Aufrufe
vor 3 Jahren

01 | 2013 NEWS

  • Text
  • Risikovorsorge
  • Banken
  • News
  • Service
  • Experten
  • Performance
  • Risiken
  • Ziele
  • Sicherheit
  • Security
  • Banking
  • Technologie
  • Anforderungen
  • Ermittlung
  • Institute
  • Kapitalmarktfloater
  • Unternehmenssteuerung
  • Laufzeit
  • Bewertung
  • Produkte
Ein Balanceakt

u Business u

u Business u Unternehmenssteuerung Diese Ergebnisse entsprechen den Erwartungen an das Risikoverhalten der KMF. Das Produkt verliert analog zu anderen Zinspapieren bei steigenden Zinsen. Der Verlust auch bei fallenden Zinsen ergibt sich aus der von der Aufsicht geforderten Kappung der Szenario-Zinssätze bei null. Dadurch verliert die Zinskurve fast ihre gesamte Steilheit – für KMF ein ungünstiges Szenario. Warum liefert also eine Bewertung ohne das in der Theorie geforderte Convexity Adjustment plausible Ergebnisse, während die Bewertung mit CA zu Risikounterschätzung und Fehlsteuerungsimpulsen führen kann? Der Schlüssel zur Erklärung dieses Phänomens liegt in einer genaueren Betrachtung der Zinsvolatilitäten und ihrer Korrelation mit den zugrunde liegenden Zinssätzen. Exemplarisch sei hier die achtjährige Zeitreihe zwischen Ende 2004 und Ende 2012 für den 10-Jahres-Zinssatz der EUR-Swap-Kurve und die zugehörige Zinsvolatilität dargestellt. selbst stärkeren Schwankungen unterliegt. Die aus der Zeitreihe berechnete Korrelation beträgt -0,894. Realistische Stressszenarien der Zinsbuchsteuerung müssen diesem Umstand Rechnung tragen, indem nicht nur Zinsänderungen, sondern auch gegenläufige Volatilitätsänderungen modelliert werden. Die Konsequenz aus dem Ignorieren dieser negativen Korrelation zeigt sich sehr anschaulich an dem Verhalten der Kapitalmarktfloater unter den Basel-II-Zinsszenarien, die ja implizit eine konstant bleibende Zinsvolatilität unterstellen. Der für die meisten Institute risikorelevante +200 BP-Zinsschock wirkt bei dem aktuell niedrigen Zinsniveau mit hoher Zinsvolatilität so, dass hohe Zinsen mit hoher Volatilität simuliert werden. Daraus ergeben sich hohe Convexity Adjustments für die erwarteten Zinsfixings des KMF in den künftigen Zinsperioden. Die Wirkung der hohen Volatilität auf die erwarteten Zinsen ist so stark, dass der KMF bei einem +200 BP-Zinsschock an Wert gewinnt, also wie ein Hedge im Anlagebuch wirkt. Abbildung in der historischen Simulation Berechnet man den Value-at-Risk des Zinsbuchs über eine historische Simulation, so wird die negative Korrelation zwischen Zinsen und Zinsvolatilität über die aus der Historie abgeleiteten Marktszenarien automatisch korrekt berücksichtigt. Abbildung 2: Negative Korrelation zwischen Zins und Zinsvolatilität Aus dem Diagramm ist gut ersichtlich, dass die beiden Marktparameter stark negativ korreliert sind: In Phasen niedriger Zinsen ist die Zinsvolatilität hoch, während sie in Hochzinsphasen eher niedrig ist. Das gilt auch für Krisenzeiten, in denen die Volatilität Anders sieht der Sachverhalt aus, wenn die Historie der Zinskurven länger ist als die Historie der Zinsvolatilitäten, wie man es in vielen Risikomanagementsystemen vorfindet. Wenn dann reine Zinsszenarien ohne Volatilitätsänderung aus der Historie abgeleitet werden, gelten die gleichen Überlegungen, die oben für die Basel-Szenarien angestellt wurden. In diesem Fall hat man drei Möglichkeiten: entweder in den Marktdaten die Historie der Zinsvolatilitäten zu verlängern oder die historische Simulation auf die Marktszenarien zu beschränken, die auch Zinsvolatilitäten enthalten, oder aber die KMF in der Simulation ohne Convexity Adjustment zu bewerten. 14 I NEWS 01/2013

Business t Unternehmenssteuerung t Analogie zu anderen Produkten der Zinsbuchsteuerung Die im vorliegenden Artikel betrachteten Phänomene und Fehlsteuerungsimpulse beruhen, wie erwähnt, darauf, dass die negative Korrelation zwischen Zinsen und Zinsvolatilität ignoriert wird. Es ist deshalb nicht überraschend, dass ähnliche Probleme in der Zinsbuchsteuerung bei allen Produkten und Finanzinstrumenten auftreten, deren theoretische Bewertung stark von der Zinsvolatilität abhängt. Prominente Beispiele sind die Caps, Floors und Swaptions, die als Zinsoptionen in mittleren und größeren Häusern häufig in der Zinsbuchsteuerung genutzt werden. Aber selbst Banken, deren Zinsbuchsteuerung im Eigengeschäft ausschließlich auf Festzinspapieren, Floating Rate Notes und gegebenenfalls Swaps basiert, sind von diesem Thema betroffen. Die Kundenprodukte der Aktiv- und Passivseite enthalten nämlich häufig implizite Optionen in Form von Sondertilgungs-, Kündigungs- und ähnlichen Kundenrechten. Analysen zeigen, dass ein signifikanter und steigender Anteil der Kunden solche Rechte durchaus rational in Abhängigkeit vom Zinsniveau ausübt. Entsprechend bilden moderne Risikomanagementsysteme solche Rechte zunehmend durch Zinsoptionen ab, berücksichtigen also den Einfluss des Zinsniveaus und der Zinsvolatilität auf das prognostizierte Ausübeverhalten. Eine Investition in Kapitalmarktfloater setzt aber voraus, dass sie im Risikomanagement korrekt abgebildet werden. Das Institut muss, auch aufgrund aufsichtsrechtlicher Vorgaben, die Unterschiede zu klassischen Geldmarktfloatern und Festzinsanleihen kennen. Die entsprechenden Aspekte – insbesondere die risikoadäquate Berechnung des Basel-II-Zinsschocks – wurden in dem vorliegenden Artikel beleuchtet. Beachtet man die dargestellten Besonderheiten, lassen sich Kapitalmarktfloater gut in die Zinsbuchsteuerung integrieren. Autoren Rainer Alfes Principal Business Consultant Product Management, msgGillardon AG > +49 (0) 89 / 94 3011 - 1526 > rainer.alfes@msg-gillardon.de Peter Oehm Business Consultant Product Management, msgGillardon AG > +49 (0) 89 / 94 3011 - 1213 > peter.oehm@msg-gillardon.de Fazit: Korrekte Abbildung im Risikomanagement ist für Kapitalmarktfloater unumgänglich Kapitalmarktfloater sind seit Langem ein beliebtes Anlageinstrument, um das Zinsbuch zu diversifizieren und von erwarteten Zinsanstiegen der längeren Kapitalmarktzinssätze zu profitieren. Deshalb werden sie in mittleren und größeren Häusern gerne neben den klassischen Zinsanlagen ins Portfolio aufgenommen. NEWS 01/2013 I 15

msg

01 | 2018 public
02 | 2017 public
01 | 2017 public
02 | 2016 public
01 | 2016 public
02 | 2015 public
01 | 2015 public
01 | 2014 public
01 | 2014 msg systems study
01 | 2015 msg systems Studienband
Future Utility 2030
Lünendonk® Trendstudie
Digitale Transformation | DE
Digital Transformation | EN
DE | inscom 2014 Report
EN | inscom 2014 Report

msgGillardon

03 | 2016 NEWS
02 | 2016 NEWS
01 | 2016 NEWS
03 | 2015 NEWS
02 | 2015 NEWS
01 | 2015 NEWS
02 | 2014 NEWS
01 | 2014 NEWS
02 | 2013 NEWS
01 | 2012 NEWS
02 | 2011 NEWS
01 | 2010 NEWS
MaRisk
01 | 2017 banking insight
01 | 2015 banking insight
01 | 2014 banking insight
01 | 2013 banking insight
01 | 2012 banking insight
02 | 2011 banking insight
01 | 2011 banking insight
01 | 2010 banking insight
2016 | Seminarkatalog | Finanzen

Über msg



msg ist eine unabhängige, international agierende Unternehmensgruppe mit weltweit mehr als 6.000 Mitarbeitern. Sie bietet ein ganzheitliches Leistungsspektrum aus einfallsreicher strategischer Beratung und intelligenten, nachhaltig wertschöpfenden IT-Lösungen für die Branchen Automotive, Banking, Food, Insurance, Life Science & Healthcare, Public Sector, Telecommunications, Travel & Logistics sowie Utilities und hat in über 35 Jahren einen ausgezeichneten Ruf als Branchenspezialist erworben.

Die Bandbreite unterschiedlicher Branchen- und Themenschwerpunkte decken im Unternehmensverbund eigenständige Gesellschaften ab: Dabei bildet die msg systems ag den zentralen Kern der Unternehmensgruppe und arbeitet mit den Gesellschaften fachlich und organisatorisch eng zusammen. So werden die Kompetenzen, Erfahrungen und das Know-how aller Mitglieder zu einem ganzheitlichen Lösungsportfolio mit messbarem Mehrwert für die Kunden gebündelt. msg nimmt im Ranking der IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen in Deutschland Platz 7 ein.


© 2018 by msg systems ag - powered by yumpu Datenschutz | Impressum