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01 | 2010 NEWS

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Risikoadjustierte

Risikoadjustierte Margenoptimierung Ein innovativer und ertragsorientierter Ansatz im variablen Geschäft und seine softwareprototypische Umsetzung Von Dennis Bayer und Dr. Manuela Ender Kundengelder haben seit Ausbruch der Finanzkrise eine regelrechte Renaissance erlebt. Dies gilt sowohl bei der Wahrnehmung der Kunden als auch bei der Bedeutung dieser Ertrags- und Refinanzierungsquelle in den Instituten. 2007 und 2008 waren vor allem wegen der inversen Zinsstruktur die kurzlaufenden Sparanlagen auf der Festzinsseite und variable Produkte wie Geldmarktkonten eine Alternative für die Anleger. Obwohl seit April 2009 eine Beruhigung an den Aktien- und Wertpapiermärkten eingetreten ist, sind die Verunsicherung und Skepsis der Anleger unverändert groß. Die „geparkten“ Gelder auch langfristig für die variablen Produkte zu gewinnen ist daher aktuell eine der Herausforderungen für die Institute. Damit dies gelingen kann, sind einerseits wettbewerbsfähige Konditionen wichtig. Andererseits sollten mit diesen Produkten ausreichend hohe Margen erwirtschaftet werden können, ohne dabei zu große Risiken eingehen müssen. Um die variablen Produkte in den Summenzahlungsstrom zu integrieren, ist eine Abbildungsmethodik notwendig, die das variable Geschäft transparent und konsistent in die Zinsbuchsteuerung integriert. Die Methode der gleitenden Durchschnitte, die in dem msgGillardon-Produkt VARAN implementiert und seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz ist, erfüllt alle Anforderungen an die Abbildung variabler Geschäfte. Durch die Bestimmung eines Mischungsverhältnisses ist es möglich, die Gelder in den Summen-Cashflow zu integrieren, dadurch über die Zinsbuchsteuerung auszusteuern und über die klare Anlagevorschrift zu disponieren. Marktbereich ist dies eine zentrale Eigenschaft. Zum einen sollte der Marktbereich unabhängig vom aktuellen Zinsniveau eine Marge erzielen können. Zum anderen ist es für das Risikocontrolling wichtig, dass die Margen im Zeitverlauf möglichst geringen Risiken unterliegen (wobei Risiken meist als negative Abweichungen vom erwarteten Ergebnis interpretiert werden). Durch die Minimierung der Standardabweichung wird beides erreicht. Die risikoadjustierte Margenoptimierung verliert diese Ziele nicht aus den Augen, sondern erweitert die Zielkriterien, um Chancen besser heben zu können, ohne hierbei den Charakter des Produktes zu beeinflussen. Wenn es für das Risikocontrolling wichtig ist, dass die Marge nicht dauerhaft unter den erwarteten Wert sinkt, dann kann es oberhalb dieser Schwelle durchaus stärker schwanken, ohne dass es mehr Risiko in diesem Sinne bedeuten würde. Auch der Marktbereich wird eine stärker schwankende Marge leichter akzeptieren, wenn diese systematisch oberhalb der bisherigen Marge schwankt und das Produkt aus Sicht des Kunden unverändert bleibt. Daher hat die risikoadjustierte Margenoptimierung das Ziel, die Methode der gleitenden Durchschnitte dahin gehend zu erweitern, dass nicht nur nach dem Mischungsverhältnis mit der geringsten Standardabweichung, sondern nach dem Mischungsverhältnis gesucht wird, das die gewünschten Nebenbedingungen für Risikocontrolling und Marktbereich erfüllt, aber einen höheren erwarteten Ertrag liefern kann als das Portfolio mit der geringsten Standardabweichung. Bei jeder Weiterentwicklung der Methodik ist klar, dass diese Eigenschaften erhalten bleiben müssen. Bei der klassischen Methode der gleitenden Durchschnitte wird als Zielkriterium der Optimierung die Varianz der Marge minimiert. Das heißt, das optimale Mischungsverhältnis wird so bestimmt, dass die Marge unter allen möglichen (historischen) Zinsszenarien im Zeitablauf möglichst wenig schwankt. Für das Risikocontrolling und für den Diese Ansätze sind in der Portfoliooptimierung seit vielen Jahren im Einsatz und werden in der risikoadjustierten Margenoptimierung auf die Abbildungsproblematik der gleitenden Durchschnitte übertragen. In der Sprache der Asset Allocation wird auf dem effizienten Rand nach dem Mischungsverhältnis gesucht, das alle Nebenbedingungen erfüllt und den erwarteten Ertrag maximiert. In einer Beispielrechnung auf Basis eines geldmarktnahen Pro- 40 I NEWS 01/2010

Business t Produktmanagement und -kalkulation t Abbildung 1: Auszug aus softwareprototypischer Umsetzung der risikoadjustierten Margenoptimierung duktes (vgl. Abb. 1) wurde so aus 10.626 möglichen Mischungsverhältnissen (Vergleichsrechnung in VARAN) das an Position 998 als optimales Mischungsverhältnis ermittelt. Hier konnte eine Margenausweitung von 0,17 % erzielt werden, wobei lediglich ein Mehrrisiko von 0,07 % eingegangen wurde. Der Charakter des Produktes aus Kundensicht wurde hierbei nicht verändert. Aktuell ist die risikoadjustierte Margenoptimierung softwareprototypisch umgesetzt und erlaubt die Vorgabe einer Vielzahl von sinnvollen Nebenbedingungen. Darüber hinaus können Volumenschwankungen über Ausgleichszahlungen oder über Sockelbeträge berücksichtigt werden. Weitere Risikountersuchungen runden das Einsatzgebiet des Prototyps ab. Zahlreiche Beispiele haben gezeigt, dass die erwarteten Erträge um ca. zehn Basispunkte p. a. je nach Produkttyp gesteigert werden können. Dieser Mehrertrag kann über eine höhere Kundenkondition direkt an den Kunden weitergereicht werden, um die eigene Position am Markt zu verbessern. Alternativ kann der Mehrertrag (umgerechnet auf das vorhandene Volumen, das in den variablen Produkten angelegt ist), als zusätzlicher Gewinn im Institut verbleiben. Autoren Dennis Bayer Business Consulting, msgGillardon AG > +49 (0) 7252 / 9350 - 158 > dennis.bayer@msg-gillardon.de Dr. Manuela Ender Management Consulting, msgGillardon AG > +49 (0) 7252 / 9350 - 277 > manuela.ender@msg-gillardon.de NEWS 01/2010 I 41

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