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01 | 2011 NEWS

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u Business u Unternehmenssteuerung / Risikomanagement Kontinuierlich gefordert Basel III, MaRisk 2010 und weitere neue Regelungen: Aktuelle Anforderungen an die Governance von Finanzdienstleistern von Dr. Frank Schlottmann Betrachtet man die Intensität, mit der inzwischen neue regulatorische Anforderungen an Finanzdienstleister gestellt werden, so lässt sich konstatieren: Während man sich vielerorts in den Kreditinstituten noch mit der Analyse des Ist-Zustands befasst, um darauf basierend die regulatorischen Anforderungen z. B. aus der MaRisk-Novelle 2010 umzusetzen oder gerade an europaweiten Stresstests teilnimmt, treffen bereits parallel neue, weitreichende Anforderungen wie beispielsweise der BaFin- Entwurf der neuen Richtlinie zum Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch ein. Angesichts der Flut an Neuregelungen und ihrer Tragweite stellt sich die provokante Frage: Wie stark steuert zukünftig die Bankaufsicht die Kreditinstitute? Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die regelmäßige Anpassung des regulatorischen Rahmenwerks, in dem die Kreditwirtschaft operiert, auch in der Vergangenheit kein ungewöhnlicher Vorgang gewesen ist – vgl. z. B. die MaH, die MaK, die MaIR, die ersten Ma- Risk und verschiedene KWG-Novellen. Die Marktakteure haben die neuen Regeln stets konsequent umgesetzt und ihre eigenen Steuerungsmechanismen entsprechend adaptiert. Die Komplexität für das heutige Bankmanagement hat sich im Vergleich zur Vergangenheit vor 2008 jedoch durch folgende Fakten verschärft: Neue Regelungen bedrohen bisherige Geschäftsmodelle Betrachtet man die Hauptertragsquellen deutscher Kreditinstitute in der jüngeren Vergangenheit, so dominiert der Zinsüberschuss nahezu ausnahmslos in der Breite aller Institutsgruppen (vgl. Abb. 1). Bankengruppe Zinsüberschuss in % der Summe der Überschüsse im operativen Geschäft Großbanken 63,8 Regionalbanken 62,3 Landesbanken 81,5 Sparkassen 78,6 Genossenschaftliche Zentralbanken 48,2 Kreditgenossenschaften 76,9 Realkreditinstitute 96,1 Banken mit Sonderaufgaben 84,0 Durchschnitt aller Bankengruppen 72,5 Abbildung 1: Zinsüberschuss als dominierende Ertragsquelle, Quelle: Deutsche Bundesbank (Monatsbericht September 2010) 1. Neue Regelungen bedrohen bisherige Geschäftsmodelle. 2. Die Bedeutung der Säule II ist enorm gestiegen. 3. Der Vernetzungsgrad der Regelungen ist deutlich gestiegen. 4. Internationale Regelungen wirken schneller und direkter auf die deutsche Kreditwirtschaft. Angesichts der Niedrigzinsphase, in der wir uns aktuell befinden, und des intensiven Wettbewerbs lässt sich ein auskömmlicher Zinsüberschuss erfahrungsgemäß nicht ausschließlich durch Margen im Kundengeschäft erzielen. Zusatzerträge mit Wirkung auf den Zinsüberschuss werden von Kreditinstituten durch die auch mit 18 I NEWS 01/2011

Business t Unternehmenssteuerung / Risikomanagement t Blick auf volkswirtschaftliche Bedarfe notwendige Fristentransformation erzielt. Durch die bankaufsichtlichen Neuregelungen wird dieses Geschäftsmodell zumindest teilweise in Frage gestellt: Beispiel 1: Die Neuregelung der Richtlinie zur Begrenzung von Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch verschärft den bankaufsichtlich relevanten Zinsschock auf +/-200 Basispunkte im Vergleich zur bisherigen vom BaFin vorgegebenen Regelung von +130 und -190 Basispunkten Shift der Zinsstruktur. Damit wird voraussichtlich ein viel höherer Kreis von Kreditinstituten auffällig im Vergleich zur bisherigen Regelung. Das Top-Management des jeweiligen auffälligen Instituts muss sich folglich entscheiden, ob man dieses „erhöhte Zinsänderungsrisiko“ (vgl. BaFin) weiter verantworten möchte. Beispiel 2: Das grundlegende Geschäftsmodell einiger Banken, kurzfristig vom Kunden kündbare Passiveinlagen mit hohem Bodensatz hineinzunehmen und zusammen mit kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber anderen Kreditinstituten als Refinanzierungsmittel für langfristig herausgereichte Kredite zu verwenden, wird durch die Basel-III-Regelungen für die Liquiditätssteuerung teilweise neu zu beurteilen sein: Bei der Berechnung der Tatsächlich verfügbare stabile Refinanzierung Net Stable Funding Ratio = Erforderliche stabile Refinanzierung nur Kassenbestände, Zentralbankguthaben und öffentliche Schuldtitel mit null Prozent Risikogewicht unter Basel II ohne Abschläge (Haircuts) im Zähler berücksichtigt. Auf Unternehmensanleihen von Nichtbanken und auf Covered Bonds wie Pfandbriefe wird ein 15 Prozent Abschlag bei der Anrechnung im Zähler vorgenommen. Unbesicherte Bankanleihen werden überhaupt nicht als liquides Asset anerkannt. Dies wird zu Konsequenzen in der Kapitalanlage der aufsichtlich anerkannten Liquiditätsreserve für Banken führen. Angesichts der bisher teilweise überschaubaren Breite und Tiefe der durch die Neuregelung gegenüber unbesicherten Bankanleihen privilegierten Märkte ist vom Top-Management zu prüfen, wie dies mit Blick auf das Geschäftsmodell und die zukünftige Investitionspolitik der Bank zu beurteilen ist. Weitere Beispiele finden sich in den Basel-III-Regelungen durch die Verschärfung der Eigenkapitaldefinition in Richtung „härterer“ Kapitalbestandteile, die höheren Eigenkapitalanforderungen durch die bankaufsichtlich eingeführten Eigenkapitalpuffer – Kapitalerhaltungspuffer und antizyklischer Kapitalpuffer – sowie die geplante, aber noch nicht final verabschiedete Begrenzung der Harte Eigenkapitalbestandteile Leverage Ratio = ≥ 3 Prozent. Bilanzvolumen Die Bedeutung der Säule II ist enorm gestiegen werden kurzfristig kündbare Einlagen von Kunden und unbesicherte Refinanzierungen mit Laufzeiten unter einem Jahr nur mit zum Teil erheblichen Abschlägen (Haircuts) und nur mit Nichtbanken- Kreditgebern als stabile Refinanzierungsquelle im Zähler berücksichtigt. Somit wird das fristentransformationsbasierte Banken-Geschäftsmodell unter Liquiditätsaspekten potenziell eingeschränkt. Beispiel 3: Des Weiteren werden durch die Detaildefinition der kurzfristigen Liquiditätskennziffer Bestand an hochliquiden Aktiva Liquidity Coverage Ratio = Nettozahlungsabgang unter Stress Während die Säule II in der Vergangenheit vor allem institutsintern von großer Bedeutung für die Steuerung gewesen ist, nimmt ihre Bedeutung offensichtlich auch mit Blick auf die bankaufsichtliche Beurteilung der bankinternen Risikosteuerung stetig zu. Indikatoren hierfür sind unter anderem: Beispiel 4: Die Neukonzeption des bankaufsichtlichen Meldewesens, die noch 2011 umgesetzt werden soll, umfasst nunmehr auch die Meldung von Kennzahlen aus der bankinternen Risikotragfähigkeitsanalyse, speziell auch die Risikokennzahlen für die wesentlichen Risikoarten. Damit steigen die Qualitätsanforderungen sowohl bezüglich der Inputdaten, aber auch bezüglich NEWS 01/2011 I 19

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