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01 | 2012 NEWS

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u Business u Unternehmenssteuerung Auswirkungen auf das Produktangebot und die Konditionen Basel III setzt neue Rahmenbedingungen für die knappen Güter Liquidität und Eigenkapital. Damit sind Veränderungen der Produktlandschaft sowohl auf der Aktiv- wie auf der Passivseite vorprogrammiert. Deutlich wird dies in der Umfrage an der Erwartungshaltung hinsichtlich der zukünftigen Attraktivität von Finanzprodukten (vgl. Abb. 1). Aktivprodukte: Die Anreize für eine stärker fristenkongruent ausgerichtete Refinanzierung durch die strukturelle Liquiditätskennziffer Net Stable Funding Ratio (NSFR) könnten zu Verschiebungen der Präferenzen innerhalb der wichtigsten Finanzierungsformen führen: Kurzfristige bzw. variabel verzinsliche Kredite (Roll-Over-Darlehen) werden in der NSFR gegenüber längerfristigen Bindungen privilegiert. Daneben steht auch eine Verlagerung der Geschäftsaktivitäten von der originären Kreditvergabe auf das Provisionsgeschäft (Lebensversicherungsdarlehen, Bausparen) ganz oben auf der Liste möglicher Reaktionen auf Basel III, da hierdurch Erträge generiert werden können, ohne gleichzeitig die EK- und Liquiditätskennzahlen zu belasten. Bei der Unternehmensfinanzierung könnte sich ein Trend zu wertpapierbasierten Finanzierungen abzeichnen. Für Banken ist es sowohl aus Eigenkapital- wie auch aus Liquiditätssicht attraktiv, Unternehmen dabei zu unterstützen, die Voraussetzungen für den Zugang zum Kapitalmarkt (Emission von Anleihen) zu schaffen. Dies kann für beide Seiten, Unternehmen und Banken, künftig wirtschaftlicher sein als die direkte Kreditfinanzierung. Passivprodukte: Der Wettbewerb um Spareinlagen bzw. andere Einlagenformen von Privatkunden ist bereits eröffnet. Diese Form der Refinanzierung wird in beiden neuen Liquiditätskennzahlen LCR (kurzfristige Deckung der Nettoabflüsse) und NSFR (strukturelle Zahlungsfähigkeit) relativ zu anderen Einlageformen privilegiert. Insbesondere Einlageformen mit Laufzeiten von über einem Jahr erlangen eine (noch) höhere Bedeutung. Daneben wächst die Bedeutung einer Refinanzierung über Pfandbriefe als Beitrag zur fristenkongruenten Refinanzierung. Gleichzeitig sind Pfandbriefe auch als Anlageklasse künftig attraktiv. Vorausgesetzt, die Voraussetzungen an den Level- 2-Puffer der LCR werden erfüllt, denn in diesem Fall ergibt sich ein positiver Beitrag für die beiden neuen Liquiditätskennzahlen. In letzter Konsequenz kann am Markt mit einem Trend zur Entwicklung von Produkten, die maßgeschneidert auf Basel III abgestimmt sind, gerechnet werden. Zu den Profiteuren dieser Entwicklung werden diejenigen gehören, die sich schon frühzeitig mit der Umsetzung des Regelwerks und den Konsequenzen für die Produktwelt befassen. Konditionen von Aktiv- und Passivprodukten: Hinsichtlich der möglichen Implikationen für die Produktkonditionen ergibt Welche Auswirkungen wird Basel III auf die Attraktivität von Finanzprodukten haben? Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu? Stimme voll und ganz zu Stimme teilweise zu Stimme gar nicht zu Weiß nicht Bei längeren fest vereinbarten Laufzeiten von Anlage-/Sparprodukten werden sich die Konditionen für Sparer verbessern. Kredite mit festen Laufzeiten über 1 Jahr werden durch Basel III teurer. Für Banken wird es unattraktiver, sich per Emission von unbesicherten Bankanleihen zu refinanzieren. Bankaktien werden für Investoren zukünftig an Attraktivität verlieren. 32 % 53 % 12 % 3 % 28 % 51 % 17 % 4 % 27 % 50 % 17 % 6 % 26 % 44 % 23 % 7 % 0 20 40 60 80 100 Abbildung 1: Auswirkungen von Basel III auf die Attraktivität von Finanzprodukten 12 I NEWS 01/2012

Business t Unternehmenssteuerung t Gehen Sie davon aus, dass sich die Sparkonditionen in Ihrem Institut für Sparer verbessern werden? 13 % turen aufgebaut haben, können sie große Derivategeschäfte per Clea ring effizient abwickeln. Dabei bestehen gleichzeitig geringe Kontrahentenrisiken dank gebündeltem Netting aller miteinander sal dierbaren Kontrakte. Das spart Transaktions- und Eigen- Nein 49 % 39 % kapitalkosten bei den Kreditinstitu ten, so dass die Kunden nicht notwendiger weise höhere Provisionen zahlen müssen. Ja Weiß nicht Abbildung 2: Verbesserung von Sparkonditionen sich noch kein einheitliches Meinungsbild. Die steigenden Kosten für Eigenkapital und Liquidität werden nach Einschätzung der Befragten zu einer Erhöhung der Konditionen für Kredite um im Schnitt 0,5 Prozentpunkte führen, wobei die Durchsetzbarkeit am Markt nicht in Zweifel gezogen wird. Auf der Einlagenseite allerdings erwartet ca. die Hälfte der befragten Institute keine Verbesserung der Konditionen für längerfristige Sparprodukte (siehe Abb. 2) Diejenigen, die eine Anpassung erwarten, rechnen im Mittel mit einer Erhöhung der Konditionen zwischen 0,5 und 1,0 Prozent. Diese Erhöhung ergibt sich primär – bei normal verlaufender Zinsstrukturkurve – durch die längere Fristigkeit und kann nicht schon als Folge des gestiegenen Wettbewerbs um Einlagen zur Verbesserung der Liquiditätskennzahlen gesehen werden. Auswirkungen auf den Derivatehandel Die Auswirkungen neuer Anforderungen von Basel III für die Produktklasse der Derivate werden deutlich differenziert wahrgenommen. Für viele Institute besteht nur eine geringe Abhängigkeit vom klassischen OTC-Derivatehandel. Daher werden auch nur geringe Konsequenzen durch Basel III erwartet. Die regulatorisch geförderte Tendenz zur zukünftigen Abwicklung von Geschäften über zentrale Gegenparteien birgt für die Kreditin stitute Chancen. Durch sie können die Banken Rationalisierungspotenziale heben und die Nettingeffizienz (Aufrechnungseffizienz) er höhen. Wenn zentrale Gegenparteien entspre chende Infrastruk- Trotz deutlich verschärfter regulatorischer Vorgaben kann der Derivatehandel somit ein für alle Beteiligten attraktives Geschäftsmodell bleiben. Die Frage, wer den Aufbau entspre chender Infrastrukturen und vor allem die si gnifikanten Marktveränderungen finanziert, bleibt allerdings noch unbeantwortet. Internationaler Wettbewerb (Level Playing Field) Mit über 80 Prozent der Befragten stimmt eine deutliche Mehrheit entweder ganz oder teilweise der These zu, dass nicht Basel-III-regulierte Tätigkeitsfelder und Standorte für Bankkunden und Investoren attraktiver werden. Damit ist die Erwartung verbunden, dass die europäischen Banken auf diese Situation reagieren, indem sie Teile ihrer Geschäftsaktivitäten in nicht regulierte Tätigkeitsfelder verlagern. Als Reaktion auf die befürchtete uneinheitliche Umsetzung von Basel III im weltweiten Wettbewerb werden auch außergewöhnliche Maßnahmen, wie die Einschränkung der eigenen Geschäftstätigkeit aufgrund von Basel-III-induzierten Engpässen, die Gründung von Tochtergesellschaften in „Deregulierungsoasen“ oder die Öffnung des eigenen Instituts für Beteiligung von Private- Equity-Firmen, nicht tabuisiert. Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle von Banken Auswirkungen auf traditionelle Geschäftsmodelle ergeben sich insbesondere durch die Liquiditätsvorschriften: einerseits durch den sich aus der LCR ergebenden sehr hohen Bedarf an hoch liquiden und liquiden Aktiva, andererseits durch die hohen Refinanzierungsanforderungen aus der NSFR, verbunden mit dem Anreiz zu einer stärker fristenkongruenten Refinanzierung. Eng verknüpft mit diesen Fragen sind die Markteffekte, d. h. die NEWS 01/2012 I 13

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