blick auf die Vertraulichkeits- und Informationsaustauschbestimmungen des §47i KWG-E, in dem die Sanierungspläne (und die Ergebnisse der Abwicklungsplanung) grundsätzlich als geheimhaltungsbedürftig 2 eingestuft werden, wird sie dies wohl auch zukünftig nicht tun. Auch die Institute haben ihre Sanierungspläne vertraulich zu behandeln. Informationen dürfen nur an diejenigen weitergegeben werden, die an der Erstellung und Umsetzung des Sanierungsplans beteiligt sind. Insofern kann über die national systemrelevanten Institute nur spekuliert werden. Als sicher gilt, dass neben der Deutschen Bank und der Commerzbank die HypoVereinsbank (die Muttergesellschaft Unicredit Group ist als G-SIB eingestuft), die DZ Bank sowie die großen Landesbanken BayernLB, LBBW und Helaba betroffen sind. 3 1 BaFin-Jahresbericht 2012, S. 44. 2 Gemäß § 99 Abs. 1 Satz 2 Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO). 3 Susanne Schneider: Banken-Testament in BANKMAGAZIN 05/2013. NEWS 01/2013 I 17

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